Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Nicht nur auf hoher See kann man die Annehmlichkeiten einer Kreuzfahrt genießen, sondern auch auf Flüssen, Seen & Kanälen
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graneb
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Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von graneb »

Hallo,
Ich komme gerade von meiner ersten Flusskreuzfahrt zurück.
Es sollte mit der Arosa Flora auf der Donau in 12 Tagen von Engelhartszell bis zu den Katarakten (Eisernes Tor) und wieder zurück gehen.
Am 17. Juli ging es los, drei Tage später hat man uns in Budapest mitgeteilt, dass wir leider wegen der „extrem niedrigen Pegelstände auf Teilstrecken der Donau“ nicht weiterfahren können, somit umdrehen müssen und wir die nächsten 9 Tage zurück fahren werden.
Die angelaufenen Häfen waren dann Bratislava (2 Nächte), Hainburg, Krems, Melk und Linz (2 Nächte), gefahren sind wir fast nur noch nachts.
Das war sehr enttäuschend. Da wollte ich nicht hin und ich wollte auch bei Tag auf der Donau fahren wie im ursprünglichen Plan vorgesehen.

Die ganze Zeit konnte ich auf Cruisemapper, bzw. Vesselfinder und Marinetraffic, beobachten, dass viele Schiffe (Viking, Phönix, Amadeus und andere) immer noch die Route Richtung Donaudelta und zurück befahren haben.

Wie kann das sein? Ist Arosa extrem vorsichtig? Haben die Schiffe mehr Tiefgang? Ist das normal? Kann das bei einer Flusskreuzfahrt jederzeit passieren?
Ich bin jetzt sehr verunsichert und habe überhaupt keine Lust mehr nochmals mit Arosa zu fahren.

Es würde mich freuen eure Meinung dazu zu lesen.
Zuletzt geändert von Raoul Fiebig am 29.07.2022 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Im Betreff den Fluss ergänzt, damit sofort klar ist, worum es geht.
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fneumeier
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Re: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von fneumeier »

Hallo,

ja natürlich passiert das immer wieder, sei es durch Hochwasser oder durch Niedrigwasser. Meine kürzeste Flusskreuzfahrt war auf der Donau und endete exakt nach 23 Stunden. Als wir in Passau losfuhren, war der Parkplatz, auf dem unser Auto zum Ausladen der Koffer stand, bereits unter Wasser. Der Stopp in Dürnstein fand noch planmäßig statt und pünktlich nach 23 Stunden erreichten wir Wien. Ab da ging nichts mehr. Wir fuhren mit dem Bus nach Bratislava und zurück sowie nach Budapest (mit Übernachtung im Hotel) und wieder zurück. Es war ein Hoffen und Bangen, ob das Schiff wenigstens nach Passau zurückfahren kann. Dann leider die Nachricht, dass wir auch per Bus nach Passau zurückfahren müssen. Am meisten tat mir der Kreuzfahrtleiter leid. Der hatte gerade angefangen und es war seine allererste Reise auf einem Flussschiff. Ich glaube, der hat die ganze Woche nicht geschlafen.

Aktuell ist die Donau so niedrig, dass in den letzten Tage beispielsweise die Passage von Pfelling nicht möglich war. Sprich für die Schiffe flussabwärts war in Regensburg Ende und für die flussaufwärts in Passau. Auch von der Donau unterhalb von Budapest habe ich gehört, dass mehrere Schiffe dort nicht mehr fahren konnten. Die Donauschiffe von A-Rosa sind mit 14,40 m breiter als die Standardschiffe (11,40 m Breite, 110/135 m Länge). Die Schiffe von A-Rosa passen bereits nicht mehr durch die Schleuse oberhalb von Passau und können daher ab Passau nur flussabwärts fahren. Der Tiefgang ist 1,87 m, was auch relativ tief ist. Die Viking Longships haben einen Tiefgang von 1,90 m und sind meist die ersten, die nicht mehr fahren können. Wenn die aber noch gefahren sind, vermute ich eher, dass es vielleicht die Breite ist, die ein Problem darstellt, weil bei Niedrigwasser die Fahrrinne auch enger wird. Oder man hat schlicht befürchtet, dass das Schiff auf der unteren Donau "hängen" bleibt und wegen des Wasserstands nicht mehr zurückfahren kann und wollte das vermeiden.

Gruß

Carmen
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von Raoul Fiebig »

Hallo Carmen,

die "A-Rosa Flora" ist keines der "überbreiten" Schiffe. ;)
graneb
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Re: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von graneb »

Danke, für die schnelle Antwort.
So wird eine Flusskreuzfahrt zum Abenteuer!

In meinem Fall handelte es sich um die Arosa Flora, das ist ein schmales Schiff, nur 11,4o m breit. Ich nehme an, deshalb wird es für diese weiten Reisen eingesetzt.
Gibt es eigentlich eine Behörde, die regelt ob auf dem Fluss gefahren werden darf, oder bestimmt das der Kapitän?

Gruss
graneb
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von Digiman25 »

UI, das ist natürlich ein unschöner Einstieg in die Flussreisen und das Problem hätte ich bei der Donau auch nicht vermutet - zumal andere Veranstalter mit vergleichbar großen Schiffen ja noch gefahren sind.
Ein Schifffahrtsverbot bei Niedrigwasser gibt es normalerweise bei Niedrigwasser nicht (zumindest nicht in Deutschland). Ggf. gibt es Ausnahmen bei besonderen Gefahrenstellen. Die Verantwortung liegt beim Schiffsführer, er muss bei Niedrigwasser mit weniger Ladung fahren. Die Frachtschiffer bekommen dafür aber eine Ausgleichszahlung. Bei Passagierschiffen ist die Reduzierung des Teifgangs natürlich nur eingeschränkt möglich, da kann man nur beim Bunkern von Treibstoff oder Frischwasser etwas sparen...
Ein Verbot der Schifffahrt gibt es (in Deutschland) nur bei Hochwasser und Eisgang.

Gruß aus Lippe
Walter
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von fneumeier »

Sorry, irgendwie habe ich den Schiffsnamen übersehen.

Gruß
Carmen
JOSMUC
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von JOSMUC »

Bekannte von mir hatte es Anfang letzter Woche auch "kalt" erwischt. Die Beiden haben selbst ein Boot in Mainz und die Situation auf dem
Rhein war ihnen durchaus bewusst aber die auf der Donau nicht. Für die beiden sollte es gestern vor einer Woche mit der Adora ins Donaudelta
gehen aber die Reise wurde dann am Montag spät nachmittag wegen Niedrigwasser abgesagt. Weitere Details finden sich in diesem Artikel - auch
die von A-Rosa wird hier erwähnt.

https://www.reisevor9.de/inside/niedrig ... r-probleme

Wir wollten uns eigentlich am Dienstag in Passau treffen denn am Dienstag wollten sie morgens los. Daraus wurde dann leider nichts und so bin ich
alleine nach Passau und hatte dort zwei schöne Tage. Am Mittwoch bin ich dann mit dem Barefootboat by Til Schweiger nach Englhartszell und wieder zurückgefahren. Da kam uns dann die Anna Katharina von Phönix entgegen. Laut Katalog ging es da auch ins Donaudelta.
Pegelstand war übrigens bei ca. 4,40m aber ich habe auch gehört das die Schiffe nicht weiter nach Regenburg können.
Ich selbst war Ende September 2009 mit der A-RosaMia im Donaudelta und wir hatten da auch ein paar mal "Bodenkontakt" zu Beginn der Rückfahrt.
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von fneumeier »

Nach den letzten Gewittern gab es mal ein kurzes Zeitfenster, wo Pfelling passierbar war, was von den Schiffen flott genutzt wurde. Inzwischen ist dort der Pegel aber wieder zu niedrig und kein Durchkommen von Passau nach Regensburg (und umgekehrt). Viking lässt Reisen in Passau enden und fährt die Passagiere mit dem Bus nach Regensburg (dem eigentlichen Ende der Reise). Teilweise werden mal wieder die Leute von einem Schiff aufs andere gewechselt.

Gruß

Carmen
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von JOSMUC »

Den Eindruck hatte ich auch da bei dem ein oder anderen Viking Schiff die Kabinen scheinbar für einen Neubezug fertig gemacht waren was man so sehen konnte. Das hat natürlich auch einen gewissen Vorteil wenn man da täglich mit mehreren Schiffen die Strecke fährt. Und Passau Regensburg
ist ja jetzt auch keine sonderlich große Entfernung. Bleibt für die Passagiere halt nur das zusätzliche Kofferpacken :mad:
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von kofferradio »

Heute Top-Schlagzeile auf cnn.com, das mögliche Ende der Flusskreuzfahrten in Europa aufgrund von Dürre. Sicherlich etwas übertrieben, aber einfacher wird die Situation nicht ...

https://edition.cnn.com/travel/article/ ... index.html
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von fneumeier »

Mal abgesehen von der reißerischen Überschrift ist auch der Rest des Artikels eher mäßig recherchiert. Ein Reisebüro zu zitieren mit Aussagen als Quelle... und dann noch damit, dass das Steuerhaus absenkbar ist und die Reling runtergeklappt werden kann, um bei Hochwasser (sic!) unter den Brücken durchzukommen. Nun ja, das braucht es auf dem Rhein-Main-Donau Kanal und der Mosel schon bei normalem Wasserstand.

In den letzten Jahren gab es gerade im Juli und August immer wieder Probleme mit Niedrigwasser auf Rhein und Donau. Bis zu einem gewissen Punkt ist das eher normal - klar im Moment ist es schon eher extrem.

Der Po kann eher schon seit Jahren nicht mehr mit Flusskreuzfahrtschiffen befahren werden und wenn dann nur für ein kleines Stück. Die Elbe ist bekanntermaßen nicht reguliert im deutschen Teil und die Tschechen halten Wasser zurück. Auch das ist seit Jahren bereits ein Problem vor allem bei Niedrigwasser. Beide Flüsse sind extrem "unsichere Kandidaten".

Aber gleich von einem Ende der Flusskreuzfahrt in Europa zu sprechen, ist dann vielleicht doch etwas zu viel.

Gruß

Carmen
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Frage aktueller Stand

Beitrag von harryddorf »

Hallo zusammen,

ich hänge mich einfach mal an den bestehenden Thread an.

Kann mir zufällig jemand etwas zur aktuellen Situation auf der Donau sagen?

Für meine Mutter soll es am Samstag den 20.08. ab Passau ins Donaudelta gehen.

Das Schiff hat laut Veranstalter einen Tiefgang von 1,60m.

Ich habe versucht aus den Pegelständen der Donau schlau zu werden, aber der Pegelstand sagt ja nichts über die Fahrrinne aus.

Vielleicht hat ja jemand aktuelle Infos.
Tante Google findet nur vage Berichte von Ende Juli.

DANKE
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fneumeier
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Re: Donau: kein Weiterfahren möglich, zuwenig Wasser

Beitrag von fneumeier »

harryddorf,

rund um Budapest scheint es im Moment vor allem schwierig zu sein. Ob es aktuell bis zum Donaudelta geht, habe ich leider auch nicht gehört.

Gruß

Carmen
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