Sonnendeck Seereisen

TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Carnival Corporation & plc, Royal Caribbean Cruises Ltd. und Norwegian Cruise Line Holdings Ltd. mit allen Tochtergesellschaften (ohne AIDA Cruises & TUI Cruises)

Moderator: moeve

TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Beitragvon trichter am 05.05.2019 13:00

Transatlantik, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Es ist unsere 2. TA, die Route ist Galveston, 3 Seetage, San Juan, San Thomas, 5 Seetage, Ponta Delgada, 2 Seetage, Malaga, Alicante, Mallorca und schließlich Barcelona.
Ich hatte ein recht günstiges Oneway Business Ticket Zürich-Manchester-Houston ergattert, mit Singapore Airlines sollte schon der Hinflug ein Highlight werden, leider gab es auf Zürich-Manchester eine deutliche Verspätung, so haben wir den Flug nach Manchester gar nicht mehr angetreten. Umgebucht wurden wir dann von einer extrem engagierten Dame am Transferschalter in Zürich auf eine United-Verbindung über Newark. Tja, sehr schade aber immerhin waren wir am Ende nur einige Stunden später am Ziel.

Das Holiday Inn NE Bush Airport Area war erste Station, mit Hotelshuttle und nur ein paar Minuten vom Flughafen entfernt. Das Hotel ist relativ neu und die Zimmer großzügig, allerdings ist absolut nichts rund herum – was uns nicht gestört hat. Nach einem ersten leckeren amerikanischen Abendessen ging es sowieso ins Bett.

Am nächsten Tag sind wir mit einem Uber nach Galveston gefahren, mit 58$ ein wirklich günstiger Weg, wer sich am Geschäftsmodell auf dem Rücken der Fahrer stört kann ja ordentlich Trinkgeld geben.

Ziel war das Holiday Inn Resort Galveston on the Beach. Tja, was soll ich sagen, ältere HI oder CP Hotels der IHG-Gruppe in den USA ist man schon gewohnt aber dieser Laden erhält wirklich nur das Prädikat Kaschemme. Völlig heruntergekommen, immerhin war das Zimmer einigermaßen sauber, die Aussicht nicht schlecht und der kostenlose Shuttle zum Hafen war auch pünktlich. Das Hotel bleibt aber mit „nie wieder“ in Erinnerung.

Um 11:00 Uhr ging es dann sehr entspannt auf die Vision of the Seas, die Kabinen waren wie angekündigt um 13.30 fertig. Meine Frau nimmt die Kabine immer äußerst kritisch unter die Lupe und findet eigentlich immer etwas, allerdings hat unser Kabinensteward Ketut ganze Arbeit geleistet, es findet sich erst einmal nichts was zu beanstanden wäre, in Bezug auf seine Tätigkeit sollte das auch die ganze Reise über so bleiben.

Zum Schiff: das die Vision schon zu den älteren RCI-Schiffen gehört und recht klein ist im Vergleich zu den Megalinern war uns natürlich klar. Wir hatten im letzten Jahr eine wunderschöne Zeit auf der nur etwas größeren Serenade und hatten uns deshalb Ähnliches erhofft, nämlich, dass das Alter und die vergleichsweise geringere Ausstattung durch gutes Essen, schönes herrichten der Speisen, tollen Service usw. wett gemacht würde. Das hat leider aber überhaupt nicht so geklappt, das Angebot immer Windjammer war nur wenig abwechslungsreich (freundlich formuliert), keinerlei Vielfallt und liebloses herrichten fanden wir vor. Ebenso im Hauptrestaurant, durchschnittlich wäre noch zu hoch gegriffen, das war das schwächste war RCI uns bisher angeboten hat. Der Service hingegen war überall durchweg gut, konnte das schwache Speisenangebot aber nicht kompensieren.

Einmal haben wir Chefs table gebucht, das war sehr gut. Die Küche könnte also mehr, wenn es denn richtig gemacht würde.

Giovannis Restaurant macht einen recht verschrammten Eindruck an allen Ecken, wir waren dort einmal zum Frühstück, als Zuzahlrestaurant würden wir da sicher nicht hingehen.

In den sonstigen öffentlichen Bereichen macht die Vision gemessen an ihrem Alter einen sehr guten Eindruck, alles ist recht gut gepflegt, der Raum wird nicht so intensiv genutzt wie auf den neueren Schiffen. So ist bei den Sitzen im Theater der Fußraum deutlich größer als bei anderen RCI-Schiffen und auch in den Restaurants ist viel Platz zwischen den Tischen. Das Unterhaltungsprogramm war wie erwartet nicht so der Knaller, insbesondere die Lifemusik orientierte sich doch stark am Altersdurchschnitt.
Das schwache Bild bezüglich der Verpflegung hat dafür gesorgt, dass wir eine weitere bereits gebuchte Reise mit der Vision umbuchen werden. Was ein bisschen schade ist, die kommende Reise ist schon mit Flügen und Hotels komplett durchgebucht. Da aber die Panamakanaltour zu den eher teuren Reisen gehört möchten wir das auf einem Schiff machen welches uns deutlich besser gefällt und mindestens dem Durchschnitt von RCI entspricht. Denn das ist ganz klar so: die Vision of the Seas ist das mit Abstand „schlechteste“ RCI Schiff welches wir kennen, und das sind mehr als 20. Aber wir sind da mit unserem Empfinden auch nicht allein. Meistgehörter Kommentar zum Essen auf dem Schiff war „awfull“

Unsere Kabine war eine Suite auf Deck 8 unter dem Windjammer (das liegt bei der Vision vorne im Schiff). Ich hatte im Vorfeld Videos geschaut und festgestellt, dass direkt über den Kabinen Teppich im Windjammer verlegt ist und bin deshalb davon ausgegangen, dass sich die Geräuschbelästigung in Grenzen halten sollte. Das war allerdings auch ein Trugschluss, mal um 2 Uhr, mal um 4 oder 5 Uhr hatten wir das Gefühl ein Güterzug führe über unser Schlafzimmer hinweg. Was da mitten in der Nacht gemacht wurde erschließt sich uns nicht. Wir haben den Hoteldirektor darauf hin angesprochen, der hat sich entschuldigt und hat das tatsächlich nachhaltig abgestellt.
Auch sind die Möbel in unserer Kabine schon etwas mitgenommen, wackelige Türgriffe und einen nur mit einem Fußtritt schließbaren Schrank haben wir reparieren lassen.
Von diesen ganzen Dingen abgesehen war die Reise wieder wunderbar entspannt, die meisten Mitpassagiere kommen aus Texas, etwa 120 Mexikaner sind dabei und nur 15 Deutsche. Ob das oder der recht hohe Altersdurchschnitt dafür verantwortlich ist, dass man auch mitten am Tage immer eine Sonnen- oder Schattenliege bekommt weiß ich nicht, das Publikum ist jedenfalls sehr angenehm.

In Ponta Delgada hatte ich über RCI eine Whale watching Tour gebucht, Treffpunkt war das Theater um 8:15 Uhr. Da haben wir dann gesessen bis kurz vor 9 obwohl das Schiff planmäßig frei gegeben wurde und andere Gruppen längst unterwegs waren. Auch solche organisatorische Schwächen kenne ich nicht von RCI, rundet das Bild von der Vision aber ab. Entschädigung gab es dann während der Tour, einen Blauwal sieht man nicht alle Tage. Bis zu den Azoren hatte auch das Wetter gut mit gespielt, leider war es während des Ausfluges aber bedeckt, schöne Fotos sind uns somit nicht gelungen, aber das ist schon jammern auf hohem Niveau.

Die nächsten beiden Tage waren dann ziemlich „rockig“ wie die Besatzung meinte, soll heißen wir hatten schon erheblichen Wellengang und vorsichtshalber lagen überall Spucktüten aus, zum Glück haben wir kein Problem mit hohem Seegang.

Wir haben und dann auch entschlossen schon in Mallorca von Bord zu gehen, den einen Abend an Bord schenken wir uns, so habe ich am Montag wenigstens einen ganzen Arbeitstag gewonnen. Mit vorheriger Anmeldung ist das problemlos möglich.

Fazit: Transatlantik immer wieder gerne, allerdings sicher nicht auf der Vision
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Re: TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Beitragvon shipfriend am 05.05.2019 16:31

Schade, dass du die Vision so erlebt hast!

Das bestätigt etwa meine Eindrücke, die wir vor 4 Jahren von ihr in der Karibik hatten:
Die Speisequalität im WIndjammer Café ließ zum großen Teil sehr zu Wünschen übrig (kein Vergleich zu der rundum überzeugenden Leistung auf der Anthem otS im Jahr 2018!), allgemein hatten wir an Bord den Eindruck, dass die älteste RCI-Schiffsklasse etwas stiefmütterlich behandelt wird und nur noch Füllmasse in der RCI-Flotte darstellt, die früher oder später eh verkauft wird.
Das Essen im Hauptrestaurant war qualitativ auch auf der Vision rundum gut bei uns, auch, wqenn die Karte mittlerweile kleiner geworden ist.
Personal: Mal so, mal so.

Der Zustand der Vision war bei uns in den meisten Bereichen sehr brauchbar, zumindest was die Passagierbereich im Blickfeld des Gastes anbelangt - da war alles in sehr gutem Zustand.
Abflussbereiche der Pools sahen aber doch verrostet und vernachlässigt aus.
Schade finde ich zudem, dass die Vision otS viel zu wenig Außenfläche hat. Nur ein wirkliches AUßendeck obehalb des Pooldecks mit Außenbereich, sowie das Promenadendeck, keine Fläche wurde über zusätzliche "Stufen" gewonnen.
Resultat: Viele Passagiere, die keine Liegen bekamen, mussten sich auf den Boden legen, und die Außendecks wirkten ständig sehr voll. :(

Daher kann auch ich sagen: RCI gerne wieder, nicht aber unbedingt die Vision-Klasse. Schade, denn die Routen sprechen durchaus für diese Schiffe.
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Re: TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Beitragvon CC o t Seas am 05.05.2019 19:47

trichter hat geschrieben:Fazit: Transatlantik immer wieder gerne, allerdings sicher nicht auf der Vision


Hallo,

Schade dass das Erlebnis TA durch ein offensichtlich "schwaches Schiff" :eek: doch beeinträchtigt war.

Wir hatten auf unseren beiden Reisen auf der VISION - Silvester 2009 Brasilien bzw. Herbst 2010 Norwegen - deutlich positivere Eindrücke von diesem Schiff gehabt.
Aber offensichtlich verändert sich nicht immer alles zum Positiven. :eek:

Wir waren ja - als OASIS of the Seas TA-OPFER :D - auf der Azamara Quest und haben Euch vor uns in Ponta Delgada einlaufen sehen.

Bericht unserer TA auf der Azamara Journey kommt an anderer Stelle.

LG Klaus
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Re: TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Beitragvon trichter am 06.05.2019 18:05

Danke für deine Erfahrungen Max,

shipfriend hat geschrieben:...
Schade, denn die Routen sprechen durchaus für diese Schiffe.


Und genau das finde ich auch.
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Re: TA, 17 Nächte auf der Vision of the Seas

Beitragvon trichter am 07.05.2019 17:48

Eine kleine Ergänzung, wenn man das Schiff früher verlässt scheint man keine Feedbackmail zu bekommen. Das ist in diesem Fall sehr schade, gerne hätte ich das Personal gelobt und die Mängel angesprochen.
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