Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Kreuzfahrten mit MSC Cruises
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mannilang
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Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von mannilang »

Hallo zusammen,

seit längerer Zeit lese ich in diesem Forum interessiert mit. Nachdem meine Frau und ich seit ein paar Tagen von unserer Island-Kreuzfahrt mit
der MSC Poesia zurückgegehrt sind, scheint mir der Zeitpunkt gut gewählt für einen ersten Beitrag in Form eines Reiseberichts.

MSC hat diese Reise meines Wissens zum ersten Mal, und zum einzigen Mal für das ganze Jahr angeboten. Die Reise kann jedoch heute bereits wieder
für das nächste Jahr gebucht werden.

Kurz zu uns: wir sind beide Anfang vierzig, es war unsere vierte Reise mit MSC. Die anderen drei Reisen haben wir alle mit der MSC Lirica
gemacht, alle gingen in den Norden, nach St. Petersburg, in die norwegischen Fjorde und bis hoch zum Nordkap. Eine Begeisterung für den Norden
und für Skandinavien ist also klar vorhanden, auch mit der Weise, in der MSC die Reisen abwickelt, sind wir zufrieden. Wir haben die Reise nach
Island als ein tolles Erlebnis empfunden, mit einigen kleineren und einem dicken Schönheitsfehler. Dazu später mehr.

Das Schiff war bei dieser Reise sehr gut ausgebucht, es waren nach Auskunft einer Reisebegleiterin von MSC ca. 2.800 Gäste an Bord. Der
Altersdurchschnitt war nach unserem Empfinden sehr hoch. Klar, es war keine Ferienzeit, und der Preis für diese Reise ist ausgesprochen hoch
angesetzt. Im Mittelmeer gibt's halt mehr Konkurrenz.

Da wir den Urlaub entspannt angehen wollten, sind wir einen Tag früher nach Kiel angereist. Wir haben das Kombiangebot der Kiel-Touristik für
Übernachtung und Parken während der Reise auf dem Hotelparkplatz, mit kostenlosem Transfer zum und vom Schiff gebucht. Leider sind wir in
heftige Staus wegen des Feiertags am 03.6.2010 geraten, und haben um die 8,5 Stunden bis Kiel gebraucht, statt sechs Stunden normal. Na ja, man
hätte es wissen können. Das Angebot der Kiel-Touristik ist jedenfalls interessant, zumal das Mieten eines Parkplatzes für den gesamten Zeitpunkt
einer Reise alleine um die 100 Euro kosten kann.

Wir buchen prinzipiell bei jedem Hafen einen möglichst interessanten und ausgedehnten Ausflug an Bord, und haben es selten bereut. Der Preis für
die Ausflüge ist recht hoch, das ist aber ein Punkt, an dem wir bei einer Kreuzfahrt nicht sparen möchten. Bei dieser Reise waren die Ausflüge
heiß begehrt, bis auf Bergen waren die meisten Ausflüge aufgrund der recht geringen Kapazität vollständig ausgebucht. Und das war teilweise
schon am ersten Abend nach dem Ablegen der Fall.

Normalerweise gibt es in Kiel für Mitglieder des MSC-Clubs einen separaten Eingang. Bei dieser Reise gab es diesen Schalter nicht, mit der
Begründung, dass sehr viele Gäste Clubmitglieder seien, und sich diese somit alle auf diesen Schalter gestürzt hätten. Statt also wie den
letzten beiden Reisen sofort an Bord gehen zu können, hatten wir also fast zwei Stunden Wartezeit beim Check-In. Immerhin, wir haben die
Wartezeit genutzt, und bereits bei dieser Gelegenheit die Ausflüge gebucht - und konnten auf diese Weise alle Ausflüge mitmachen, die wir uns
ausgesucht haben.

Wir haben uns bei dieser Reise zum ersten Mal eine Kabine mit Außenbalkon gegönnt, und haben diesen trotz des recht kühlen und stürmischen
Reiseziels auch ausgiebig, teils in dicke Jacken gehüllt, benutzt. Unsere Außenkabine war geräumig, sauber und geschmackvoll eingerichtet. Die
Poesia gefällt uns bei der Inneneinrichtung insgesamt noch etwas besser als die Lirica, vor allem der Rezeptionsbereich und der Treppenaufgang
auf Deck 5, das in geschmackvollem Lila gehaltene Theater, und die Anfangs für leichtes Augenflimmern sorgende Zebrabar haben es uns angetan.

Vom Personal haben wir gleich mehrere Crewmitglieder von früheren Reisen wiedererkannt: vom Kapitän über die Kreuzfahrtdirektorin, den
deutschsprachigen Reiseleiter bis hin zum kellnernden Personal. Zwischen den Schiffen wird also öfters schon mal gewechselt.
Von außen ist die Poesia regelrecht gigantisch. Die Schönheit der Linien wirkt erst mit einigem Abstand, wenn man direkt davor steht, wirkt sie
für unsere Begriffe etwas monströs. An Bord kann man sich dagegen wirklich wohl fühlen. Zwischen Kiel und Bergen gab es gleich den ersten
Seetag, so dass an in Ruhe das Schiff erkunden und sich einleben konnte.


06.6.2010, Bergen
Der erste Hafen war Bergen, und dies war zugleich die einzige Etappe, die wir von einem früheren Besuch bereits kannten. Wir haben uns im
letzten Jahr für den Ausflug "Bergen von Land und vom Meer" entschieden, bei dem man nach einer kurzen Führung durch das alte Hanseviertel mit
dem Bus ein gutes Stück außerhalb fährt, und von dort mit einem Boot über den Lyse oder Lysov-Fjord bis Bergen zurückfährt. Wenn das Wetter
mitspielt, ist der Ausflug aufgrund der Schönheit des Fjords auf jeden Fall empfehlenswert (auch wenn wir uns über den angerosteten Zustand des
Boots mit einer wilden Ansammlung von Campingstühlen an Deck schon ein wenig gewundert haben).

Bei dem oben genannten Ausflug kommt Bergen selbst etwas zu kurz, wir haben daher in diesem Jahr die Panoramahrt mitgemacht. Diese besteht
allerdings ausschließlich aus einer Busfahrt, selbst das Hanseviertel bekommt man dabei nicht zu Gesicht, man sollte es vor der Rückkehr zum
Schiff auf jeden Fall zu Fuß erkunden. Fazit Panoramfahrt: Okay, schöne Stadt, aber jetzt nicht soo überwältigend.


07.6.2010, Färöer-Inseln, Thörshavn

Für die Gegend typisch erwartete uns leider Nebel. Bereits um fünf Uhr früh wurden wir von im Beinahe-Minutentakt wiederholten Signal-Nebelhorn
der Poesia geweckt und wach gehalten. Tja, allemal besser als eine Kollision...
Die Färöer-Inseln selbst sind eine sehr raue und unwirtliche Gegend, mit überraschend hohen Bergen, und einer sehr schönen und wilden Natur. Der
Reiseleiter sprach gut deutsch, und hat mit sichlichem Nationalstolz vieles von seiner Heimat vermittelt. Wir haben einen etwa 4-stündigen
Ausflug gemacht, welcher sich auch gelohnt hat.

09.6.2010 - endlich Island, Akurery an der Nordküste
Wir haben den Ausflug Die Landschaften und Schönheiten des Nordens für stolze (ich glaube) 115 € gebucht, ein 8-stündiger Ganztagsausflug. Das
Wetter war frisch bei ca. 13 Grad, der Himmel blau, und Island ist genauso schön, wie wir es uns vorgestellt hatten. Die vulkanische Natur kommt
permanent zur Geltung, alles wirkt ein wenig zufällig, je nachdem wo und wie die Vulkane sich ausgetobt haben. Eine grandiose Natur, mit immer
wieder wechselndem Flair und Optik. Bei den folgenden Highlights gab es Haltepunkte:

-Mückensee, tolle Landschaft und tiefblaues Wasser. Der See hat seinen Namen leider völlig zu Recht, man hat permanent mit Wolken von zum Glück
nicht stechenden Mücken zu kämpfen, und traut sich kaum zu sprechen, um nicht versehentlich ein Dutzend oder so davon zu verschlucken. Trotzdem,
schön war's.
-Rauchende Töpfe, ein Gebiet mit qualmendem und rauchendem Erdboden, auf dem aus kleinen Erderhebungen ständig Wolken aus stark nach Schwefel
riechendem Dampf ausgestoßen werden. Der Erdboden ist warem, man spürt es selbst durch die Schuhe. Von den gesteckten Wegen sollte man
keinesfalls abweichen. Eine tolle Gegend, von hohen Schewefelbergen umgeben. Island wie aus dem Bilderbuch.
-Dimmu Borgir/die schwarzen Berge, ein Gebiet aus teils riesigen schwarzen Vulkanfelsen
-Der Wasserfall der Götter, mit 12 Metern nicht sehr hoch, aber mit ordentlich Gespritze und Getöse.

Fazit des Ausflugs: sehr gut, genau das wollten wir auf Island sehen. Allerdings: in der Reisebeschreibung war von einem Geysir die Rede, den es
in dieser Gegend gar nicht gibt. Nicht wenige Mitreisende haben sich darüber geärgert, das sollte MSC unbeding korrigieren.

10.6.2010, Isafjördur
Und nur einen Tag später mussten wir den größten Reinfall und die größte Enttäuschung aller Ausflüge erleben, die wir je bei MSC gemacht haben.
Wir haben den Ausflug "Besuch der Insel Vigur" gebucht, der sich in der Beschreibung nicht schlecht anhörte. Eine halbstündige Bootsfahrt zu
einer Insel mit brütenden Seevögeln, Eiderenten, Möven und Papageientauchern, danach zwei Stunden Aufenthalt auf der Insel. Wir hatten uns eine
Fahrt zu einer Vogelinsel vorgestellt, eine Steilwand mit brütenden Tieren und wilder Natur, wie sie ja für Island keineswegs untypisch ist. Wie
schon geschildert, aufgrund des Andrangs auf sämtliche Ausflüge haben wir den Ausflug in Kiel im Hafen gebucht, nach eher dürftigen
Informationen.

Die Realität sah wie folgt aus:
Der Hafen von Isafjördur ist sehr klein, die große Poesia konnte nicht direkt anlegen, so dass die Passagiere zeitaufwendig per Tenderboot an
Land gebracht werden mussten. Wir haben eine geschlagene Stunde im Theater gesessen, bevor der Transfer losgehen konnte. Pünktlich als wir aus
dem Tenderboot ausstiegen, fing es in Strömen an zu regnen. Und zwar ziemlich genau so lange, bis wir wieder am Hafen angekommen sind.

In Isafjördur selbst gibt es rein gar nichts zu sehen. Wir sind dann auch direkt am Hafen in ein kleines Boot gestiegen, und haben eine völlig
unspektakuläre Bootsfahrt zur Insel Vigur hinter uns gebracht. Das Wetter war mies, es hätte aber auch sonst nicht viel zu sehen gegeben. Die
Insel selbst ist völlig flach und mit Gras bewachsen. Auf der Insel lebt eine Bauernfamilie, die von den ca. 3.400 brütenden Tieren auf der
Insel regelmäßig die begehrten Daunen den Nestern entnimmt.
Auf der Insel gibt es zu sehen: Brütende Enten (wie spektakulär!), von denen sich nicht wenige von den Horden von Touristen beim Brutgeschäft
empfindlich gestört sahen, reichlich umherschwirrende Möven, zu deren Abwehr jedem Besucher ein Holzstöckchen samt blauem Fähnchen in die Hand
gedrückt wurde, ein paar Seevögel mit roten Füßen (oh yeah!), und ausdrücklich kein einziger Papageientaucher. Auf die Frage nach eben dieser
Spezies erhielten wir von der nur englischsprachigen Reisebegleiterin den etwas schippischen Vermerk, sie würde gerne jedesmal welche bestellen,
wenn Touristen auf die Insel kämen. Leider lies sich das nicht einrichten. Ach so.

Immerhin für Belustigung sorgte die italienische Begleiterin vom Scbiff, welche die englischen Erklärungen der einheimischen Reisebegleiterin
ins Deutsche zu übersetzen versuchte. Selten so gelacht... Die männlichen Tiere der Eiderente sind schwarz-weiß gefärbt. Unsere Italienierin
hielt die umherschwirrenden Möven für eben diese männlichen Enten. Sie war auch der festen Überzeugung, der Bauer würde den Tieren die Eier
räubern, und nicht nur die Daunen. Immerhin, das hatte schon Unterhaltungswert.

Der Weg führte insegesamt maximal 500 Meter über die Insel, mit mühsamen Erklärungen ca. alle 100 Meter. Zum Abschluß gab es noch Kaffee und
Kuchen, bevor es zurück zum Boot und damit zum Hafen von Isafjärdur ging. Dauer des gesamten Ausflugs: drei Stunden. Reisepreis: ZWEIUNDACHTZIG
Euro pro Nase. Für was bitte, MSC?

Am Allermeisten ärgerte mich die Verschwendung der kostbaren Zeit auf Island. Die anderen Ausflüge in Isafjördur waren alle nicht spektakulär
oder reizvoll. Warum geht das Schiff dann überhaupt in diesem Hafen vor Anker? In der Gegend von Hafnafjördur/Reijkjavik gab es so vieles, was
sich anzuschauen gelohnt hätte. Zwei Tage in diesem Hafen wären sehr viel mehr wert gewesen, als diese Zeit- und Geldverschwendung. Grrr....


11.6.2010, Hafnajördur/Island
Nur einen Tag nach dem oben geschilderten Reinfall folgte das absolute Highlight der Reise: Der Ausflug "Der goldene Zirkel", Dauer 8,5 Stunden,
Reisepreis 129 Euro. Dieser Ausflug lieferte eine Unmenge von Fotomotiven, spektakuläre Landschaften, den "Goldenen Wasserfall", der in zwei
Stufen insgesamt 33 Meter Fallhöhe hat, und desen Gischt schon in der Luft liegt, wenn man in ca. 300 Meter Entfernung aus dem Bus steigt. Im
Laufe des Ausfjlugs bekamen wir nun endlich einen Geysir zu sehen. Dazu immer wieder spektakuläre Berge, abwechselnd an Nordamerika oder an den
Mond erinnernd, malerische Seenlandschaften und Gletscher, und immer wieder Zeugnisse der vulkanischen Ursprungsgeschichte der Insel. Zum
Abschluß noch ein schöner Blick über Rejkjavik vom Aussichtspunkt "Perle" aus, bevor es glücklich und voller Impressionen zurück an Bord ging.

Wir haben gerade dank dieses Ausflugs das Gefühl, viel von Island gesehen zu haben. Was uns verwehrt blieb: Papageientaucher aus der Nähe, und
wieder leider kein einziger Wal (andere Reisende hatten da mehr Glück). Tschüß Island, wir haben uns ähnlich verliebt wie in Norwegen.


13.6.2010, Lerwick/Shetland Inseln

Totales Kontrastprogramm: Wir laufen in einen kleinen Hafen ein, und bewundern sofort das britsch/schottische Flair einer malerischen
Kleinstadt. Wetter zunächst sonnig, später etwas regnerisch. Ausflug: Jarlshof und Südküste, Dauer ca. 3,5 Stunden.
Die Shetlands sind eher hügelig, und die Berge sind nicht so steil wie auf den Färöer Inseln. Von Lerwick aus sind wir mit dem Bus Richtung
Süden, an sehr schönen Küstenlandschaften vorbei, immer wieder gesäumt von zahllosen Schafen und winzig anmutenden Shetland Ponys. Das Ziel der
Reise war der Jarlshof, die Überreste einer antiken Wohnsiedlung. Im Mittelpunkt stehen die Reste eines schottischen Wohnturms (Broch), gesäumt
von zahllosen Mauerresten. Wer sich etwas für Geschichte interessiert, findet hier ein lohnendes Ziel.
Wir nahmen mit Wehmut Abschied, die Segel wurden bildlich gesetzt zurück in Richtung Kiel.


Dieser Reisebericht ist etwas ausgeufert, er erscheint voraussichtlich demnächst auch als Taschenbuch :-)
Ein paar Dinge zum Leben an Bord möchte ich dennoch noch ansprechen.

-Das Theater
Ein wunderschönes Ambiente, leider selten sehr voll. Und dafür gab es Gründe. Bei unseren Reisen mit der MSC Lirica war der abendliche
Theaterbesuch eine gerne wahr genommene "Pflicht". Die Shows waren allesamt hochwertig und interessant. Auf der Poesia war das Theater größer
und schöner, und es waren mehr Reisende an Bord. Es gab insgesamt über 20 Artisten, Tänzer und dazu die italienische Sängerin Mimma Barra (etwas
korpulent und SEHR stimmgewaltig) sowie einen italienischen Tenor (Giuseppe Caccapaglio oder so, sehr schmächtig und für meine Begriffe etwas
weniger stimmgewaltig).

Die Artisten waren alle hochklassig und Unterhaltsam, insbesondere der Tenor fing im Laufe der Reise an, zunehmend zu nerven. Zugegeben, das ist
jetzt sehr subjektiv. Von 11 Abenden im Laufe der Reise gab es an zwei Abenden ohne Begründung überhaupt keine Show. An zwei weiteren Abenden
gab es reine Klassikvortäge (Gähn...) mit eben dem Tenor und einem sehr klassischen osteuropäischen Trio. Dazu gab es am letzten Abend der Reise noch eine
"Best of"-Show, bleiben also unterm Srich nur sechs neue und teilweise sehr aufwendige und gute Shows im Theater. Auch bei diesen wurden die
Sänger immer wieder eingebaut. Am Anfang noch gebührend beeindruckt, fühlte ich mich zunehmend genervt vom immer gleichen todernsten Von-der-
Seite-Auf-Die-Bühne-Schreiten mit den Händen in den Hüften.

Die Verabschiedung des Animations-Teams haben wir nun schon zum vierten Mal miterlebt, immer mit dem gleichen Aufbau und immer zu den gleichen
Klängen von Michael Jackson. Das ist also schiffsübergreifend immer das Gleiche, und kann nicht mehr wirklich beeindrucken.

-Die Animation
sehr international, teilweise sehr jung. Hatten es nicht immer leicht mit dem etwas älteren Publikum, die Animation bei MSC ist aber insgesamt
okay, weder zu aufdringlich noch zu wenig.

-Das Essen
in den Restaurants sehr gut, deutlich besser als auf der Lirica. Dazu total nette Tischgenossen beim Abendessen, richtig schön. Im SB-Restaurant
durchwachsene Qualität, lautstark und oft zu voll. Dazu war ich zum ersten Mal in meinem Leben im Sushi-Spezialitäten-Restaurant, und kann mich
daher zu den wohl wenigen Gästen zählen, die dieses Restaurant im Laufe der Reise ausprobiert haben - es war eigentlich immer völlig leer.

-Der MSC-Club
Die Experimentierfreude im Sushi-Restaurant ist vor Allem dem Umstand zu verdanken, dass es als Club-Mitglied einmal pro Reise ein kostenloses
Dinner im Spezialitäten-Restaurant gibt. Man muss das allerdings schon vorher wissen, während der Reise wird man auf keine der Leistungen des
Clubs mehr hingewiesen.
Beim Buchen der Reise haben wir dank Silber-Club-Card immerhin 8% des Reisepreises gespart, bei den Ausflügen nochmals 5%, welche allerdings auf
unserer Schlußrechnung fehlten, und die wir am Tage der Ausschiffung extra reklamieren mussten. Der Club ist schon eine sinnvolle Sache, aber
warum muss ich mich als Mitglied um alle Vorteile sowie um die Anrechnung der Punkte für Reisetage und Umsatz an Bord selbst kümmern? Könnte
besser organisiert sein.

-Bilder von unserer Reise
Die schönsten Urlaubs-Impressionen haben wir zusammengefasst, und zum kostenlosen Download bereitgestellt unter dem Link:

http://rapidshare.com/files/399810862/N ... d_2010.rar

Wer sich das gerne anschauen möchte, ist herzlich dazu eingeladen (ca. 180 MB).

So, die Reise dürfte damit erschöpfend behandelt sein. Über Rückmeldungen freuen wir uns, und Fragen können wir gerne beantworten.

Viele Grüße
Manni
Connyonboard
5th Officer
5th Officer
Beiträge: 81
Registriert: 30.05.2008 21:16

Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von Connyonboard »

Hallo Manni,

ich bin dir sehr dankbar, dass du diese tolle Kreuzfahrt bereits in Worte gefasst hast.
Ich kann dir nur zustimmen...die Route, das Schiff einfach Klasse. Es gibt eben bei jeder Kreuzfahrt Ecken und Kanten (gibts bestimmt auch bei anderen Reedereien). In dem Punkt der Organisation der Landausflüge gebe ich dir Recht..sehr teuer und die Ausschiffung schlecht organisiert. Ich fand es auch nicht toll in Lerwick mit einem Kind erst mit Tenderboot-Ticket 16 an Land gehen zu dürfen (das war Mittag-Mittagsschlaf!-es gibt auch Kinder, die das noch machen müssen) und auch in Hafnafjordur haben wir eine Stunde zwischen den Theater und dem Ausgang "getreten", um endlich durch die eine geöffnete Lucke herausgedrückt zu werden. Das könnte MSC echt anders planen. 2.600 Passagiere müssen nicht durch einen Ausgang. In anderen Häfen haben sie gezeigt, dass die Ausschiffung auch anders laufen kann.
Den Kleinkrieg um die Ausflüge haben wir auch mitbekommen. Viele Passagiere hatten nicht ihren gewünschten Ausflug bekommen und wurden regelrecht von der Ausflugsbüro-Chefin angegangen. Alternativen wurden dann keine mehr angeboten, weil keine Reiseleiter in Island mehr vorhanden waren. Vielleicht ist das Schiff für die Häfen einfach zu groß?! In Isafjordur hatten wir den Eindruck, die Einwohner wurden von dem Einlaufen der MSC Poesia geschockt und verschanzten sich in ihren Häusern. Die "Stadt" war voll, aber nur mit Passagieren der MSC Poesia.

Die Vorteile des MSC-Club werden nur von Landseite heftig beworben. Auf den Schiffen sehen sie die Karten nicht so gern. Schon bei der Organisation der Wiederholer-Gala sieht man die Freude des Personals!

Auf Kinder und behinderte Mitreisende wurde leider während der Island-Reise weder seitens der Staff noch von den älteren Passagieren Rücksicht genommen. Wir haben unsere Tochter lieber auf den Arm genommen, damit sie bei der Ausschiffung und Gala-Abenden nicht ertreten wird. Es war ein einizges Schieben, Schubsen und Drängeln. Kann ich immer nicht verstehen. Ist doch Platz für alle da, oder?

Der Lärmpegel im Restaurant war im Gegensatz zu anderen Schiffen enorm. Auch der Maitre ´de Hotel machte sich in den ersten Tagen sehr beliebt. Bei ihm stand eine große Schlange Passagiere, die mit ihrem Tisch / Essensitzung nicht einverstanden waren. Ist uns so extrem nie aufgefallen. Da unser Tisch in der Nähe des Maitre stand, war natürlich der Lärmpegel noch etwas schöner!!

Ansonsten ist die Reise sehr zu empfehlen, aber vielleicht mit einem kleineren Schiff, um allen Leuten auch die Ausflüge ermöglichen zu können.

Das Showprogramm ist eigentlich auf Wochen-Kreuzfahrten ausgelegt. Darum wurden die "Sängermeister" so oft eingesetzt.

LG :wave:
Conny
Albatros
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von Albatros »

Connyonboard hat geschrieben:.... In dem Punkt der Organisation der Landausflüge gebe ich dir Recht..sehr teuer und die Ausschiffung schlecht organisiert. Ich fand es auch nicht toll in Lerwick mit einem Kind erst mit Tenderboot-Ticket 16 an Land gehen zu dürfen (das war Mittag-Mittagsschlaf!-es gibt auch Kinder, die das noch machen müssen) und auch in Hafnafjordur haben wir eine Stunde zwischen den Theater und dem Ausgang "getreten", um endlich durch die eine geöffnete Lucke herausgedrückt zu werden. Das könnte MSC echt anders planen. 2.600 Passagiere müssen nicht durch einen Ausgang. In anderen Häfen haben sie gezeigt, dass die Ausschiffung auch anders laufen kann.
Den Kleinkrieg um die Ausflüge haben wir auch mitbekommen. Viele Passagiere hatten nicht ihren gewünschten Ausflug bekommen und wurden regelrecht von der Ausflugsbüro-Chefin angegangen. Alternativen wurden dann keine mehr angeboten, weil keine Reiseleiter in Island mehr vorhanden waren. Vielleicht ist das Schiff für die Häfen einfach zu groß?! ......Die Vorteile des MSC-Club werden nur von Landseite heftig beworben. Auf den Schiffen sehen sie die Karten nicht so gern. Schon bei der Organisation der Wiederholer-Gala sieht man die Freude des Personals!

Auf Kinder und behinderte Mitreisende wurde leider während der Island-Reise weder seitens der Staff noch von den älteren Passagieren Rücksicht genommen. ...... Es war ein einizges Schieben, Schubsen und Drängeln. Kann ich immer nicht verstehen. Ist doch Platz für alle da, oder? Conny

Da hat sich also in den letzten drei Jahren nicht viel geändert. Kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor. Alles schon einmal erlebt, nur auf einem anderen MSC-Schiff.
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von CrownPrince »

Hallo Manni,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Reisebericht und herzlich willkommen im Forum.

Eine Anmerkung hätte ich: Ich habe auf der Kurzreise zuvor die MSC Poesia als außergewöhnlich schönes Schiff empfunden. Allerdings finde ich sie für eine panoramaintensive Kreuzfahrt in einem "Schlechtwettergebiet" wie Norwegen und Island eher suboptimal. Es fehlt an einem großen, überdachbaren Pool und an einer gemütlichen, vorn gelegenen Aussichtslounge. Die achtern gelegene Disco mit der tollen raumhohen Verglasung tröstet nicht; sie ist nachts klasse, aber tagsüber mit ihrer betont coolen Einrichtung eher ungemütlich.

Viele Grüße
Andreas
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von MathiasK »

Hallo,

also wir waren ja auch erst vor wenigen Tagen in Isafjördur und ich war auch auf der Insel Vigur. Ich weiß ja nicht wie viele Menschen MSC auf die Insel schickt, bei uns waren es um die 30 Gäste und wir haben hunderte Papageientaucher, Eiderenten und die netten Seevögel sehen können. Ich habe mich gegen die Vogelangriffe jedoch mit meinem Stativ geschützt, da ich keine Hand frei hatte für diesen Holzstock ...

Alles in Allem ein schöner Ausflug für Naturinteressierte. Im Ort selbst muss man wirklich nicht gewesen sein, da gibt es nur für den Fotofreund reichlich Motive, die man jedoch suchen muss ...

MfG aus Spitzbergen
Mathias K.
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von Gerd Ramm »

Hallo Mathias
Albatros und Amadea dampfen gerade nach Spitzbergen, halt die Augen offen.
In Hamburg haben wir es heute etwas kühler,24 Grad :wave:
mannilang
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von mannilang »

Hallo Mathias,

tja, die Geschmäcker sind verschieden. Wir sind wirklich nicht darauf aus, Kritikpunkte suchen zu wollen - Du wirst gesehen haben, wie viel Positives im Reisebericht steht.

Die Insel Vigur war langweilig, und der Ausflug völlig überteuert. Es waren zwei Boote auf der Insel, ich schätze zwischen 80-100 Leuten.

Gruß
Manni
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Re: Reisebericht MSC Poesia Island Juni 2010

Beitrag von mannilang »

CrownPrince hat geschrieben:Hallo Manni,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Reisebericht und herzlich willkommen im Forum.

Eine Anmerkung hätte ich: Ich habe auf der Kurzreise zuvor die MSC Poesia als außergewöhnlich schönes Schiff empfunden. Allerdings finde ich sie für eine panoramaintensive Kreuzfahrt in einem "Schlechtwettergebiet" wie Norwegen und Island eher suboptimal. Es fehlt an einem großen, überdachbaren Pool und an einer gemütlichen, vorn gelegenen Aussichtslounge. Die achtern gelegene Disco mit der tollen raumhohen Verglasung tröstet nicht; sie ist nachts klasse, aber tagsüber mit ihrer betont coolen Einrichtung eher ungemütlich.

Viele Grüße
Andreas
Hallo Andreas, danke für die Willkommens-Grüße. Die Poesia haben wir in der Tat als sehr schön, aber auch als sehr zugig und ungeschützt empfunden. Die Pool-Landschaft war nur vereinzelt und in den Häfen zu benutzen. Aber damit muss man bei dieser Reiseroute halt auch rechnen.

Gruß
Manni
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