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Reisebericht MSC Seaview Yachtclub 07.10-14.10.18

Alle internationalen Veranstalter von Hochseekreuzfahrten, die nicht zu den "Großen Drei" gehören

Moderator: pinneberger

Reisebericht MSC Seaview Yachtclub 07.10-14.10.18

Beitragvon pressehaus2499 am 23.10.2018 19:53

Ich geh gerne alleine auf Kreuzfahrt weil ich da richtig abschalten und wunderbar genießen kann. Seit dem YC auf der Splendida und der Fantasia, buche ich nur noch YC. Im Massentourismus ist das einfach meine kleine Oase der Ruhe. Es ist schön wenn ich mich im Urlaub um nichts kümmern muss. Dazu später mehr. Da die Kurzreise mit der Poesia keine Sternstunde war, freute ich mich umso mehr auf das neue Schiff.

Route:

Ich bin mit dem MSC-Bus angereist und waren im Flughafenhotel Genua. War ein schönes Hotel mit sehr gutem Essen. Hatte schon schlimmeres.

Genua - Neapel - Messina- Malta- Seetag - Barcelona - Marseile - Genua

Schiff allgemein:

MSC-Schiffe gefallen mir vom Interieur immer sehr gut. Der neueste Schiffstyp von MSC im Miami Design gefällt auch von außen. Bei der Seaview wurde jeder Bereich völlig neu und individuell gestaltet, wirkte alles sehr amerikanisch. Wir sprechen hier von 2067 Kabinen, rund 5300 Passagieren und ca. 1400 Besatzungsmitgliedern. Es gibt zwei Haupt- bzw. Buffet-Restaurants. Dazu 12 Bars und Lounges. Das Steakhaus und das Fischrestaurant gibt es als Zuzahlung, ebenso Fusionküche, Teppanyaki und das französisches Bistro. Das Atrium lässt einen über 4 Decks staunen. Das Schiff bietet so viele Möglichkeiten draußen zu sitzen um zu relaxen. Allerdings waren abends tatsächlich alle Bars und das Casino völlig überlaufen. In der Karibik verteilt sich das sicher auch mehr auf die Außenbereiche. Gedränge herrscht immer wenn die Shows zu ende sind. Die üblichen Verdächtigen Shops und Boutiquen sind natürlich auch vorhanden. Es war überall sauber, Abnutzungserscheinungen konnte ich nicht feststellen. Die Aureagäste haben nun auch einen eigenen Bereich mit Bar.

Der Yacht Club:

Der YC wurde nun vergrößert und die Lounge und das Restaurant sind nun vereint. Der Bereich wirkt nun viel freundlicher aber auch etwas lauter, da die Lounge nach oben zum Restaurant offen ist. Das Olivegrün gefällt mir jetzt nicht unbedingt, das Rot auf der Seaside strahlt viel mehr Luxus aus. Das Pooldeck hat jetzt einen vorderen und einen hinteren Bereich. Vorne ist der Pool und die Bar sowie Sitzgelegenheiten, hinten weitere Liegen und zwei Blubberpools. In die Lounge allerdings passen bei weitem nicht alle Gäste, was man beim Kapitänsempfang sehen konnte. Die Lounge der Fantasia-Klasse finde ich optisch größer. Der Service im YC war herausragend. Überaus freundlich und kompetent. Man hatte niemals das Gefühl das zu wenige Butler anwesend waren. Auf dieser Reise waren viele Spanier und Franzosen an Bord. Diese Gäste waren als Großfamilie angereist und hatten kleine Kinder dabei. Dadurch verkam der YC teilweise zum Plantschbecken bzw. Rummelplatz. Kinder sollten im YC nach meiner Ansicht nichts verloren haben oder zumindest erst ab 10 Jahren betreten werden. Es waren aber auch Gäste mit Kindern vorhanden, welche ihre Sprösslinge augenscheinlich gut erzogen hatten. Der Priority Fahrstuhl funktioniert nun nur durch hinhalten seines Armbandes oder Karte. Es muss kein Knopf mehr gedrückt werden!

Die Speisen:

Die Auswahl, Qualität und natürlich der Geschmack im YC-Restaurant war von höchster Güte. Egal ob Muscheln, Escargot de Bourgogne, eine vorzügliche Bouillabaisse, richtig tolle Risottos oder Mille Feuille als Dessert. Die Küche war inspirierend und vorzüglich. Mein Kellner und der Sommelier machten einen lockeren Job. Jeder Mitarbeiter wirkte ausgeglichen und hatten auch mal Zeit für ein Schwätzchen. Der Restaurantchef hatte seine Crew super im Griff. Ich konnte es mir nicht vorstellen, das von YC zu YC noch Steigerungen nach oben gibt. Die Weinauswahl an kostenlosen Weinen war völlig in Ordnung. Ich kann den Dr. Loosen Riesling empfehlen. Ein sehr gehaltvoller Tropfen. Von der Lounge her wurde immer passende Livemusik zum Essen gespielt, was dem gehobenen Rahmen sehr zuträglich war. Auch das normale Buffet wurde von mir getestet, es schmeckte zwar, aber der Unterschied war am Gaumen zu spüren. Ich möchte der gesamten Yacht Club Crew für diese außergewöhnliche Woche danken. Dies wurde entsprechend honoriert. Im Butchers Cut gönnte ich mir kleine Kobe Burger. Das Fleisch war extra geil im Geschmack. Mit 14 Euro auch nicht teuer. Sonstige Restaurants wurden nicht probiert.

Die Kabine:

Die Innenkabine 18031 kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Sie befindet sich auf Deck 18 und hatte alle Annehmlichkeiten welche im Luxusbereich vorhanden sein sollten. Das Telefon war per Touchpad zu bedienen, die Minibar war gut bestückt. Die Bettwäsche wurde täglich gewechselt nur die Klimaanlage war mir zu zugig. Man kann aber wunderbar Handtücher reinstopfen. Die Klima bläst jetzt über den Schrank her, so hat man nicht mehr den direkten Zug von der Decke. Der Kabinenservice (Butler) war immer fix ( außer in Barcelona - weil dort extrem viele Spanier an Bord kamen ) Das Bad allerdings war definitiv zu klein. Vor allem die Dusche. Ich messe nur 155cm, hatte aber gerade so Platz mich zu bewegen. Ansonsten hätte ich mir das Bad ein wenig größer gewünscht. Der Fön wie immer in der Schublade, der Schrank könnte für zwei - vor allem für eine Frau - etwas eng sein. Im YC ist eine Innenkabine absolut ausreichend, zumal es tatsächlich nicht vollständig dunkel war. Geschlafen habe ich ohne Kompromisse.

Service:

Ich habe nur freundliche Mitarbeiter gesehen, auch im normalen Bereich. Allerdings fragte ich zwei Bedienungen ob sie etwas von der Servicecharge abbekommen würden, was sie verneinten. Im YC diverse Mitarbeiter darauf angesprochen bejahten diese die Thematik. Ich habe die Servicecharge um 50 % gekürzt, da ich der Meinung bin, das sich so die Reederei ihre neuen Schiffe finanziert. Der Concierge sprach auch deutsch, Wünsche wurden nach Möglichkeit auch erfüllt. Weiter wurde von mir nichts genutzt. Auch die Massageabteilung dieses mal nicht, weil mich die Preise abschreckten.

Sport:

Das Theater ist relativ klein geraten, weswegen es jeden Abend dreimal die gleiche Show gibt, welche reserviert werden sollte. Einen festen Platz kann man jedoch nicht buchen. Mann kann sich das wie bei der Bahn vorstellen, mann kann nur die Verbindung buchen, jedoch hat man keinen Anspruch auf einen Sitzplatz. Die Reservierung verfällt fünf Minuten vor der Show und dann werden die Plätze von allen anderen gestürmt. Die Shows waren gut bis sehr gut, bloß die Tina Turner Show war grottig vorgetragen. Da bieten die US-Reedereien mit großen Shows einfach mehr. Das Spa ist tatsächlich gegenüber der Fantasia Klasse gewachsen, wurde jedoch völlig ruiniert. Die Duschen und ca. zwanzig Liegen befinden sich alle im selben Raum wie die Saunen, von denen es vier gibt. Zwei gleiche Dampfsaunen und das selbe nochmal als Finische Sauna. Allerdings ohne Möglichkeit einen Aufguss vorzunehmen. Man hörte immer wenn jemand kam oder ging, die Handtücher musste man aus der Umkleide mitnehmen. Es gab zwar einen Ruheraum mit sechs weiteren Liegen, in diesem flackerten jedoch sämtliche Birnen, was nach einem Hinweis nicht abgestellt wurde. Am Seetag war das Spa auch absolut überfüllt. Ein Spa ist zum relaxen und erholen da, was auf MSC-Schiffen leider völlig in die Hose geht. Da kann auch der Außenbereich nichts mehr retten. Ein 5 Sterne Spa ist für mich das auf der AIDA Prima. Dort habe ich immer viel Zeit verbracht. Der Wasserbereich für Kinder ist super und riesig. Da müssen sämtliche Kinderaugen leuchten. Ansonsten wird es einem nicht langweilig, die Zipline habe ich leider nicht genutzt.

Ausflüge:

Nicht gemacht, wenn da teilweise 4 Schiffe wie in Barcelona im Hafen liegen, macht das einfach keinen Spaß.

Fazit:

Die beste Yacht Club Erfahrung und die schönste Reise. Danke MSC, danke an die Crew für diese super Leistung.
pressehaus2499
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Re: Reisebericht MSC Seaview Yachtclub 07.10-14.10.18

Beitragvon jolabr am 24.10.2018 08:01

Danke für den ausführlichen Bericht!

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