Sonnendeck Seereisen

Eindrücke von der AIDAnova

Kreuzfahrten auf Hochseeschiffen deutscher Veranstalter (inklusive AIDA Cruises & TUI Cruises)

Moderator: Prinzesschen

Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon henry am 03.03.2019 10:26

Danke, Jörg, für Deine Infos. Findest Du die "Menschenmenge" und den zur Verfügung stehenden Platz (an Seetagen) für vergleichbar anderen AIDA-Schiffen, oder gibt es "gefühlt" weniger Platz.
Kannst Du etwas zu den nicht zuzahlungspflichtigen Restaurants sagen, insbes Essensauswahl und -qualität, auch Frequentierung, und vllt auch zum Kabinenservice (wann?). Ich danke Dir im voraus.
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon MMsCruisespot am 03.03.2019 11:42

Aloha! Ich habe hier meine Eindrücke von AIDAnova festgehalten:
AIDAnova ist ein richtig fotogenes Kreuzfahrtschiff – außen wie innen. Bilder und meine Erfahrungen zum doch eher begrenzten Platzangebot an Bord hier:
http://www.cheesecakecruises.com/2019/0 ... reuzfahrt/

Bild

Schöne Grüße aus Honolulu (Heute endete meine Kreuzfahrt mit der Pride of America)
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Joerg am 04.03.2019 13:02

henry hat geschrieben:Danke, Jörg, für Deine Infos. Findest Du die "Menschenmenge" und den zur Verfügung stehenden Platz (an Seetagen) für vergleichbar anderen AIDA-Schiffen, oder gibt es "gefühlt" weniger Platz.
Kannst Du etwas zu den nicht zuzahlungspflichtigen Restaurants sagen, insbes Essensauswahl und -qualität, auch Frequentierung, und vllt auch zum Kabinenservice (wann?). Ich danke Dir im voraus.


Hallo Henry,

meine Erfahrungen mit anderen AIDA-Schiffen beschränken sich auf 2 Kurzreisen mit AIDAbella und AIDAcara, die auch schon einige Jahre zurückliegen. Ich würde aber aus meiner Erfahrung heraus sagen das mit zunehmender Schiffsgröße die größe der öffentlichen Bereiche, insbesondere die der Außenbereiche nicht unbedingt im gleichen Verhältnis zu Passagierzahl "mitwächst". So zumindest mein aktueller Eindruck von der "Nova". Das ist aber eher subjektiv und grundsätzlich nicht einfach zu beurteilen...

An der Qualität der Speisen und Getränke auf der AIDAnova habe ich nichts auszusetzen. Das war durchweg gut, sowohl in den Buffetrestaurants als auch in den inkludierten Spezialitäten-Restaurants. Die inkludierten Spezialitäten-Restaurants sind relativ stark frequentiert, so dass man unbedingt einen Tisch reservieren sollte, es bilden sich teilweise Abends lange Warteschlangen. Einzig im "Brauhaus" war es auf meiner Reise möglich auch ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen. Man kann stets aus mehreren Gerichten/Variationen auswählen.

Zum Kabinenservice kann ich nichts sagen, da diesen nicht genutzt habe, eigentlich nie nutze, und mich deshalb auch nicht näher damit beschäftige.

Viele Grüße

Jörg
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon henry am 04.03.2019 13:28

Danke, Jörg; das mit der Freifläche deckt sich mit meiner Erfahrung mit der Perla im Vergleich zu den Sphinx-Schiffen und kleineren (Aura, Cara).
Mit Kabinenservice meinte ich Roomservice, d h Reinigung, Handtuchwechsel etc
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Joerg am 04.03.2019 14:12

henry hat geschrieben:...Mit Kabinenservice meinte ich Roomservice, d h Reinigung, Handtuchwechsel etc


Okay, auch da hatte ich nichts dran auszusetzen. Wie bei AIDA üblich erfolgt auch auf der Nova nur 1 Service pro Tag. Bis spätestens 15.30 Uhr sind die Servicekräfte damit durch, meine Kabine war meist vor 12.00 Uhr fertig. Hierzu gibt es eine interessante Neuerung - man kann via Bord-W-Lan-Netz (Wenn es denn funktioniert) über das kostenlos zu nutzende Bordportal mit seinem Smartphone/Tablet etc. nachsehen, ob die Kabine bereits gereinigt wurde.

Viele Grüße Jörg
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon CrownPrince am 04.03.2019 16:52

Hallo Allerseits,

auch ich bin nach einer Verlängerungsnacht im idyllischen Valsequillo auf Gran Canaria seit heute Nacht zurück. Hier ein paar Eindrücke:

Bedienrestaurants: Super! Absolut nichts auszusetzen. Auch wenn mir die räumlich großzügigere Gestaltung von Casa Nova und French Kiss auf der Aida Prima besser gefällt. Schön ist, das deren Regionalküchen recht authentisch und keineswegs "eingedeutscht" sind. Das Oceans ist ein echter Gewinn. Das Rodizio in der Churrasceria hat uns gut gefallen und war den Aufpreis wert (auch wenn die Fleischqualität im "Casa Brito" in Valsequillo noch mal ein paar Klassen darüber liegt). Tipp: Man sollte wirklich jeden Abend ein Bedienrestaurant reservieren, insbesondere am Wechseltag unter der Woche (in unserem Fall war das Yacht Club Buffet während des Abends in Teneriffa mit "Hölle" nur unzureichend beschrieben).

Buffetrestaurants: Eher ein Flop. Im Vergleich zu meinen bisherigen Aida-Reisen, bei denen ich mich durchaus auf das Buffet freute, eindeutig die schlechteste Erfahrung. Abgesehen von dem unerklärlichen und ärgerlichen Warmhalteproblem auf der Nova, war das insgesamt überwiegend uninspirierte "Bauch-Voll"-Gastronomie. Okay für ein leichtes Mittagessen, ein gepflegtes Abendessen stelle ich mir aber anders vor, auch wenn das eine oder andere leckere Gericht zu finden ist. Aber gut, vielleicht bin ich da geschmacklich ein Exot, viele deutsche Urlauber bezahlen ja bei "Robinson" für ein ähnliches kulinarisches "Erlebnis" noch wesentlich mehr Geld als bei Aida. Bei Öffnung der Buffets findet man gut Platz, auch gegen Ende (da ist wie oben angesprochen das Essen kalt), zwischendrin ist es ganz schön voll, aber das ist ja von Aida bekannt. Am ruhigsten ist Abends ist das "Fuego" mit seinem sehr einfachen, kindgerechten Angebot, aber schöner Aussicht. Sehr schade: Das "Weite Welt" von der Aida Prima wurde vom "Yacht Club" nur unzureichend ersetzt, denn die leckeren kulinarischen Themenabende dort, die auf den LED-Wänden so schön visuell unterstützt wurden, sind futsch! Auch das "East" hat im Vergleich zur Prima einen üblen Einschnitt erfahren, denn der dort beliebte Mongolische Grill wurde gestrichen. Das Marktrestaurant sieht immer noch so aus wie 2006 auf der damaligen Aida Blu. Viele Passagiere mögen das vielleicht im Sinne von Kontinuität, ich finde es einfach nur altmodisch. Das Bella Donna ist für mich nichts als eine geschmacklos eingerichtete Kantine zur Massenabfütterung und wurde dementsprechend nicht von mir besucht.

Was wurde hier noch angesprochen? Platzangebot für die Menge an Passagieren? Ich fand es den Umständen entsprechend okay. Es ist nun mal bei Aida spätestens seit der Melitta-Klasse relativ eng, so auch hier. Aber dank der Vielzahl an Bars kann man bei Ruhebedürfnis gut ausweichen. Mein Lieblingsplatz dafür war die Vinothek, die Rossini-Bar war mir zu ruhig. Sehr schön gelungen ist auch die beliebte Tokyo-Bar. Insgesamt verhält es sich mit dem Platzangebot "Indoor" ähnlich wie auf der vergleichbar großen und "dichten" MSC Meraviglia. Nur das diese auf ein Feature setzt, dass die enorme Größe des Schiffes selbstbewusst zeigt (die riesige Galeria mit der LED-Kuppel), während die Nova dank zahlreicher kleinerer Räume ihre Größe eher kaschieren will. Der scheinbar schizophrene deutsche Kreuzfahrer zahlt ja allzu gerne die niedrigen Preise eines Giga-Liners, sieht Größe jedoch grundsätzlich kritisch und erwartet die Gemütlichkeit und Ruhe eines Boutique-Schiffes.

Aber wer will bei so einem Angebot an Unterhaltung schon Ruhe? Der "Beach Club" war wie auch schon auf der Prima einfach spitze, sei es beim Gastkonzert von Nico Santos oder der Silent Party. Ballermann-Niveau?? Nein, wirklich nicht. Allein schon aufgrund der Musikauswahl war sichergestellt, dass diese eher kleine, rotgesichtige, stumpfsinnig schunkelnde Minderheiten-Truppe im Brauhaus, das praktischerweise am Ende einer Sackgasse liegt, sicher weggesperrt war. Ein ganz großes Lob auch für die "Rock Box", die Band dort rockt wirklich das Boot! So gesehen war die Woche mit ihren interessanten Landgängen viel zu kurz.

An Deck war das mit dem Platz freilich ein anderes Thema. Würden die Passagiere ihre Balkone nutzen (zumindest die der sonnenzugewandten Seite), gäbe es kein Problem. Tun sie aber nicht, sie frönen lieber der Deutschen liebstem Urlaubshobby, dem Liegenreservieren. Dieses hat hier geradezu groteske Ausmaße angenommen und es ist unglaublich, welche Tools (überdimensionierte bunte Wäscheklammern zum Halten der Handtücher und Spannbänder mit der Aufschrift "Platzhirsch" von Alltours) dafür zur Verfügung stehen bzw. kreative Anwendung finden. Abschreckend. Und das aller schlimmste: Aida tut rein gar nichts um diesem Unfug Einhalt zu gebieten. Mir ist noch nicht mal ein Hinweis im Tagesprogramm dazu aufgefallen.

Ein Rundgang von mir am ersten Seetag gegen 14:00 über das gesamte obere Sonnendeck (18 vorn, geht ab Schiffsmitte über in 17) ergab exakt die Zahl von 4 (!!!) unbelegten Liegen bzw. Stühlen. Dass freilich weit weniger als die Hälfte davon tatsächlich von Personen besetzt waren, dürfte niemand wundern. Die Liegenreserviererei ist für mich der größte Nachteil der Aida Nova. Aber es ist kein Problem der Hardware (hätte man mehr Sonnendecks, würde sich an dieser Unart auch nichts ändern, es würden nur noch mehr Liegen belegt werden), es ist ein verhaltensbedingtes Problem. Die (Pfand-) freie Ausgabe der Pool-Handtücher verschärft das zusätzlich.

Also bleibt einem nichts anderes übrig, als gegen den Strom zu schwimmen: Sonnenbaden an Landtagen oder am Spätnachmittag, wenn sich die meisten schon in Richtung der Restaurants aufmachen. Auch empfehlenswert um diese Zeit: der Besuch der ersten Vorstellung der abendlichen Show im Theatrium! Hier gab es überraschenderweise überhaupt kein Platzproblem, man konnte immer einfach Platz bekommen, und ich fand gegen Ende der Reise sogar Gefallen daran, dank des Theatrium-Konzepts so ungewöhnlich dicht bei den Künstlern zu sitzen. Also meine Empfehlung (wie eigentlich immer): Antizyklisches Verhalten, das ab ca. 17:00 ruhige Schiff genießen und für frühestens 20:00 die Restaurants reservieren, dann wird es ein schöner Urlaub.

Das Einrichtungsdesign der Nova ist toll. Schon die Prima ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den quietschbunten älteren Schiffen, aber die jüngste Einheit setzt hier wirklich nochmal eins drauf. Kritik an den mannshohen Verglasungen der offenen Decksflächen kann ich nicht nachvollziehen. Man muss berücksichtigen, dass die Hauptzielgruppe Familien mit (alkoholisierten) Jugendlichen und Kindern sind, denen man das Überklettern dieser Hindernisse so gut als möglich erschweren sollte, ohne die Aussichten für die älteren, ruhigeren Shiplover, für die zahlreiche "loungige" Ecken auf dem Lanai-Deck vorhanden sind, zu sehr zu behindern. Dazu wird man angenehm vor den Elementen geschützt. Gelungen.

Unerwartetes Extralob: Das Niveau der englischsprachigen (aber durchaus familientauglichen) Shows im Theatrium braucht sich hinter den Top-Produktionen der internationalen (= amerikanischen) Reedereien nicht zu verstecken! Kreativ und technisch aufwändig wie z.B. die "Yello"-Show, hervorragend inszeniert, Spitzensänger, -Tänzer und Artisten, allesamt mit Bühnen- teils sogar Broadway-Erfahrung. Gottseidank nimmt man sich offensichtlich internationale Standards zum Maßstab und bemüht sich (im Gegensatz zu TUI während meiner Reise 2015) nicht, in dieser Hinsicht irgendwie "Deutsch" zu sein. Unternimmt das Bordentertainment ausnahmsweise doch mal einen Ausflug in die tiefsten Niederungen deutscher Privatfernseh-Unterhaltungsunkultur ("Voice of the Ocean"), kann man ja stattdessen gepflegt in den zahlreichen Hot-Tubs abhängen.

Positiv auch unsere Innenkabine mit ruhigen, modernen Farbtönen, pragmatischer Größe, Einrichtung (etwas zu wenig Schrankraum und Schubladen) und Ausstattung, brauchbarer Schallisolierung und sehr guter Klimatisierung.

Technische Anlaufschwierigkeiten wie z.B. Abrechnungsprobleme, W-LAN, Bordnetzwerk, Nautische Informationen usw. will ich nicht überbewerten, die (wirklich tolle) Crew der Nova ist davon stärker betroffen als ich.

Also nochmal ganz kurz:

Pro: Speisenqualität der Bedienrestaurants, internationales Entertainment, musikalische Unterhaltung, abwechslungsreiche Barlandschaft, Umweltfreundlichkeit, Preis-Leistungsverhältnis (auch die An-Bord-Preise sind sehr zivil), lange Liegezeiten

Con: Buffetrestaurants, Exzessive und geförderte Liegenreserviererei, teilweise Engegefühl dank schmaler Durchgänge bei kleineren Räumen, chaotischer "Interporting"-Abend

Aida Nova jederzeit zum angemessenen Kurs gerne wieder - verbunden mit der Hoffnung, dass die empfindlichen SB-gastronomischen Kürzungen auf der Nova nicht auch auf Prima & Perla Einzug halten mögen (zu befürchten ist es...)

Herzliche Grüße, besonders in die Pfalz und nach Köln und Berlin,

Andreas
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Diddn am 05.03.2019 11:18

CrownPrince hat geschrieben:Herzliche Grüße, besonders in die Pfalz und nach Köln und Berlin,


Gruß zurück! :wave:

Und dann auch gleich meine - durchaus subjektiven Eindrücke vom Schiff, die naturgemäß eine Momentaufnahme unserer viertägigen Reise vom 23. - 27.02. darstellen, dafür aber in einigen Punkten deutlich von dem abweichen, was CrownPrince auf seiner (längeren) Reise an Eindrücken gewinnen konnte.

Aufgrund der kürzeren Reisedauer konnten wir beim besten Willen nicht alles ausprobieren, was das Schiff bietet. Wohltuend fiel uns auf, dass es, wie bereits von Andreas erwähnt, viele kleine Bereiche gibt, die einen die Größe des Schiffes vergessen lassen. Meist ist dies durchaus gelungen.

Da die Aida Nova konzeptionell eine Weiterentwicklung von Prima/Perla darstellt, drängt sich der Vergleich mit diesen Schiffen auf. Beide kennen wir aus den Vorjahren.

Die Einschiffung am Vormittag erfolgte nach kurzer Wartezeit. Der Check-in ist dabei in Etappen gestaffelt. Zählt man die Einweiserin am Beginn des (großzügig angelegten, aber kaum gefüllten) "Aufstellbereich" mit, sind es vier Stationen - inlusive dem, an dem die 10 Meter zuvor an Station 3 ausgehändigte Guthabenkarte ("Wohlfühlpaket") aktiviert werden musste. Da hier diese Karten und weitere Getränkepakete vom gleichen Personal auch verkauft wurden (was mit entsprechenden Verkaufsgesprächen verbunden ist), war dies fast die längste Warteperiode.

Kabine
Wir hatten eine "Verandakabine Komfort" gebucht, wobei sich uns ein Komfort (sieht man vom etwas größeren Balkon ab) während der Reise nicht erschloss. In der Hauptsache war die Kabine eines: laut. Sehr laut. Die Kabine lag auf Deck 17, eigentlich unterhalb eines Ruhebereiches mit Liegen, welche auf Kunstrasen stehen. Durch das fast vier Meter auskragende Dach darüber war jedoch bestens für eine permanente Geräuschkulisse gesorgt. Diese kamen meist vom acht Decks tiefer liegenden Minigolfparcours (wohl dem einzigen 8-Loch-Platz der Welt; für das 9. Loch war offensichtlich kein Platz), ferner vom daneben liegenden Fitness-Außenbereich. Auch das Schieben von Balkonmobiliar war stets ein treuer Begleiter. Frühaufsteher kamen auf ihre Kosten, denn kurz vor sechs Uhr wurden dann doch auf dem darüber liegenden Deck Liegestühle geschoben. Durch die Konstruktion des Daches setzte sich das Geräusch wohl auch über größere Entfernungen fort. Macht nichts; da Deck 8 bereits um 4:30 Uhr gekärchert wird, war man eh schon halb wach. An irgendeiner verborgener Stelle deutete ab dem ersten Ablegen ein knarzendes Geräusch darauf hin, dass beim Rohbau wohl entweder ein Abstand von Stahlträgern nicht eingehalten oder eine Schweißnaht vergessen wurde. Auch bei geschlossener Balkontür war dies deutlich zu hören. Schade eigentlich, denn trotz sehr ruhiger See war das Meer (genauer: die Bugwelle, die etwa in Höhe des vorderen Treppenhauses sichtbar wurde) gut zu hören, was wir als positiv empfanden. Dies war wohl auch unserem 'Vordach' geschuldet, wie leider auch die bläuliche Ausleuchtung der Kabine des Nachts, wenn man den Vorhang nicht gänzlich schloss. Der Grund: Die Fassade (Bordwand möchte ich es nicht nennen) wurde von unten nach oben mit diesem blauen Licht angestrahlt - und natürlich wird dies auch vom weiß gestrichenen Vordach reflektiert.

Die Verandakabine Komfort gibt es in zwei Varianten: mit "extraviel Platz" oder mit begehbarem Kleiderschrank. Die auf Prima/Perla anzutreffende Variante mit "zwei Bädern" wurde nicht verbaut, was kein Verlust sein dürfte. Unsere Kabine besaß den begehbaren Kleiderschrank - der hier seinen Namen tatsächlich verdient. War dies auf Prima/Perla ein enger, L-förmiger Schlauch mit Regal an einer Seite, ist hier nun der Gang zwischen den Regalen so breit, dass er sich auch als Ankleidezimmer eignen würde. Die Kabine wird dadurch etwas kleiner, was aber keinen Abbruch tut. Im Gegensatz zu Andreas' Wahrnehmung der Stauflächen er Innenkabinen ist hier ausreichend Platz für die maximale Belegung mit drei Personen. Was fehlt, wäre die eine oder andere Schublade. Im Grunde gibt es nur eine am Schreib-/Schminktisch; die zweite dort wird vom Föhn vereinnahmt. Beim Verreisen mit Freund(en) wäre etwas mehr Privatsphäre für die Wäsche ganz gut. Zwischen den beiden Schubladen ist der Spiegel aufklappbar integriert. Da dieser eher von den Damen genutzt wird, hier der kurze Kommentar meiner Freundin, die wahrgenommen hat, dass sich der Aufstellwinkel seit der Prima vergrößert hat: "Nun sehe ich statt des Bauches meinen Hals." Na, immerhin. Die Betten waren gut und die für die dritte Person gedachte Schlafcouch ist auch mehr als Bett denn als Couch gepolstert. Das Bad erschien bei erster Inaugenscheinnahme großzügig. Das änderte sich etwas, als es an das Duschen ging, denn die breite Tür zur Duschkabine benötigt Platz - und zwar fast den gesamten verfügbaren Platz. Dass die Haken für Duschtücher an deren Außenseite befestigt waren, machte die Sache nicht einfacher. Warum also nicht mal ausprobieren, die Tür nach innen zu öffnen? Die Größe der Duschkabine ließ dies zu, die Scharniere der Türe auch. Leider aber nicht der Dichtgummi am unteren Ende, der sich dabei (reparabel) verabschiedete und das Bad zum Schwimmbad machte.

Da für uns die Lage der Kabine eine entscheidende Rolle spielt haben wir nach drei Tagen gedacht, die genau sechs für uns infrage kommenden Kabinen identifiziert zu haben - um dann an Tag 4 beim Verlassen des Schiffes feststellen zu müssen, dass die Gangwaytür genau darüber liegt. Wir müssen also weitersuchen.

Wir hatten während der Reise Gelegenheit, uns auch eine der vormals "Lanai-Kabinen" genannten Kabinen mit "Wintergarten" anzuschauen. Hier auf der Nova zur Fünferbelegung (Doppelbett, Doppelschlafcouch und quer über dieser ein Pullmanbett) geeignet, wären diese für Familien tatsächlich eine gute Wahl, wenn Eltern z. B. am Abend noch in der Nähe der Kinder sein wollen. Der "Wintergarten" ist nun noch mit einem kleinen Sideboard ausgestattet und dies hilft tatsächlich, den auf Prima/Perla gewonnenen Eindruck, auf eine Wand zu starren, erfolgreich zu vermeiden. Ich war überrascht, wie ein einzelnes Möbelstück diesen Bereich deutlich aufwerten kann. Durch die Lage dieser (und einiger anderer) Kabinen sollte man aber kontaktfreudig sein, denn den vor der dazugehörigen Veranda vorbei schlendernden Passanten schaut man sozusagen ins Auge.

Den Kabinenservice haben wir nie gesehen; es war einwandfrei sauber, sogar das USB-Kabel war täglich gewissenhaft aufgerollt. Guter Job!

Restaurants
Ich fange mal mit den Buffets an. Diese haben wir mehrfach verglichen. In Nuancen unterscheiden sie sich und zu unserer Überraschung gab es oft im "Bella Donna" weniger italienisch anmutende Speisen als im Markt Restaurant oder im Yacht Club. Gefühlt gab es im Markt Restaurant die größte Auswahl, wobei das Markt Restaurant auf diesem Schiff noch mit einer Besonderheit aufwartet: die Lage auf Deck 5. Ansonsten ein reines Kabinendeck, war es hier morgens und mittags stets nur mäßig voll. Lediglich am Abend hatten sich wohl in größerer Anzahl Gäste entschieden, hier bewusst hinzugehen. Den von Andreas geschilderten Kantinen-Eindruck vom Bella Donna Restaurant können wir bestätigen - wenn man hereinkommt. Durch die durchgehend nur halbhohen Abgrenzungen innerhalb des Restaurants wirkt es tatsächlich wie eine Kantine und klingt auch so. Setzt man sich jedoch hin (was wir auch mal für einen Gang ausprobiert haben), ändert sich die Wahrnehmung jedoch. Die Abgrenzungen erfüllen nun ihren Zweck, sowohl was die optische wie auch die akustische Wahrnehmung betrifft.

Traurig, dass die auf Prima/Perla vorhandene Wok-Station im Asia Restaurant ersatzlos fehlt. Die (guten) Dim Sum (ich hoffe, ich schreibe das richtig), die es jeden Mittag und Abend (stets zwei - drei Sorten, von Mahlzeit zu Mahlzeit zudem wechselnd) gab, halfen darüber leider nur bedingt hinweg.

Das Fuego Restaurant wurde rasch von den zahlreich anwesenden Familien (Ferien in drei Bundesländern) entdeckt - und sollte ob der Geräuschkulisse von anderen Gästen gemieden werden. Pluspunkt: Die Softeis-Maschine. Nachteil derer: ihre Alibi-Funktion. Bekannte waren über Silvester an Bord und schafften es aufgrund der überaus langen Schlange, die meist das halbe Buffet versperrte, an ein Eis zu gelangen. Da die Maschine automatisch arbeitet, man aber zuvor das Hörnchen in eine Halterung stecken und dann die richtigen Knöpfe drücken muss, dauert ein Vorgang ca. 1 Minute. Selbst bei 10 Stunden täglicher Öffnungszeit käme hier innerhalb einer Woche längst nicht jeder Gast zu einem Eis. Schade eigentlich.

In allen Buffet-Restaurants gibt es die "Wein-Zapf-Automaten" (gegen Zuzahlung) wie auf Prima/Perla. Diese waren allesamt nicht in Gebrauch. Eine Weinkarte sahen wir nirgendwo, so dass man zwingend auf den inklusive angebotenen Hauswein angewiesen war. Getränkestationen für Bier und Softdrinks gab es überraschend wenige, allerdings auch keinerlei Schlangen davor. Deren Zahl und Größe ist demnach richtig bemessen.

Die Qualität der angebotenen Speisen war nach unserem Empfinden bestenfalls Durchschnitt. Der Unbeliebtheit von reichlich angebotenen Rippchen begegnete man mit beharrlicher Wiederholung des Angebots, wobei die Sauce variierte. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Da man hier wie auch auf Prima/Perla zum Frühstück kleinere Aufschnittplatten als auf den kleineren Schiffen verwendet, schlägt die Ware schneller um. Die Position des "Wurstwenders", also des Crewmitglieds, welches die an den Rändern bräunlich und wellig werdenden Wurstscheiben auf dem Buffet umdreht, haben wir demnach nicht an Bord in Aktion gesehen.

Zuzahl-Restaurants
Aufgrund der Kürze unserer Reise haben wir hier keine eigenen Erfahrungen. Schade, dass vor dem Steakhouse nur ein kleiner Auszug aus der Karte aushing. Auch war der Eingang außer zu den Öffnungszeiten nicht personell besetzt, so dass persönliche Reservierungen nur zu den Öffnungszeiten vorgenommen werden konnten, wobei sich dann die Restaurantgäste und die Reservierer gegenseitig beim gleichen Mitarbeiter am Eingang behinderten. Dieses durchaus verbesserungswürdige Schema setzte sich auch fort bei den sog.

"Spezialitäten-Restaurants" (Speisen inklusive, Getränke extra)
Hier probierten wir am ersten Abend das French Kiss. War es im Vorfeld der Reise schwierig, hier eine Reservierung zu erhalten, überraschte das Restaurant damit, dass bestenfalls 40 % der Plätze belegt wurden. Wohltuenderweise wurden die unmittelbar am Gang liegenden Tische ausgespart. Das Personal war hier, um es freundlich auszurücken, zu Teilen geschult. Vier Getränke kamen von drei Kellnern in längerem zeitlichen Abstand und nur deshalb vor der Vorspeise, weil man uns, während stets mindestens vier Kellner tatenlos bereit standen, um nicht eintreffende Gäste zu den Tischen zu führen, dann doch reichliche 15 Minuten Zeit zum Studium der Speisekarte gab. Vielleicht kannte sich aber auch nicht jeder Kellner mit dem Bestellsystem aus, welches mittels Handgerät erfolgte - eine erfolgreiche Einweisung fand dann an unserem Tisch statt. Die Qualität der Speisen war gefühlt eine Oktave über der der Buffet-Restaurants, zudem war es schön auf dem Teller angerichtet. In der Summe: Gerne wieder!

Am letzten Abend besuchten wir das Ocean's, welches nahezu komplett gefüllt war. Bestellung und Speisenfolge (der "Hamburger Pannfisch" entpuppte sich als Kombination dreier Fischfilets, von denen mir der Lachs am besten gefiel, aber die anderen auch durchaus gut waren) gingen zügig - nur auf das Abrechnen der Getränke warteten wir ewig. Zweimal kam die Restaurantleiterin vorbei um zu fragen, ob wir noch weitere Wünsche hätten - durchaus freundlich, aber unmissverständlich in dem Anliegen, uns zum Gehen zu bewegen, da die Gäste für die zweite Reservierungszeit bereits warteten. Gerne wären wir auch eher aufgestanden, aber die Zeche wollten wir auch nicht prellen.

Das Brauhaus nutzten wir nur für einen kurzen Snack zwischendurch. In verschiedene Bereiche aufgeteilt, wirkt auch dieses deutlich kleiner und familiärer als es ist. Mehr an Essen wollten wir uns hier aber nicht antun als wir bemerkten, dass bereits um 10 Uhr am Vormittag Hähnchen ihre Runden auf dem (nicht eingeschalteten) Grill drehten. Die Öffnung (und damit das Verspeisen des ersten Huhns) war für 14 Uhr angegeben...

Aus gleichem Grunde verzichteten wir auf den Döner. Am frühen Vormittag drehten sich hier bereits, auf ausgeschaltetem Spieß, die Reste der vorabendlichen Spieße. Die Currywurst lockte zwar, aber immer dann, wenn gerade nichts mehr herein passte. Der dritte Stand mit Broten und Teigwaren wurde von uns getestet, fiel aber durch. Die probierten Empanadas waren - trotz angeblicher frischer Herstellung, was während der (zuzahlpflichtigen) Küchenführung beteuert wird - billigste Fabrikware, was allein schon durch den in den Rand der matschigen Dinger gepressten Herstellernamen unschwer zu erkennen war. Allerdings ist hier der einzige Ort an Bord, wo es für Frühaufsteher Kaffee UND Croisants gibt. Im 'Bratschlauch' (also unter dem Foliendach) stehen lediglich Kaffee und Fertigsäfte.

Die Tapasbar von Prima/Perla fehlt leider an Bord. Schade.

"Best Burger @ Sea" haben wir nicht probiert. Dem Andrang nach zu urteilen war es wohl gut, denn am Durchgangstresen war bei Öffnung meist eine längere Schlange. Ja, auch hier sollte man vorab reservieren.

Der Grill im Außenbereich des Brauhauses wurde von uns zur Frühstückszeit in Augenschein genommen - und danach angesichts sich in der Sonne wellender Käse- und Wurstscheiben schnell für den Rest der Reise ignoriert.

Eine Sonderstellung im Bereich der Restaurants nimmt die "Time Machine" ein. Gut gestaltet, kommt die Unterhaltung nicht an Disney-Qualitäten heran, was man aber für 14,90 € p. P. inklusive 3-Gänge-Menü (Vor- und Nachspeise waren gesetzt) und Getränken auch nicht erwarten kann. Wir entschieden uns im Vorfeld für die erste Vorstellung ("Erste Tischzeit") um 17:30 Uhr. So war es gebucht und bestätigt. Etwas irritiert war ich, als ich einige Tage vor Abreise von Aida Cruises per E-Mail eine Aufstellung der Buchungen und Reservierungen erhielt, die dann am betreffenden Tag unter der Uhrzeit-Angabe 17:30 Uhr auflistete: "Time Machine um 17:00 Uhr". Weiter gab es den Hinweis, dass man sich zur Auswahl des Menüs vorab während der Reservierungszeiten am Restauranteingang melden solle. Nun ja. Reservierungszeit ist jeweils eine halbe Stunde vorher, also um 17 Uhr. Das passte. Aber auch hier trafen nun in einer Schlange vor einem Mitarbeiter sowohl Gäste mit Reservierungen ein (die dazu vor der Tür mittels herum gereichter Speisekarten ihr Menü, genauer: den Hauptgang, auswählen mussten) wie auch Gäste, die (erfolglos, weil vorab ausgebucht) eine Reservierung erfragten. Zu wählen war zwischen Fleisch oder Fisch, wobei ich mich für das Filetsteak entschied. Eigentlich eine gute Wahl, wäre auch nach dem Garungsgrad gefragt worden. So bekam ich ungefragt ein durchgegartes Etwas, was von der Fleischqualität das Prädikat exzellent verdient hätte - wäre es nicht so trocken gewesen, dass ich immer noch die Vermutung hege, es hätte die Zeit seit dem Vorabend im Wärmeofen verbracht. Aus Gesprächen mit Mitreisenden erfuhr ich, dass es durchaus auch medium gebratene Stücke gab, die noch in der Lage waren, die Soße anzunehmen. Hier wäre also noch Verbesserungsbedarf. Als Getränke wurden die in den Buffet-Restaurants angebotenen Getränke im Service angeboten; während der Vorstellung wurde nachgeschenkt bzw. nachgeliefert, wenn das gewollt war. Insgesamt haben wir diesen Abend aufgrund der netten Show nicht bereut, waren aber froh, die erste Reservierungszeit gewählt zu haben um danach noch andere Restaurants aufsuchen zu können.

Die Kochschule wirkt für mich, der eh nicht kochen kann, aufgeräumter und besser strukturiert als auf Prima/Perla. Vortrags-/Essbereich ist räumlich klar durch einen Raumteiler vom Kochbereich getrennt.

Bars/Lounges/öffentliche Bereiche
Ich fange mal vorne, oben an. Hierhin ist die Poolbar umgezogen. Nicht schlecht, allerdings etwas zu klein, da hinter den stets besetzten Barhockern auch die Joggingstrecke, gleichzeitig Durchgang, vorbei führte. So stand man wartenderweise oft unfreiwillig im Weg.

Schön gefielen uns die Tokio Bar sowie die French Kiss Bar. Letztere verfügt über drei kleine Separees; eine nette Reminiszenz an die Blu Bar auf der ersten Aida Blu. Darin war dann auch nichts vom benachbarten Theatrium zu hören, was leider in beiden Barbereichen sonst der Fall war. Hier wie nahezu überall an Bord sehr freundliches Personal. Leider nur zu Teilen ausgebildet. So bedurfte es an der thematisch 'französischen' French Kiss Bar vier Kellner (also die gesamte Belegschaft) um einen Pernod auf Eis zu kreieren. Die Wahl des Glases, der Eismenge, der Wasserkaraffe und deren Inhalt stellt wohl auch 10 Wochen nach Indienststellung eine größere Herausforderung dar, die das Personal aber intern löste. Nach etwa sechs Minuten war das Gemeinschaftswerk gelungen. Auch eine Art von Unterhalteng, wenn man, an der Bar sitzend, solchen Dingen zuschauen darf.

Diese Unterhaltung war zumindest live zu sehen. Anders als Andreas hatten wir das Theatrium nur übervoll, mit zahlreichen auf die verteilten Monitore blickenden Zuschauern, erlebt. Kein Ort zum Verweilen. Wer übrigens dem Tagesprogramm folgt und hier auf Deck 8 Kaffee und Kuchen (Zitat aus dem Tagesprogramm: "Speisen bei Getränkebestellung inklusive") ordert stellt fest, dass "inklusive" in diesem Fall 2,20 € für den Kuchen bedeutet. Kaffee geht hier sowieso extra.

Einer unserer Lieblingsorte auf Prima/Perla war die Lanai Bar - hier leider nicht. Die Bar wirkte räumlich enger als auf den doch deutlich kleineren Schiffen. Die Bänke zum Meer sind nicht durch Stufen abgesetzt. Hier ist es zu normalen Zeiten schon voll; zum Auslaufen kommen kaum Gäste durch - und Kellner schon gar nicht.

Etwas versteckt und nicht überlaufen ist die Art Bar. Es könnte ein netter, ruhiger Ort sein - würden nicht inmitten der Tische elektronische Spielgeräte stehen, welche man offenbar reichlich und stets laut bedient. Mein Tipp: Raus mit den Spielgeräten, dann wäre sie DIE Bar an Bord, wenn man sich mit Mitreisenden mal bei einem gepflegten Getränk unterhalten möchte.

Studio X ist die Nachbildung eines TV-Studios. Bedenkt man, dass ein Studio an sich bereits eine Nachbildung der Realität darstellt, ist es also die Imitation einer Imitation. Das variable System der Zuschauerränge war wohl noch defekt. Jedenfalls war statt einer Variabilität gelb-schwarzes Flatterband zu sehen, welches einige Reihen abgrenzte. Aber vielleicht gehört das mit zur Illusion der Imitation. Keine Show, sondern einen Vortrag sah ich hier. Die Videowand war von der Qualität her beeindruckend und die Größe dürfte auch in 10 Jahren noch zukunftsweisend sein.

Die diversen Musiktempel habe ich ausgespart - schon aus Zeitgründen.

Kommen wir zum "Bratschlauch", auch Foliendom genannt. Hier findet sich die Aida Bar, eine Bühne, mehr Wasserfläche als auf Prima/Perla, statt des oberen Umlaufs eine Art großzügiger Balkon - und der von Prima/Perla aus dem Four Elements benannten Chlorgeruch. Insgesamt scheint die Freifläche etwas kleiner als auf Prima/Perla zu sein. Die Raumklimatisierung ist jedoch, trotz fehlender raumhoher zu öffenden Türen, um Längen besser als auf Prima - sieht man vom Chlorgeruch mal ab. Für uns kein Ort zum Verweilen.

Das Four Elements ist durch Terrassen verbauter als auf Prima/Perla, zudem hat man auf die "Tribüne' verzichtet. Ebenso auf einen Lazy River. Stattdessen einige Wasserbecken bzw. Whirlpools. Man merkt, dass man sich bewusst ist, mehr Gäste unterbringen zu müssen. Der Klettergarten ist nicht so omnipräsent wie auf den hier eher offen gestalteten Prima und Perla.

Zwei Waschsalons hat das Schiff übrigens, mit jeweils acht Waschmaschinen und Trocknern. Wäsche und Trockner für jeweils 2 € pro Ladung (die Display-Anzeige "1" ist mit der Preisangabe "2 €" überklebt), inklusive Waschmittel, welches automatisch dosiert wird. Eigenes Waschmittel kann somit nicht verwendet werden, was für Allergiker nicht uninteressant sein dürfte.

Noch was zum Personal: Fast überall sehr freundlich und bemüht, wenngleich es vielen Crewmitgliedern an elementarem Wissen zu ihrem Aufgabengebiet fehlt. Die Freundlichkeit macht Vieles wett. Ob dies für die Rezeption auch zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen. Laut Info-Monitoren auch unter der Telefonnummer 5000 Ansprechbar für alle Sorgen, Nöte und Reservierungen wurde mein Anrufversuch viermal weggedrückt. Persönlich vorstellig zu werden hieße, sich in eine Schlange einzureihen, welche meist vorbei an allen acht Aufzügen anstand. Dazu hatte ich dann doch keine Lust.

Unsere Reise war geprägt durch "kleinere" (Zitat Kapitän) Serverausfälle. Eine Nutzung des Internets oder auch nur des Bordnetzes war somit für mich während der gesamten Reise nicht möglich. Bei jedem Einwahlversuch gab es - wenn überhaupt - nur eine Fehlermeldung als Rückantwort. Vom Serverausfall waren fast durchgängig auch die Infomonitore in den Treppenhäusern betroffen. Da auf fest montierte Schilder weitgehend verzichtet wurde und auch die Beschriftung in den Aufzügen eher auszugsweise erfolgt ist, konnte man viele suchende Menschen sehen.

Die Serverausfälle betrafen auch das Abrechnungssystem. So wurde immer wieder auf die alten Durchschreibesätze zurückgegriffen - freilich ohne den Durchschlag auszuhändigen. Eine Kontrolle des Restguthabens der Guthabenkarte (die durchaus erfolgen sollte da es auch zu Falschbuchungen kommt wie ich von früheren Reisen weiß) war daher nicht möglich. Unmöglich ist dies auch dann, wenn via Handgerät unterschrieben werden soll. Hier wird gerade mal der Gesamtbetrag des aktuellen Bons, ohne Anzeige dessen, was dieser beinhaltet oder gar des Restguthabens, angezeigt. Deutlich erkennbar sind dagegen die farblich hervor gehobenen Schaltflächen für zusätzliches Trinkgeld in mehreren vorgegebenen Beträgen samt Freitext- (oder besser: Freisummen-)Eingabe. Es bleibt stets eine Unsicherheit, ob man versehentlich oder wissentlich übers Ohr gehauen wurde. Nur in den wenigen Fällen, bei denen ein Kassenbon unterschrieben werden sollte (oft an den Bars direkt, aber auch nicht immer), konnte man den Guthabenstand ersehen. Das nutze aber wenig, da die handgeschriebenen Bons logischerweise erst später gebucht wurden. Überschlagsweise schien alles gestimmt zu haben. Dafür sollte man aber das Kopfrechnen beherrschen.

Apropos Aufzüge: Die fehlerhafte Aufzugssteuerung, von der die Freunde anlässlich ihrer Silvesterreise berichteten, hat sich nicht verändert. Wenn man es einige Tage beobachtet hat, ist es im Grunde gar kein Steuerungs- sondern 'nur' ein Anzeigeproblem. Die Aufzüge zeigen nämlich die Fahrtrichtung (rauf, runter) oft nach einem Zufallsprinzip an. Dies führt dazu, dass viele Gäste einfach in den nächsten Aufzug einsteigen, ungeachtet der (angezeigten oder tatsächlichen) Fahrtrichtung. Hat man nämlich einen Aufzug nicht betreten, da dieser scheinbar nicht in die gewünschte Richtung fuhr, fuhren die nächsten ein oder zwei Aufzüge nach erneutem Knopfdrücken erst mal durch. Mit einem kleinen Trick lässt sich die Wartezeit jedoch begrenzen: Man drücke die gewünschte Richtung und beobachte diesen Knopf. Geht hier das Licht aus wechselt man den Blick auf die sechs bis acht Aufzugstüren. Ungeachtet der dortigen Anzeige steigt man ein. Halten zufällig zwei Aufzüge zur gleichen Zeit hilft ein Blick auf die innere Schalttafel - wen nicht eh andere Gäste eingestiegen sind und diese Anzeige im Inneren der Aufzüge munter auf vielen Decks leuchtet.

Das mag nun etwas lächerlich klingen. Aber aufgrund der Schiffsgröße sind Wegezeiten ein ernst zu nehmender Faktor. Wenn man sich verabredet, sollte man frühzeitig losgehen. Denn ohne Verabredung sieht man sich allenfalls alle paar Tage mal zufällig.

Was habe ich vergessen? Ich weiß es nicht. Viele Eindrücke von Bord, dazu noch die beiden Häfen Las Palmas de GC und Funchal, welche sich beide glänzend präsentierten, müssen noch verarbeitet werden. (Hey, schließlich ist ja auch noch Karneval! ;) )

Ach ja, noch was für Raucher: Lanai Bar, Pool Bar, Außenfläche auf Deck 17 (aber eigenartigerweise nur abends Aschenbecher vorhanden) - sowie drei Außenflächen auf Deck 7, welche allesamt nicht ausgeschildert sind - hier muss man teilweise durch Türen mit der Aufschrift "Crew only"; erst dahinter sind provisorische Hinweise mit weiterer Richtungsangabe vorhanden. Insgesamt versteckter, aber gerade für die Balkonkabinenbewohner um Längen besser gelöst als auf Prima/Perla.

Unser Fazit: Für unseren persönlichen Geschmack um mehrere Stufen zu groß, mit an sich recht einfältigen Routen. Bestenfalls für kleines (kleinstes) Geld nochmal, wobei dann die von uns als elementar eingestufte Kabinenauswahl (zumindest bei den Balkonkabinen) nicht gegeben wäre. Also wird man uns eher nicht nochmal an Bord antreffen. Nicht böse gemeint; wir sind nicht im Groll von Bord gegangen (was übrigens zügig und gänzlich ohne Wartezeiten oder Schlangestehen ging) - es ist halt kein Schiff für uns.

Gruß

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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon toni montana am 05.03.2019 13:24

Danke für diesen ausführlichen Bericht! Hoffentlich hat sich bis Ende August alles ein bisschen besser eingespielt, wenn ich auf den Kahn gehe.

Ich muss mir im Vorfeld wohl auch erst mal einen Überblick über das ganze Essensangebot verschaffen, vor allem, wenn es auch um nötige Tischreservierungen vorab geht. Dieses Time-Machine würde ich schon gerne mal nutzen.

Und @Diddn: Du gehst demnächst auf die Horizon? Das dürfte ja dann ein Unterschied wie Tag und Nacht werden!! Bin mal gespannt, was Du von der Tour erzählst! Altes Schiff, viele Spanier, sehr laut und viel Alkohol - passt ja zum Karneval!! :D
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon CrownPrince am 05.03.2019 18:47

Hallo Dietmar,

Danke für die vertieften Einblicke, die Du uns trotz Kurzreisecharakter gegeben hast. Aber Du warst ja im Gegensatz zu mir nicht (nur) zum Spaß da. :D

Ein paar Kommentärchen hätte ich noch...

Diddn hat geschrieben:Das Fuego Restaurant wurde rasch von den zahlreich anwesenden Familien (Ferien in drei Bundesländern) entdeckt - und sollte ob der Geräuschkulisse von anderen Gästen gemieden werden. Pluspunkt: Die Softeis-Maschine. Nachteil derer: ihre Alibi-Funktion. Bekannte waren über Silvester an Bord und schafften es aufgrund der überaus langen Schlange, die meist das halbe Buffet versperrte, an ein Eis zu gelangen. Da die Maschine automatisch arbeitet, man aber zuvor das Hörnchen in eine Halterung stecken und dann die richtigen Knöpfe drücken muss, dauert ein Vorgang ca. 1 Minute. Selbst bei 10 Stunden täglicher Öffnungszeit käme hier innerhalb einer Woche längst nicht jeder Gast zu einem Eis. Schade eigentlich.


Hier hatten wir also offenbar Glück und es kann sein, dass mein Eindruck des abends ruhigen Fuego eher Momentaufnahme war. In jedem Fall kam ich am späteren Nachmittag des Einschiffungstags in Las Palmas ohne jegliche Wartezeit zu meinem Softeis. Am Abend in Funchal wählte ich des schönen Blicks auf die erleuchtete Stadt wegen diese Location. Dieser wurde allerdings durch die Spiegelungen in den Scheiben ziemlich getrübt. Die individuelle frischgebackene Pizza (wenngleich meilenweit weg von authentisch italienisch) und das halbleere Restaurant versöhnten etwas.

Diddn hat geschrieben:"Spezialitäten-Restaurants" (Speisen inklusive, Getränke extra)
Hier probierten wir am ersten Abend das French Kiss. War es im Vorfeld der Reise schwierig, hier eine Reservierung zu erhalten, überraschte das Restaurant damit, dass bestenfalls 40 % der Plätze belegt wurden. Wohltuenderweise wurden die unmittelbar am Gang liegenden Tische ausgespart. Das Personal war hier, um es freundlich auszurücken, zu Teilen geschult. Vier Getränke kamen von drei Kellnern in längerem zeitlichen Abstand und nur deshalb vor der Vorspeise, weil man uns, während stets mindestens vier Kellner tatenlos bereit standen, um nicht eintreffende Gäste zu den Tischen zu führen, dann doch reichliche 15 Minuten Zeit zum Studium der Speisekarte gab. Vielleicht kannte sich aber auch nicht jeder Kellner mit dem Bestellsystem aus, welches mittels Handgerät erfolgte - eine erfolgreiche Einweisung fand dann an unserem Tisch statt. Die Qualität der Speisen war gefühlt eine Oktave über der der Buffet-Restaurants, zudem war es schön auf dem Teller angerichtet. In der Summe: Gerne wieder!


Den Pernod-Test führten wir leider nicht durch, denn wir entschieden uns für einen Lillet. Es stimmt, auch um uns kümmerten sich mit einer Kellnerin und zwei Kellnern recht viele Personen, die aber in diesen 6 Tagen, die zwischen unseren Besuchen lagen, offenbar recht gute Lernfortschritte gemacht haben. Aber was ich an dieser Stelle erwähnen will: erstaunt hat mich, wie auffällig jung das asiatische Personal im Schnitt doch ist. Nun denn, ich denke & hoffe man hält sich an die gesetzlichen Bestimmungen.

Diddn hat geschrieben:[Die Tapasbar von Prima/Perla fehlt leider an Bord. Schade.

"Best Burger @ Sea" haben wir nicht probiert. Dem Andrang nach zu urteilen war es wohl gut, denn am Durchgangstresen war bei Öffnung meist eine längere Schlange. Ja, auch hier sollte man vorab reservieren.


100% Zustimmung was die Tapasbar betrifft. Wie gesagt, das ist eine der von mir beklagten Kürzungen im Vergleich zur Prima, wenn auch nicht die SB betreffend.

Der Andrang bei "Best Burger" war wohl eher dem generellen gastronomischen Trend und der Ähnlichkeit der Einrichtung zu den Hipster-Restaurants "Hans im Glück" und "Peter Pane" geschuldet. Die individuell zubereiteten Burger waren zwar besser als die Standardware oben im Fuego, aber meilenweit weg von jenen dieser beiden Burgerketten. Auch auf den Meeren sieht "Best Burger @ Sea" kein Land, dazu braucht man noch nicht einmal zu Oceania, es reicht der Pool Grill von Celebrity. Für ein bedientes Mittagessen, zu dem man sich gerne ein zu bezahlendes Bier oder Cola gönnen kann, taugt das "Best Burger" trotzdem. Wir mussten (am frühen Vormittag in Arrecife) auch nicht auf einen Platz warten.

Diddn hat geschrieben:[Diese Unterhaltung war zumindest live zu sehen. Anders als Andreas hatten wir das Theatrium nur übervoll, mit zahlreichen auf die verteilten Monitore blickenden Zuschauern, erlebt. Kein Ort zum Verweilen. Wer übrigens dem Tagesprogramm folgt und hier auf Deck 8 Kaffee und Kuchen (Zitat aus dem Tagesprogramm: "Speisen bei Getränkebestellung inklusive") ordert stellt fest, dass "inklusive" in diesem Fall 2,20 € für den Kuchen bedeutet. Kaffee geht hier sowieso extra.


Wie gesagt, dass wir das Theatrium als erstaunlich angenehm empfanden und Platz bekamen, lag am antizyklischen Verhalten, wir sind undeutsch gewohnheitsmäßige "Spätesser". Und bei der zweiten Vorstellung von "Nashville" sollte man sich nicht schämen, wie angeboten direkt auf der Bühne vor der LED-Wand Platz zu nehmen.

Die kostenfreie Kaffee & Kuchen-Zeit wurde durch die von Dir beschriebene Neuregelung generell gestrichen, stimmt. Aus meiner Sicht allerdings kein Grund zum Grämen, denn der Gratiskuchen auf der Prima lief für mich unter "sinnlose Kalorien". Der über die Getränke subventionierte Kuchen (oder subventioniert der Kuchen den Getränkeabsatz? Egal) auf der Nova war gut, ganz besonders die französischen Tartes im French Kiss.

Diddn hat geschrieben:[Einer unserer Lieblingsorte auf Prima/Perla war die Lanai Bar - hier leider nicht. Die Bar wirkte räumlich enger als auf den doch deutlich kleineren Schiffen. Die Bänke zum Meer sind nicht durch Stufen abgesetzt. Hier ist es zu normalen Zeiten schon voll; zum Auslaufen kommen kaum Gäste durch - und Kellner schon gar nicht.

Kommen wir zum "Bratschlauch", auch Foliendom genannt. Hier findet sich die Aida Bar, eine Bühne, mehr Wasserfläche als auf Prima/Perla, statt des oberen Umlaufs eine Art großzügiger Balkon - und der von Prima/Perla aus dem Four Elements benannten Chlorgeruch. Insgesamt scheint die Freifläche etwas kleiner als auf Prima/Perla zu sein. Die Raumklimatisierung ist jedoch, trotz fehlender raumhoher zu öffenden Türen, um Längen besser als auf Prima - sieht man vom Chlorgeruch mal ab. Für uns kein Ort zum Verweilen.


Die "Umgestaltung" der Lanai-Bar ohne die Terrassen ist schade. Kleine Ursache, große optische Wirkung. Auf der Prima war sie mein Lieblingsplatz an Bord, hier nicht.

Was den Bratschlauch aka Beach Club betrifft, so muss ich wohl mal zur Routinekontrolle beim HNO-Arzt. Ich könnte weder von den beiden Prima-Reisen noch jetzt von der Nova behaupten, auch nur den geringsten störenden Chlorgeruch wahrgenommen zu haben. Ehrlich. Auch wenn das Wasser mit Sicherheit etwas Chlor enthält. Vielleicht rieche ich schlecht... gemeint bin (hoffentlich) nicht ich, sondern mein Organ... ;)

Diddn hat geschrieben:[Unsere Reise war geprägt durch "kleinere" (Zitat Kapitän) Serverausfälle. Eine Nutzung des Internets oder auch nur des Bordnetzes war somit für mich während der gesamten Reise nicht möglich. Bei jedem Einwahlversuch gab es - wenn überhaupt - nur eine Fehlermeldung als Rückantwort. Vom Serverausfall waren fast durchgängig auch die Infomonitore in den Treppenhäusern betroffen. Da auf fest montierte Schilder weitgehend verzichtet wurde und auch die Beschriftung in den Aufzügen eher auszugsweise erfolgt ist, konnte man viele suchende Menschen sehen.

Die Serverausfälle betrafen auch das Abrechnungssystem. So wurde immer wieder auf die alten Durchschreibesätze zurückgegriffen - freilich ohne den Durchschlag auszuhändigen. Eine Kontrolle des Restguthabens der Guthabenkarte (die durchaus erfolgen sollte da es auch zu Falschbuchungen kommt wie ich von früheren Reisen weiß) war daher nicht möglich. Unmöglich ist dies auch dann, wenn via Handgerät unterschrieben werden soll. Hier wird gerade mal der Gesamtbetrag des aktuellen Bons, ohne Anzeige dessen, was dieser beinhaltet oder gar des Restguthabens, angezeigt. Deutlich erkennbar sind dagegen die farblich hervor gehobenen Schaltflächen für zusätzliches Trinkgeld in mehreren vorgegebenen Beträgen samt Freitext- (oder besser: Freisummen-)Eingabe. Es bleibt stets eine Unsicherheit, ob man versehentlich oder wissentlich übers Ohr gehauen wurde. Nur in den wenigen Fällen, bei denen ein Kassenbon unterschrieben werden sollte (oft an den Bars direkt, aber auch nicht immer), konnte man den Guthabenstand ersehen. Das nutze aber wenig, da die handgeschriebenen Bons logischerweise erst später gebucht wurden. Überschlagsweise schien alles gestimmt zu haben. Dafür sollte man aber das Kopfrechnen beherrschen.


Ich wollte mit meiner gestrigen Aussage diesen von Dir geschilderten Zustand nicht klein reden. Sicherlich ist dies sehr ärgerlich. Wir waren aber ganz gut mit dem Abessen und -trinken unseres Prepaid Genießer-300-Pakets beschäftigt, und da doch immer wieder Kassenbons zur Unterschrift kamen, die wie von Dir beschrieben das noch vorhandene Guthaben zeigen, fühlte ich mich doch recht fern vom kompletten Kontrollverlust. Die Anzeige des eigentlichen Bordkontos, über das ja die Ausgaben in Bordshops und für das Internet laufen, funktionierte am Ende der Reise über den Kabinenfernseher und PIN-Eingabe korrekt.

Diddn hat geschrieben:Apropos Aufzüge: Die fehlerhafte Aufzugssteuerung, von der die Freunde anlässlich ihrer Silvesterreise berichteten, hat sich nicht verändert. Wenn man es einige Tage beobachtet hat, ist es im Grunde gar kein Steuerungs- sondern 'nur' ein Anzeigeproblem. Die Aufzüge zeigen nämlich die Fahrtrichtung (rauf, runter) oft nach einem Zufallsprinzip an. Dies führt dazu, dass viele Gäste einfach in den nächsten Aufzug einsteigen, ungeachtet der (angezeigten oder tatsächlichen) Fahrtrichtung. Hat man nämlich einen Aufzug nicht betreten, da dieser scheinbar nicht in die gewünschte Richtung fuhr, fuhren die nächsten ein oder zwei Aufzüge nach erneutem Knopfdrücken erst mal durch. Mit einem kleinen Trick lässt sich die Wartezeit jedoch begrenzen: Man drücke die gewünschte Richtung und beobachte diesen Knopf. Geht hier das Licht aus wechselt man den Blick auf die sechs bis acht Aufzugstüren. Ungeachtet der dortigen Anzeige steigt man ein. Halten zufällig zwei Aufzüge zur gleichen Zeit hilft ein Blick auf die innere Schalttafel - wen nicht eh andere Gäste eingestiegen sind und diese Anzeige im Inneren der Aufzüge munter auf vielen Decks leuchtet.

Das mag nun etwas lächerlich klingen. Aber aufgrund der Schiffsgröße sind Wegezeiten ein ernst zu nehmender Faktor. Wenn man sich verabredet, sollte man frühzeitig losgehen. Denn ohne Verabredung sieht man sich allenfalls alle paar Tage mal zufällig.


In der Tat stimmt irgendetwas in der Aufzugssteuerung ganz und gar nicht. Allerdings machte ich die Erfahrung, dass die Fahrtrichtungsanzeige direkt am haltenden Aufzug durchaus korrekt zu arbeiten schien. Wir hielten uns daran und nicht nur einmal stiegen wir ein und zum Ärger der sich bereits im Aufzug befindlichen Personen, die die "Gegenrichtung" gedrückt hatten, ging es zunächst dorthin, wohin wir wollten bzw. gedrückt hatten. Aber frag mich nicht nach der Logik. Im Übrigen stimme ich zu, was den Wegstrecken-Zeitfaktor betrifft und freue mich jetzt schon auf zwei entspannende Tage auf der kleinen Queen Victoria.

Diddn hat geschrieben:[Unser Fazit: Für unseren persönlichen Geschmack um mehrere Stufen zu groß, mit an sich recht einfältigen Routen. Bestenfalls für kleines (kleinstes) Geld nochmal, wobei dann die von uns als elementar eingestufte Kabinenauswahl (zumindest bei den Balkonkabinen) nicht gegeben wäre. Also wird man uns eher nicht nochmal an Bord antreffen. Nicht böse gemeint; wir sind nicht im Groll von Bord gegangen (was übrigens zügig und gänzlich ohne Wartezeiten oder Schlangestehen ging) - es ist halt kein Schiff für uns.


Ich muss zugeben, dass mich nun die Idee vom umweltfreundlicheren Kreuzfahren so begeistert und ich mich mit der Costa Smeralda beschäftige. Diese scheint - mit dem Theatrium als Zweit-Showlounge "Colosseum" und einem richtigen Theater anstelle des Studio X - genau meinen Vorstellungen zu entsprechen und die bessere Aida Nova zu werden. Die Kanaren-Route ist zwar bekannt aber für mich persönlich nicht einfältig, ich liebe die landschaftliche Vielfalt dieser Destinationen und entdecke immer wieder Neues.

Viele Grüße

Andreas
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Tinamama am 05.03.2019 23:22

Hallo ihr Beiden,
vielen Dank für eure gute Vorarbeit. :cool: Manche Dinge sind mir gar nicht aufgefallen. Aber man hat ja nicht genug Zeit, alles rauszufinden.
Ich ergänze mal, was mir einfällt:
Wir hatten eine Vario-Balkonkabine ganz hinten auf Deck 9. Sehr ruhig! Nicht gestört durch die Lanai-Bar zwei Decks drunter. Nicht gestört durch Raucher in der Nachbarschaft, die Befürchtungen waren umsonst. Chlorduft ist mir nirgendwo unangenehm aufgefallen, zum Schwimmbad gehörts irgendwie dazu, aber auf dem Balkon unserer Kabine war die meiste Zeit ein leichter Chemieduft. Am Anfang war es nur ein "da ist was, was ist das?", aber da es fast jedes Mal zu riechen war, fing es an, mich zu stören. Es riecht wie BASF aus 30 km Entfernung bei einer ganz bestimmten Windrichtung, oder wie eine Zellstofffabrik stark verdünnt. Da kommt man in die Kabine und es riecht im Flur und in der Kabine nach kaltem Rauch, man öffnet die Balkontür, um frische Luft reinzulassen, und hat leichte Chemie. Hm.... Leider konnte ich niemanden der Offiziere fragen. Die hätten vermutlich auch andere Sorgen gehabt. Mit der Kabine war ich sehr zufrieden, passte. Klimaanlage hat nicht irgendwo hin gepustet, war unbemerkt. Wasserdruck in Brause war grade noch akzeptabel.

Der Technikausfall - man sagte, mehrere Schiffs-Server - war gefühlt die meiste Zeit, obwohl es ehrlicherweise am Anfang mal funktionierte. Auch bei uns wurde anstatt auf die Gemießerkarte einfach aufs Bordkonto gebucht, es wurde versprochen, es "heute Abend" zu reparieren, aber am Abreisetag standen wir an der Rezeption und sie buchten im Hintergrund manuell um. Wir standen, und die Schlange hinter uns wurde immer länger.... Hat jemand von euch erwähnt, dass auf Lanzarote sogar die Ein- und Aussteigenden per Hand in Listen eingetragen wurden, weil das Scan-System nicht funktionierte? Es lebe die Technik.
Dass auf See das schiffsinterne Telefon auch ausfiel, ist uns am letzten Abend erst so richtig bewusst geworden. Was ist, wenn da hinten jemand ein Herzinfarkt kriegt, wie holt man Hilfe? Und wie im Falle eines Einzelreisenden?
Ok, der Fall ist nur konstruiert, es sind ja fast nur junge Leute auf dem Schiff...
Dass von Seiten der Schiffsführung nur darauf hingewiesen wurde, dass die Babyphone nicht funktionieren, aber nicht mal ein Wort der Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten, ist etwas knapp. Ich vermute, bei Phoenix würden die Passagiere informiert werden, was los ist.

Warum haben wir die Reise gemacht: das umweltfreundliche Schiff testen, Aida nach 9 Jahren eine zweite Chance geben, es gibt inzwischen Bedienrestaurants.

Oceans haben wir 2x besucht, war lecker, wir saßen auch gut. Damit war die Speisekarte für uns abgehakt.
Time Machine: wir mussten nicht zweimal anstehen, hatten daheim schon reserviert und sind um 17:20 hin. Lange Schlange, der am Pult fragte: noch jemand mit Reservierung? Dann durften wir rein. Auch hier hat es wohl ein Problem gegeben, aber niemand sagt was. Es sollte um 17:30 beginnen, aber es ging los um 18:03 Uhr. Hinterher standen die Nachfolgenden schon da und wären normalerweise schon drin gewesen. Unser Professor war übrigens weiblich, vielleicht hatte der echte frei oder den Virus... Essen war prima, hat sich gelohnt.
French Kiss ist vom Essen prima, aber wer kommt auf die blöde Idee, eine Hauptstraße mitten durch zu legen? Was hat Aida sich dabei gedacht? Das wertet das Essen doch ab. Selbst wenn man am Fenster sitzt, ist die Unruhe da. Spezialitäten servieren, aber vorbeigehende Badehosen - das passt nicht.
Beim Burger finde ich den Durchlauf nicht ganz so unpassend, wie bei McDon.
Casa Nova soll das Beste gewesen sein, ich musste da verzichten :p .
Mit dem Buffet, meist im Yachtclub, war ich persönlich sehr zufrieden, alles da für mein Frühstück, die Müsli-Auswahl war wirklich sehr groß, immer Lachs da, schöne Brötchen. Wenn ich das mit dem Buffet auf der Breakaway vergleiche, war es 100 % besser (das dort war sehr sparsam und einfach wie Kantine, kein Lachs). Auch Mittags hat mir da alles gereicht. Hauptsache es gibt einen Fisch :-). Leider war der meist kühler als der gewärmte Teller, auf den ich ihn draufgelegt habe. Der Wein hat mir geschmeckt, sogar noch beim zweiten Glas. ;)
Wenn ihr mal kalte Spiegeleier essen wollt, dann probiert es mal dort. Gruß von meinem Mann.
Im Fuego waren wir am letzten Abend Lanzarote, da war es sehr ruhig und mehr als halb leer. Das kann ich mir mittags auch anders vorstellen.

Theatrium: grässlich. Man kriegt höchstens noch einen Stehplatz ganz oben und guckt den Leuten auf die Köpfe, man sieht vielleicht die Hälfte der Bühne. Oder man muss auf Bildschirme gucken, aber dazu gehe ich nicht in eine Live-Show. Mal abgesehen davon, dass dauernd jemand vorbei läuft, Leute sich unterhalten usw. Das als "Wohnzimmer" zu bezeichnen, hilft auch nicht. In meinem Wohnzimmer läuft auch nicht ständig jemand durch.
Liegenreservieren: morgens am Seetag um halb 10 ist keine Liege ohne Handtuch zu finden. 10 % davon vielleicht mit Menschen belegt. Aida tut nix dagegen! Auch ätzend. Zum Glück liegen wir nie irgendwo rum, wir laufen gerne mal rund. Joggingstrecke 500 m, aber nicht tagsüber am Seetag zu benutzen.

Die Nova scheint ein tolles Schiff für Familien mit Kindern zu sein. Für erfahrene (verwöhnte ;-) Kreuzfahrer offensichtlich nicht so passend. Es ist ein spannendes Schiff, alles, was ich hier aufgeschrieben habe, hat sich so entwickelt und erscheint erst jetzt hinterher so konzentriert. Ich hatte einen schönen Urlaub! Fuerteventura mit Mietwagen (15 Minuten Wartezeit, bis wir das Auto hatten, Corsa gebucht, Zafira bekommen) war neu, Madeira war sehr schön, Teneriffa entspannt. Nach zwei vergeblichen Versuchen waren wir jetzt tatsächlich schon mal bis in den Hafen von Lanzarote gekommen :lol:, es war wie ein weiterer Seetag zum Abschluss. Weiterer Versuch nötig.
Aida verfolgt irgendwas mit dem Konzept. Ich vermute, die jungen Leute anzusprechen, man braucht ja auch noch Kunden, wenn wir in 20 Jahren wegfallen. Möglicherweise könnte es klappen, wenn die alles das, was uns stört, nicht stört.

Ach ja, der Virus: Es gab eine facebook-Gruppe für diese Woche, in der das auch thematisiert wurde. Sie schrieben von vollem Medical Center, im Flugzeug schien in jeder Reihe jemand betroffen gewesen zu sein, aber nicht beim Arzt gewesen, so dass ich denke, es müssen über Hundert gewesen sein. Manche hat es erst daheim erwischt, Inkubationszeit daher vermutlich mindestens 1 Tag.

Folge: Mann will nicht mehr auf einen Massentransporter auf Massenroute. QM2 testen ist was anderes, eine TA mit Royal oder so ist auch auf der Liste, aber nicht mehr sowas.
Erstmal viele Grüße
Christina
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Diddn am 06.03.2019 10:31

Dann will ich mich auch nochmal dranhängen. :D

In der Tat war es mir am Einschiffungstag auch gelungen, ein Softeis zu ergattern. Später wuchs dann der Andrang im Fuego kontinuierlich an. Offensichtlich hatten die Familien etwas gebraucht, das Fuego zu finden. Als Folge waren ab dem zweiten Tag dann auch zusehends weniger Kinder in den anderen Buffetrestaurants. Das Konzept des Familienrestaurants scheint daher aufzugehen.

Eis gibt es übrigens auch in der Eisbar, die ich vergessen hatte zu erwähnen. Zur Wahl stehen verschiedene Eisbecher; auch ein Eis auf die Hand ist möglich. Die Kugel Eis (ca. 10 Sorten stehen zur Wahl) kostet dann 1 €, Sahne 0,40 €. Meiner Freundin hatte es geschmeckt; mir war nach einer Wartezeit von mehr als 10 Minuten (vor mir waren vier andere Gäste in der Schlange, die jeweils ein Eis wollten) der Appetit vergangen. Vier Mitarbeiter arbeiteten waren anwesend, wovon eine aufräumte, einer etwas ungeübt Eiskugeln formte und die beiden anderen sich über die Arbeitsbelastung stritten. Da eine der Letztgenannten auch fürs Kassieren zuständig war, bescherte dies zusätzliche Wartezeit, in der das Eis schon aus der Tüte tropfte. Hier gibt es also noch Verbesserungsbedarf im Handling.

Mit Lillet hatten wir auch Erfahrung sammeln können. Diesen gibt es pur, als Spritz und in einer Wildberry-Version - wobei nicht jedem vom Personal die Unterschiede geläufig sind. Gehört da nun eigentlich Gurke oder Limette in den Spritz, wenn man ihn denn ohne Wildbeerengeschmack bekommt?!?

Ausbildungsfortschritte konnten wir während der Reise nicht feststellen; vermutlich waren die erst in den letzten drei Tagen Eurer Reise eingetreten. Zu wünschen wäre es jedenfalls.

Die Frage von Subventionen bei Kaffee und Kuchen stellte sich nicht. Im Gegensatz zum Text im Tagesprogramm kostete beides, egal, ob einzeln oder zusammen bestellt.

Die Sache mit Einblick ins Bordkonto via Fernseher (was ich allgemein als umständlich und hypermodernen Schnickschnack betrachte - ich habe Urlaub und will nicht wieder vor einem Monitor sitzen) habe ich zweimal versucht und wohl ob der Serverprobleme ergebnislos abgebrochen.

Was die Routen angeht, habe ich vielleicht den falschen Begriff verwendet. Es gibt halt nur zwei (plus die Fahrten zum Wechsel), und die stellen keinerlei Besonderheit dar. Ich war überrascht, dass selbst junge Erwachsene von gut 20 Jahren, für die das Schiff eigentlich passen würde, aufgrund der "langweiligen" Route (hier war die Mittelmeer-Route ins Auge gefasst worden) lieber nicht buchten - trotz Vario-Angebot und Jugendpreis bei Viererbelegung (wäre für Mai für rund 650 € p. P. inkl. Flug zu haben gewesen).

Dass zeitweise die das Schiff verlassenden Passagiere in Handlisten erfasst werden mussten, konnte ich auch auf Teneriffa im Vorbeigehen beobachten. Als wir zwei Stunden später selbst von Bord gingen, war das Problem aber offensichtlich behoben.

Gewärmte Teller - da musste ich beim Lesen schmunzeln. Aida wärmt keine Teller. Sind die Teller zufälligerweise warm (oder heiß), kommen sie gerade aus der Spülmaschine. Ich fühle daher immer zunächst, bevor ich einen Teller nehme. Meist, um z. B. den Aufschnitt nicht auf dem Weg vom Buffet zum Tisch schon zu garen. Da die Teller kopfstehend gelagert werden, lässt sich das hygienisch einwandfrei durchführen.

Der Wasserdruck in der Dusche war für mich durchaus ausreichend. Meiner Freundin war es zu wenig - aber das ist ihr haariges Problem. ;) Am Waschbecken ist der Wille zum Wassersparen aber deutlich zu ausgeprägt. Acht, neun, kleinste Strahlen lässt hier der Wasserspar-Einsatz gerade noch durch. Ich bin kurzerhand zur Dusche ausgewichen. Noch ein Tipp: Der Drehknopf der Duscharmatur hat einen kleinen Knopf (nicht nur auf der Seite, an der die Temperatur geregelt wird). Dreht man bis zum Anschlag auf und drückt den Knopf, geht es noch weiter.

Von einem irgendwie gearteten Virus haben wir nichts mitbekommen. Vielleicht war es gut, dass unsere Reise kürzer war. Auch auf dem Rückflug fiel uns nichts auf. Die Passagiere waren aber auch alle nur vier Tage an Bord. Vielleicht hatten wir uns auch einfach nur genug 'innerlich desinfiziert', um hier nichts abzubekommen. :cool:

Auf die Horizon bin ich gespannt (und auf die Columbus freue ich mich schon riesig). Ältere Schiffe, die mir von der Größe her gefallen. Die gemeinsame Reise mit Spaniern sehe ich dabei als neue Erfahrung an. Probieren will ich es allemal. Da die Reise im östlichen Mittelmeer stattfindet, dürfte der griechische Einfluss ebenfalls entscheidend sein. Das Fahrgebiet war übrigens ausschlaggebend zur Buchung. Da Celestyal wegen des Wechsels im Vertrieb erst jetzt langsam wieder in Deutschland buchbar wird, war die Horizon zum Buchungszeitpunkt das Schiff mit der für uns passendsten Route.

Gruß

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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Joerg am 06.03.2019 10:47

Tinamama hat geschrieben:Ach ja, der Virus: Es gab eine facebook-Gruppe für diese Woche, in der das auch thematisiert wurde. Sie schrieben von vollem Medical Center, im Flugzeug schien in jeder Reihe jemand betroffen gewesen zu sein, aber nicht beim Arzt gewesen, so dass ich denke, es müssen über Hundert gewesen sein. Manche hat es erst daheim erwischt, Inkubationszeit daher vermutlich mindestens 1 Tag.


Hallo Christina,

von einem Virus habe ich zwar nichts mitbekommen, aber dazu passt das ab dem letzten Reisetag das Besteck in den Buffetrestaurants händisch ausgegeben wurde und man am Eingang mit der Sprayflasche mit Desinfektionsmittel empfangen wurde.

Ansonsten wird das Händedesinfizieren auf der Nova wohl eher nachlässig behndelt. An den Restauranteingängen waren zwar Desinfektionsgeräte vorhanden, diese wurden jedoch gefühlt von mindestens 2/3 der Gäste ignoriert.

Viele Grüße Jörg
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon CrownPrince am 06.03.2019 12:49

Hallo Christina,

Tinamama hat geschrieben:Mit dem Buffet, meist im Yachtclub, war ich persönlich sehr zufrieden, alles da für mein Frühstück, die Müsli-Auswahl war wirklich sehr groß, immer Lachs da, schöne Brötchen. Wenn ich das mit dem Buffet auf der Breakaway vergleiche, war es 100 % besser (das dort war sehr sparsam und einfach wie Kantine, kein Lachs). Auch Mittags hat mir da alles gereicht. Hauptsache es gibt einen Fisch :-). Leider war der meist kühler als der gewärmte Teller, auf den ich ihn draufgelegt habe. Der Wein hat mir geschmeckt, sogar noch beim zweiten Glas. ;)
Wenn ihr mal kalte Spiegeleier essen wollt, dann probiert es mal dort. Gruß von meinem Mann.


ja, das mit dem Buffet-Frühstück stimmt, da gibt es eigentlich keinen Grund zur Klage. Insbesondere der Lachs - graved und/oder geräuchert - war reichlich und lecker. Meine negative Buffet-Erfahrung auf der Nova erklärt sich auch mit meiner eher amerikanischen Kreuzfahrt-Geschmacksprägung beim Frühstück. Ich mag dort gerne gebratene Kartoffeln in unterschiedlichster Form, auch Grillgemüse. Die gab es aber nicht. Die guten Brötchen und Croissants sind mir nicht so wichtig. Und am liebsten habe ich den Lachs auf einem Cream Cheese Bagel, mit Zwiebeln, Kapern und Zitrone. Gab es auch nicht (allerdings Bagel mit Hähnchenbrust, fertig belegt am "Street Food"-Tresen).

Tinamama hat geschrieben: Fuerteventura mit Mietwagen (15 Minuten Wartezeit, bis wir das Auto hatten, Corsa gebucht, Zafira bekommen) war neu, Madeira war sehr schön, Teneriffa entspannt. Nach zwei vergeblichen Versuchen waren wir jetzt tatsächlich schon mal bis in den Hafen von Lanzarote gekommen :lol:, es war wie ein weiterer Seetag zum Abschluss. Weiterer Versuch nötig.
Aida verfolgt irgendwas mit dem Konzept. Ich vermute, die jungen Leute anzusprechen, man braucht ja auch noch Kunden, wenn wir in 20 Jahren wegfallen. Möglicherweise könnte es klappen, wenn die alles das, was uns stört, nicht stört.


Was wir auf Fuerteventura gemacht haben, um die Warteschlange (die sich in Eurem Fall ja zum Glück als zahnlos herausgestellt hatte) zu vermeiden: Mit dem Taxi zum Flughafen und dort den Mietwagen übernommen. Kostete 30,- statt 50,- am Hafen für gebuchten und erhaltenen Fiat 500X, Taxifahrt jeweils 12,- (kaum 15 Minuten Fahrzeit), also mit großzügigem Trinkgeld 5,- Euro Entlästigungsgebühr. Cicar bzw. Cabrera Medina war wegen der geschmeidigen Abwicklung und großzügigen Upgrades wieder zu loben (Teneriffa: statt gebuchtem Tipo einen XC60 bekommen :cool: :cool: :cool: , Lanzarote statt Arona einen Mokka und Gran Canaria statt Tipo wieder einen Mokka). An alle Mitleser, die diese Route planen: Es macht an der Cicar-Hafenstation in Gran Canaria keinen Sinn, sich ohne Reservierung dort einzureihen. Diese Leute wurden alle trotz Murren weggeschickt. Es sind immer nur so viele Autos dort, wie vorreserviert wurden.

Gute Frage, was Aida mit dem Konzept verfolgt. Zunächst offensichtlich mal, das preislich unschlagbare Angebot zu unterbreiten um das Schiff stets zu füllen und der größte Anbieter zu sein. Wird klappen - nur vermute ich, dass die Klientel irgendwann der Buffets überdrüssig wird, wenn sie mal bei der bedienten Konkurrenz mitgefahren sind. Deshalb werde ich auch nur mit Nova, Prima und Perla fahren. Was ich im übrigens sehr detaillierten und guten gemachten Online-Fragebogen auch so als Begründung geschrieben habe, warum ich Aida nicht uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Neben der Liegenreserviererei. Aber mit dieser riesigen Fraktion will man es sich offensichtlich nicht verscherzen. Schlage vor, das als zusätzlichen Programmpunkt ins "Aida Heute" mit aufzunehmen (04:30: "Wir treffen uns alle gemeinsam auf dem Sonnendeck um uns um die schönsten Liegen zu hauen.")

Virus ging spurlos an uns vorbei. Überrascht über seinen Ausbruch bin ich nicht, das kommt bei so vielen Menschen auf engem Raum, die aus der Kälte in den Süden auf ein klimatisiertes Schiff fliegen, einfach leicht vor. Daher nehme ich die ersten zwei Tage immer proaktiv etwas Aspirin zu mir. Im "Best Burger" fehlten am Freitag die Speisekarten, das Menü wurde mündlich durchgegeben. Auf die Besteckständer in den Buffets kann ich gut verzichten, ich finde die Dinger weder hygienisch noch schön, ich bevorzuge die Ausgabe des Bestecks mit Stoffserviette eingewickelt. Ich vermisse eher Salz- und Pfeffermühle, aber die sind natürlich ähnlich bedenklich.

Hallo Dietmar,

Diddn hat geschrieben: Mit Lillet hatten wir auch Erfahrung sammeln können. Diesen gibt es pur, als Spritz und in einer Wildberry-Version - wobei nicht jedem vom Personal die Unterschiede geläufig sind. Gehört da nun eigentlich Gurke oder Limette in den Spritz, wenn man ihn denn ohne Wildbeerengeschmack bekommt?!?


Nach meinem Kenntnisstand Gurke. Als Wildberry mit Erdbeere. :)

Diddn hat geschrieben:Die Frage von Subventionen bei Kaffee und Kuchen stellte sich nicht. Im Gegensatz zum Text im Tagesprogramm kostete beides, egal, ob einzeln oder zusammen bestellt.


Ernsthaft??? :eek: :eek: :eek: Wir viermal zweimal Kaffee & Kuchen gehabt (1 x Starbucks Cafe Mare, 1 x Loge 7, 2 x French Kiss Bar), immer nur Kaffee bezahlt, nie den Kuchen! Denke, dass man diesen Punkt mal offiziell klären sollte, das wäre eine erhebliche Einschränkung des Angebots. Kann ja nicht sein, dass man hier nach dem Gießkannenprinzip verfährt.

Viele Grüße

Andreas
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Joerg am 06.03.2019 14:10

Joerg hat geschrieben:Ernsthaft??? :eek: :eek: :eek: Wir viermal zweimal Kaffee & Kuchen gehabt (1 x Starbucks Cafe Mare, 1 x Loge 7, 2 x French Kiss Bar), immer nur Kaffee bezahlt, nie den Kuchen!


Hallo zusammen, ich hatte auch mehrmals Kaffee und Kuchen und musste weder den Kuchen noch den Kaffee bezahlen - den Kaffee allerdings nur deswegen nicht weil er in meinem AIDA-Light Getränkepaket enthalten war.

Dies war für mich aber von Anfang an klar - stand auch so im Tagesprogramm (letzte Seite).

Viele Grüße Jörg
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Wilhelm am 06.03.2019 14:20

Servus miteinander,

nach über 40 Kreuzfahrten mit diversen Reedereien (Costa, MSC, Tui, RCL, Trans Ozean, Phönix, X, Star Clipper etc.) bei denen wir immer einen weiten Bogen um AIDA gemacht haben, da uns das reine Büffet-Concept nicht angesprochen hat, wollen wir auf Grund interessanter neuer Routen (Südafrika) vielleicht doch einmal diesen Schritt wagen.

Deshalb verfolge ich auch diesen Thread mit großem Interesse.

Was ich aber bisher nicht herauslesen konnte ist: wie schaut es mit dem Abendprogramm abseits des Theaters aus??
Wir tanzen gerne zu Live-Musik in einer netten Bar und meiden meist die div. Shows.

Daher meine Frage: gibt es ausreichend Bars mit Live-Musik und auch einer ausreichenden Tanzfläche??

Würde mich freuen, darüber Infos von Euch zu bekommen.

Danke im Voraus und liebe Grüße - Willi
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Raoul Fiebig am 06.03.2019 14:29

Hallo allerseits,

auch von mir danke für die ausführlichen Rückmeldungen. Ich werde im Mai für vier Tage an Bord sein (Ersatz für die abgesagte November-Kurzreise) und dann im August noch mal mit Kids. Für Mai habe ich Restaurants bereits direkt nach Buchung reserviert, für August zieht sich das. Erst war nur dies reservierbar, dann das. Dann wieder gar nichts mehr, dann wieder einiges. Aktuell habe ich fast alles drin, aber das Steakhouse war bislang noch gar nicht reservierbar.

Lustig die Auskunft von AIDA dazu: Die Reservierungen werden individuell und einzeln für die entsprechenden Restaurants / Reisen geöffnet und zwar spätestens 90 Tage vor Reisebeginn.

Schön. Was ist da dann der Premium-Vorteil gegenüber Vario?
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon MrBoccia am 06.03.2019 14:39

Vielen Dank an die mittlerweile zahl- und wortreichen Berichte. Ab Samstag werden wir dann vor Ort prüfen, wie uns Aida gefallen wird. Für fast jeden Abend (ausser Maderia, da liegen wir bis Mitternacht, da wollen wir auswärts essen) haben wir (wie hier in einem der Beiträge dringend empfohlen) durchwegs Bedienrestaustaurants reserviert, abends wollen wir uns das Gefecht am Buffet ersparen.
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon Tinamama am 06.03.2019 15:18

Wilhelm hat geschrieben:Servus miteinander,...

Daher meine Frage: gibt es ausreichend Bars mit Live-Musik und auch einer ausreichenden Tanzfläche??

Würde mich freuen, darüber Infos von Euch zu bekommen.

Danke im Voraus und liebe Grüße - Willi


Ganz klar: NEIN. Ich habe die Tanzschuhe gleich daheim gelassen. Einmal war ein Discofox-Kurs im Cube (dunkle Disco), in Teneriffa habe ich im Programm entdeckt: Tanznachmittag mit Tony, auch im Cube. Tanz zu einer Liveband gabs nicht, falsche Gesellschaft. Frei Tanzen im Beachclub auf die Musik ist möglich, da sind immer welche.
Ist für anderes Publikum ausgelegt.

An Diddn: das Bordkonto ist ganz easy aufgebaut, so viel Computer ist ok, wenn es funktioniert.

An MrBoccia: Die Reise wird toll, du bist informiert und wirst nicht enttäuscht werden, solange du keine Liege benutzen willst. Allem anderen kann man sich anpassen.
Das Schiff hat trotzdem was, auch wenn wir nicht so dazupassen.
Hinweis: Man hört die Durchsagen vom Flur übrigens in der Kabine, wenn man das TV auf Webcam einschaltet.
Gruß
Christina

Muss nochwas anhängen:
Die Shows im Theatrium finde ich irgendwie geschummelt, Konserve, weil sie ganz viel vom Bildschirm liefern. D.h. im Hintergrund laufen Bilder oder Filme, ein paar Personen singen oder tanzen dazu. Die Band von Nashville lief als Film, die Sänger sangen auf der Bühne live. Das ist für mich auch eine Einsparung, man nimmt es einmal auf und kann es auf verschiedenen Schiffen nutzen. Spart die Musiker ein.
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon beatnik am 06.03.2019 15:39

Tinamama hat geschrieben:[Ganz klar: NEIN. Ich habe die Tanzschuhe gleich daheim gelassen. Einmal war ein Discofox-Kurs im Cube (dunkle Disco), in Teneriffa habe ich im Programm entdeckt: Tanznachmittag mit Tony, auch im Cube. Tanz zu einer Liveband gabs nicht, falsche Gesellschaft. Frei Tanzen im Beachclub auf die Musik ist möglich, da sind immer welche.
Ist für anderes Publikum ausgelegt.

Vielen Dank Tinamama - dann hat sich AIDA für uns erledigt!
... auch an alle anderen, die ihre Eindrücke hier teilen!
lg, Beatnik
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Re: Eindrücke von der AIDAnova

Beitragvon MrBoccia am 06.03.2019 15:50

Tinamama hat geschrieben:An MrBoccia: Die Reise wird toll, du bist informiert und wirst nicht enttäuscht werden, solange du keine Liege benutzen willst. Allem anderen kann man sich anpassen.
Das Schiff hat trotzdem was, auch wenn wir nicht so dazupassen.


Ich bin keiner, der sich tagsüber bratend in die Sonne legt. Ausserdem ist eh fast jeden Tag Landgang, da ist man ohnehin draussen unterwegs. Vielleicht mache ich mir aber bisschen Spass mit den Reservieren und vertausche ihre Wäscheklammern (oder was auch immer der Profi da zum Reservieren benutzt).
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