Sonnendeck Seereisen

Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Kreuzfahrten auf Hochseeschiffen deutscher Veranstalter (inklusive AIDA Cruises & TUI Cruises)

Moderator: Prinzesschen

Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon put_at_sea am 23.06.2008 19:10

Nachdem ich hier schon mit Interesse einige Reiseberichte gelesen habe, versuche ich mich nun daran, euch auch an meinen Eindrücken und Reiseerlebnissen teilhaben zu lassen.
Ich bitte um Nachsicht, wenn der Bericht einige Schwächen aufweisen sollte bzw. wenn er doch recht umfangreich geworden ist, doch ist das zwar bereits meine siebte Kreuzfahrt gewesen, jedoch ist dieses mein erster veröffentlichter persönlicher Reisebericht. Getreu dem Motto „besser spät als nie“ (die Reise endete nämlich bereits schon im März) folgt nun also mein ganz persönlicher (und daher subjektiver) Reisebericht:

Nach einer Nacht im Flughafenhotel flog ich am 18.02.08 mittags von Düsseldorf mit der LTU über Vancouver nach Papeete. Nach der Zwischenlandung in Vancouver setzten wir den Flug nach Tahiti mit einer anderen Crew fort. Während des stundenlangen Fluges gab es über dem Pazifik die ganze Zeit Turbulenzen, weswegen schließlich auch der Service eingestellt wurde. Mir selbst setzten die Turbulenzen glücklicherweise nicht so zu, doch erging es einer anderen jungen Frau leider weniger gut. Sie legte sich vor Übelkeit in den Gang und wurde später von den Stewardessen nach hinten gebracht. Bis auf einen einzigen freien Platz war die Maschine voll belegt gewesen, und dabei war das schon die zweite Maschine gewesen, denn bereits am Vorabend war ein Flug von Frankfurt nach Papeete gestartet.
Trotz der späten Stunde wurde jeder Gast am Flughafen von Papeete herzlich empfangen. So bekam jeder Reisende erst eine duftende weiße Blüte ins Haar gesteckt und später am Ausgang auch noch eine Blütenkette.
Nun galt es, die vielen Leute samt Gepäck auf verschiedene Busse zu verteilen, denn schließlich lagen ja die Amadea, die Albatros und die Maxim Gorki alle gleichzeitig in Papeete und wollten von neuen Passagieren zu nächtlicher Stunde erobert werden. Das war eigentlich recht gut organisiert und das Einchecken an Bord verlief unerwartet schnell. Im Transferbus hatte man noch ein Buchungsvordruck für die Ausflüge in Bora Bora bekommen, die bereits am übernächsten Tag stattfinden sollten. Ich füllte diesen noch in der Nacht aus und gab ihn sogleich ab – eine gute Entscheidung, denn Stunden später am nächsten Morgen hatten einige Leute das Nachsehen, als sie ihren Buchungswunsch abgaben. Bevor ich zu Bett ging filmte ich noch ein wenig an Deck das Schiff, die Umgebung und die umliegenden Kreuzfahrtschiffe. Die Koffer auszupacken schaffte ich dann nicht mehr vollends und verschob das zugunsten meines wohlverdienten Schlafes nach diesem langen Anreisetag. Leider war der Schlaf nicht so ganz ergiebig, denn die Lautstärke der Klimaanlage/des Belüftungssystemes empfand ich zuerst doch als so laut, als würde gerade direkt vor meiner Kabinentür staubgesaugt. Im Laufe der Reise gewöhnte ich mich jedoch an dieses für mein Empfinden nicht gerade unterschwellige Nebengeräusch und es störte mich nicht weiter.

Nach einer kurzen Nacht ging ich früh an Deck, um mich am Lido-Buffet mit Frühstück zu versorgen. Der schöne Blick auf die grünen Berge Tahitis und den blauen Himmel im Hintergrund tat meiner Seele nach dreijähriger Reiseabstinenz einfach nur gut und ich freute mich fast etwas ungläubig, wirklich dort sein zu können. Ich verbrachte dort einige Zeit an Deck und es kamen immer mehr Passagiere, die frühstücken wollten. Zwei Alleinreisende Damen gesellten sich nach und nach zu mir und wir unterhielten uns nett. Als ich danach noch ein Foto von der schönen Bergkulisse machen wollte, war der Anblick zwar immer noch schön, aber doch bewölkt und nicht mehr ganz so wunderschön wie noch am früheren Morgen. Naja, das entstandene Foto läßt sich aber auch sehen. Nachmittags nahm ich dann an der Tahiti-Jeep-Safari teil. Dabei ging es mit kleinen Gruppen in Jeeps in die grüne Bergwelt Tahitis. Kurz nach der Abfahrt erwischte uns ein starker Regenguss. So mochte niemand am ersten Haltepunkt, einem Aussichtspunkt auf das Meer, aussteigen. In den weiteren Stunden ging es in die grüne Bergwelt. Zu sehen gab es kleine Wasserfälle, einen See mit Aalen und es wurde ein Stopp bei einem einsamen Restaurant gemacht. Wer wollte, konnte auch kurz in einem kleinen Flußarm schwimmen. Zwar hatte ich vorsichtshalber auch Badebekleidung eingepackt, doch konnte ich mich - wie viele andere auch - nicht dazu durchringen, dort auch schwimmen zu gehen. Ehrlich gesagt hatte ich mir unter den Beschreibungen des Ausfluges etwas Anderes vorgestellt und war insgesamt nicht so überwältigt von dem Ausflug. Das mag jetzt für einige vielleicht etwas überheblich klingen, aber es war einfach so. Der Jeepfahrer und damit auch unser Tourguide war auch nicht gerade sehr gesprächig. Mit meinem mittlerweile sehr eingerosteten letzten Rest meiner Schulfranzösisch-Kenntnisse kamen dann doch noch einige wenige kleine Gespräche zustande. Ich hatte gehofft, mehr grüne Vegetation von nahem sehen zu können und hätte es auch lustig/abenteuerlich gefunden, wenn die Tour holperig wie angekündigt gewesen wäre, doch beide Aspekte vermisste ich etwas. Allerdings mag auch ein Grund dafür, dass mir dieser Ausflug als nicht so bemerkenswert im Gedächtnis zurückgeblieben ist darin liegen, dass ich beim Ausflug starke Kopfschmerzen bekam. Bei der langen Rückfahrt (auf demselben Weg auf dem wir gekommen waren), wurde ich dann auch noch extremst müde und hatte stellenweise große Mühe, wach zu bleiben. Zurück an Bord legte ich mich daher auch noch eine Weile aufs Bett. Etwas verspätet ging ich dann auch ohne Appetit noch ins Restaurant, um meine Tischgesellschaft kennenzulernen. Ich saß mit vier weiteren Alleinreisenden an einem runden Tisch der für maximal sechs Personen angelegt war. Ich muß allerdings anmerken, dass der Tisch mit „nur“ fünf Leuten auch platzmäßig schon gut ausgelastet war.

Am nächsten Morgen war ich ganz früh an Deck um den Sonnenaufgang und später die Anfahrt auf Bora Bora zu erleben. Da ja Regenzeit war, hoffte ich nur auf tolles Wetter und wir hatten auch wirklich ein Superglück damit. Nach der Morgendämmerung zeigte sich ein strahlend blauer Himmel mit vereinzelten weißen Wolken. Der ortsansässige Lotse soll dem Kapitän auch gesagt haben, dass wir uns mit diesen tollen Wetterverhältnissen wirklich glücklich schätzen könnten.
Am Lido-Buffet erlebte ich dann gleich wieder eine Situation, die unter die Sparte „die Welt ist klein“ fällt.Dort traf ich nämlich zufällig auf eine alleinreisende Dame, die ich schon vor drei Jahren auf einer anderen Kreuzfahrt (mit der Astoria) kennengelernt hatte und mit der ich mich seinerzeit viel unterhalten hatte. Wir erkannten uns beide auch gleich wieder. Tage später traf ich noch eine weitere Dame wieder, die wir auch beide vom Alleinreisenden-Treff auf der Astoria von vor drei Jahren noch kannten.
Um 8.20 Uhr war dann das Treffen für meinen Ausflug in der Atlantik-Lounge angesetzt. Ich hatte mich für eine Katamaranfahrt entschieden. Die Albatros lag auf Reede vor Vaitape und so wurde getendert. In der Nähe lag noch ein teureres Kreuzfahrtschiff (von Regent) auf Reede. Zu der einheimischen Crew des Katamarans gehörten vier Männer, die alsbald nach dem Ablegen einheimische Lieder mit der Okulele vortrugen und sangen. Die Katamaranfahrt ging um ein längeres Inselchen des Atolls entlang. Dabei bekam ich auch die berühmten Wasserbungalows eines Luxushotels von der Meeresseite zu sehen. Es ergaben sich viele Fotomotive und so knippste ich viele Fotos (bzw. ließ mich selbst mit dem schönen Hintergrund fotografieren) und filmte auch wieder mit meiner Videokamera. Mitten im Meer wurde dann geankert und die Leiter ins Wasser abgelassen. An einer seichten Stelle konnten wir dann etwas abgeschirmt von den Fahrrouten anderer Boote schwimmen und schnorcheln. Ich hatte mir ja die Taucherbrille meiner Schnorchelausrüstung aus Deutschland mitgenommen. Viele Korallen gab es dort leider nicht zu sehen und so waren auch nur ein paar kleine und nicht so farbenfrohe Fische zu erspähen. Aber dennoch hat mir das Ambiente des Ausfluges gut gefallen. An Bord gab es dann noch kostenfreie gemixte Drinks und später auch Obst und Kokosnussstücke. Unter erneuter „hausgemachter“ Musik komplettierten wir die Runde mit dem Katamaran bis wir schließlich wieder in Nähe der Albatros in Vaitape anlegten. Als wir dabei an der Albatros vorbeikamen, winkten uns einige Leute von den Außendecks zu und wir auch ihnen zurück. Dazu der blaue Himmel und die einheimische Musik (sowie ein bißchen Alkohol intus, was für mich ja ungewohnt ist), da kam soetwas wie Partystimmung und auch wieder die Freude und Dankbarkeit in mir auf, diese Situation überhaupt erleben zu dürfen. Beim Verlassen des Katamarans hatte ich dann noch kurzzeitig ein Problem: Beim Besteigen des Katamarans hatte jeder seine Schuhe ausziehen und in eine große Kiste legen müssen. Als ich nun meine Schuhe suchte, fand sich nur noch einer und ein mir fremder, kleinerer zweiter Schuh an. Offensichtlich hatte jemand aus Versehen meinen zweiten Schuh angezogen und war schon damit weggegangen. Die starke Sonnenstrahlung hatte denn Bodenbelag im Hafen so sehr aufgeheizt, dass jeder Schritt barfuß schmerzte. So versuchte ich in dennoch in den kleineren fremden Schuh zu schlüpfen und kam so nur langsam voran. Irgendwann kam dann aber doch die Dame zurück, die fälschlicherweise mit einem meiner Schuhe davongegangen war und so konnte ich auch wieder mit meinen eigenen Schuhen in ordentlicher Art und Weise gehen. Mit dem Tender ging es dann zurück zur Albatros. Da ich für nachmittags keinen Ausflug mehr hatte kriegen können (alle waren restlos ausgebucht gewesen), ging ich nachmittags alleine in den Ort, hauptsächlich um nach Souvenirs etc. zu schauen. So kaufte ich auch einige Postkarten, die aber nicht gerade billig waren. Überhaupt waren die Damen in den nahegelegenen Geschäften doch sehr kaufmännisch eingestellt und handeln bezgl. der Preise war schlicht nicht möglich. Später stellte ich dann auch noch fest, dass sie mich beim Wechselgeld über den „Tisch gezogen hatten“.
Allerdings ließ ich mir davon nicht die Laune verderben. Nach dem Abendessen verzichtete ich erneut auf das Abendprogramm und bekam stattdessen eine nunmehr funktionsfähige andere E-mail-Kontingent-Karte. Die erste hatte nämlich nicht funktioniert. Da konnte ich keine E-Mails versenden aber dafür E-Mails sehen (gelesen habe ich sie aber nicht), die jemand Anderes bekommen hatte zu einer Zeit als ich noch garnicht an Bord gewesen war...

Der nächste Tag (Donnerstag, der 21. Februar) war dann ein Seetag und wir reisten unter blauem Himmel und Sonnenschein. Abends fand der obligatorische Sektempfang mit dem Kapitän statt und ich ließ es mir nicht nehmen, auch ein Foto mit dem Kapitän (Jarle Flateboe) und dem Kreuzfahrtdirektor machen zu lassen (wenn man schon mal da ist...). Da es der sogenannte Galaabend war, war der feine Kleidungsstil angesagt. Das Abendessen hatte in Anlehnung an die zurückliegenden Inseln „Polynesien“ zum Thema. Nach dem Essen (was mangels genügend freier sauberer Teller länger gedauert hatte) trat dann der frischgebackene neueste Ehrenbürger von Bora Bora, Tony Marschall, in der Lounge auf. Der war gerade ein paar Tage zuvor dort Ehrenbürger geworden und wurde von der Albatros (die ihn schon auf dem Hinweg dorthin begleitet hatte) nun wieder aufgelesen und bis nach Rarotonga mitgenommen.
Zwar ist die von Tony Marschall dargebrachte Musik normalerweise nicht gerade meine bevorzugte Musikrichtung, doch schaute ich mir den Auftritt auch interessiert an. Die Lounge war proppenvoll. Wie im Vorfeld zu hören war, war auch eine zirka 100 - 120 Personen starke Fan-Gruppe (die Holdenried-Gruppe) extra wegen Tony Marschall mit an Bord der Albatros gewesen. Ich als 30-jährige Frau muß echt bewundernd anerkennen, wieviel Durchhaltevermögen dieser ältere Herr wirklich hatte. Er trug viele Titel vor (wobei das mir bis zu dieser Reise unbekannte „Bora Bora eh“ natürlich nicht fehlen durfte). Ein paar Lieder sang er gemeinsam mit seinem Sohn Pascal. Es gab Zugabe um Zugabe und so wurde die geplante Auftrittsdauer deutlich überzogen. Er sagte – glaube ich mich zu erinnern – insgesamt viermal „noch ein Lied“. Das implizierte ja immer die Vermutung, dass gleich Schluß sein würde, doch schließlich endete die Vorstellung dann gegen 24.00 Uhr. Ich als vergleichsweise junge Person war gegen Ende der Vorstellung tierisch müde und war letztlich froh, als ich endlich in mein Bett gehen konnte, ohne etwas vom Auftritt verpassen zu müssen. Herr Marschall schwitzte nicht wenig und hielt trotzdem durch und sang mehr Lieder als erwartet. Dafür bzw. für dieses Durchhaltevermögen (das war garantiert sehr anstrengend) hat er meinen Respekt, auch wenn es trotzdem wohl nie meine bevorzugte Musikrichtung sein wird.

Am nächsten Tag lag die Albatros dann auf Reede vor der Cookinsel Rarotonga. Nun zeigte sich auch die vorhandene Regenzeit, denn der Himmel war bewölkt und beim Frühstück auf dem Lidodeck wechselte ich dann irgendwann meinen Tisch zugunsten eines teilweise überdachten Tisches, als es zu regnen begann. Auf Rarotonga gab es keine geführten Landausflüge, sondern nur die Möglichkeit des privaten Landganges. Um 9.15 Uhr war meine Kartenfarbe mit dem Treffen für die Ausbootung an der Reihe. In der Reiselektüre hatte ich im Vorfeld gelesen, dass im Hafen zwei Schiffswracks liegen sollen. Tatsächlich konnte ich aber nur das offensichtliche (auf der Mole) liegende Wrack sehen. An Land schlenderte ich neben einer belebten Straße entlang und schaute mir einen kleinen Markt und mehrere Souvenirläden an, konnte mich letztlich aber nicht dazu durchringen, irgendetwas zu kaufen. Zurück an Bord der Albatros testete ich dann mal den Außenpool und freute mich darüber, dass dieser nicht so klein war wie der Pool auf meiner vorherigen Kreuzfahrt mit einem anderen Schiff.
Beim Abendessen erzählte einer meiner Tischnachbarn, den ich im Nachfolgenden mit „H“ erwähnen werde, von seinem offenbar schönen Ausflug an Land. Demnach hatte er sich ein Motorad geliehen und war einmal auf der Küstestraße um die ganze Insel rumgefahren. Dabei kam er (den Fotos auf seiner Digitalkamera nach zu urteilen) auch in ein sonniges Eckchen mit schönen exotischen Pflanzen, was ich angesichts der über dem Schiff und dem Hafen hängenden starken Dauerbewölkung bemerkenswert fand. H hat diesen Tag auf Rarotonga also wirklich gut genutzt im Gegensatz zu meinem kleinen Bummel dort.
Außer H waren noch drei andere Alleinreisende an meinem Tisch, nämlich T, Herr K. und Frau B. Ich habe ja nun schon sieben Kreuzfahrten hinter mir, doch ich muß sagen (oder vielmehr schreiben), dass diese die bisher netteste Tischrunde war, die ich je auf einer Kreuzfahrt gehabt habe. Wir hatten im Laufe der Reise wirklich ein nettes Miteinander und teilweise auch einiges zu lachen und gute Gespräche.
Nach dem Abendessen fand dann in der Lounge eine kleine Vorstellung sämtlicher Unterhaltungskünstler statt, die einen kleinen Vorgeschmack auf die auf der Reise folgenden Einzeldarbietungen sein sollte. Ich fand das ganz gut um für mich persönlich schonmal entscheiden zu können, welche Einzelshows welcher Künstler mich wohl eher interessieren würden und welche ich getrost vernachlässigen können würde.

Samstag, der 23.02.08 war dann wieder ein Seetag. Gegen 7.00 Uhr morgens war ich wieder auf Deck 6 beim Lido-Buffet. Das war – der Regenzeit angemessen – schon ein recht nasses Ambiente. Der Himmel war wieder bewölkt und das Wasser stand in großen Pfützen auf den Holzplanken. Schließlich setzte sich ein älteres Paar mit an meinen Tisch was an sich ja auch kein Problem darstellt, doch empfand ich ihr Auftreten als etwas unhöflich. Sie hatten sich nämlich ohne zu fragen, ob die Plätze überhaupt noch frei sind und ohne ein schlichtes „Guten Morgen“ wortlos dazugesetzt, um dann geflissentlich schweigend die ganze Zeit an mir vorbeizuschauen und zu schweigen. Man mag mich für kleinkariert halten, doch ich empfand das als nicht gerade höflich.
Und dann heißt es oft, die jüngeren Leute wären immer nur unhöflich...
Später kam dann aber noch ein anderes älteres (schweizerisches) Paar an meinen Tisch, die mir zeigten, dass es auch anders geht. Es ergaben sich nette Gespräche und im Verlauf der weiteren Reise setzten die sich auch gerne mal weiter fort.
Da ja Seetag war, wurden auch wieder einige Spiele angeboten und so nahm ich mit ca. 10 weiteren Passagieren bei dem Spiel/Quiz „Wer wird Millionär“ teil. Gewonnen hatte ich zwar nicht, doch überredeten einige Mitspieler Bernd vom Phoenix-Team, Sekt nicht nur für den Gewinner sondern für die gesamte Teilnehmerrunde zu spendieren und so nahm ich auch ein Glas in meiner Urlaubslaune (denn eigentlich mag ich nur bedingt alkoholische Getränke trinken). Nachmittags lag ich auf Deck 7 auf einer Liege. Da war teilweise ein frischer Wind zu spüren und der Himmel war bedeckt. Spontan entschloß ich mich dann doch, nachmittags mal die Kaffeestunde auszuprobieren und gönnte mir etwas Kuchen. Bei so vielen Möglichkeiten an Bord, eine Mahlzeit einzunehmen, ging ich während der ganzen Kreuzfahrt höchstens dreimal zur Kaffeestunde, um etwas Kuchen zu essen. Immer nur essen geht ja nun auch nicht. ;)
Gegen 17.00 Uhr gab es dann in der Atlantik-Lounge die erste Bingo-Veranstaltung der Reise woran ich teilnahm. Das allerletzte Bingo des Tages (das, wie ich es nenne „Trost-Bingo“ für denjenigen der als letztes eine der gezogenen Zahlen auf dem Bingo-Spielbrett hat), hatte dann tatsächlich ich! Dafür bekam ich eine Flasche Champagner und durfte mir einen der verbliebenen Restpreise (Werbeartikel von Phoenix) aussuchen. Meine Wahl fiel auf ein Logbuch, wo alle meine Phoenixreisen eingeschrieben werden können mit den Unterschriften der Kreuzfahrtdirektoren und der Kapitäne. Das mag später ja mal eine nette Erinnerung für mich sein und vielleicht folgen im Laufe der Jahre ja noch weitere Reisestempel im Logbuch. Ich freute mich über den Gewinn, muß allerdings erwähnen, dass ich grundsätzlich nicht so gerne viel Alkohol trinke. Eine Sektflasche, die ich 2002 auf der AIDAcara ebenfalls mal beim Bingo gewonnen habe, steht heute noch ungeöffnet in meinem Kühlschrank.... So überlegte ich, wie ich die Flasche am besten leer bekommen könnte und kam da sehr schnell auf die richtige Idee: Ich nahm die Flasche mit zum Abendessen. Dort ließ ich sie gegen eine kalte auswechseln und vor bzw. beim Dessert leerte unsere nette Tischrunde die Champagner-Flasche. H hatte die Tage zuvor schon Späßchen gemacht, weil ich anders als die meisten anderen Passagiere ja überhaupt nicht an den Tischwein ranggegangen war. Und nun kam ausgerechnet ich mit einer Champagner-Flasche an – da hatte unsere ganze Runde viel zu lachen und es war eine wirklich schöne Gesellschaft. Da die zwei Cocktail-Kellnerinen, die ja wohl für beide Restaurants alleine zuständig zu sein schienen, weit und breit nicht mehr zu sehen waren, verteilte ich dann den restlichen Champagner mehr oder weniger gekonnt an meine Tischnachbarn. Ich selbst mischte meinen mit Orangensaft, was mir eindeutig besser schmeckte.
Kurz nach 21.00 Uhr ging ich dann in die Atlantik-Lounge. Laut Tagesprogramm sollte der Bauchredner ja erst um 21.30 Uhr auftreten, doch lief sein Programm (Zaubertricks) schon. Das machte mir aber nichts und nach ca. 20 Minuten entschloß ich mich dann sowieso doch lieber dazu, die Lounge zu verlassen.

Sonntag, der 24. Februar 2008, verlief dann insofern anders als geplant, als dass ein Anlanden mit den Tenderbooten auf der Insel Niue wegen der Brandung für zu gefährlich befunden wurde und wir die Insel also nur aus der Entfernung sehen konnten. Über diesen Umstand wurden die Passagiere per Lautsprecherdurchsage kurz vor 8.00 Uhr morgens informiert. Ferner wurde mitgeteilt, dass es einen medizinischen Notfall an Bord geben würde, der es erforderlich machen würde, schneller als geplant (mit voller Kraft) nach Tonga zu fahren, damit der Erkrankte dort im Hospital behandelt werden könnte. Mich erreichte diese Durchsage beim Lido-Bufett unter erneut regnerischen bzw. bewölktem Himmel. Mir selbst kam der Wellengang eigentlich nicht so stark vor, doch kann das natürlich auf einem großen Kreuzfahrtschiff auch täuschen. Schließlich sind die kleinen Tenderboote ja angreifbarer als das Hauptschiff. Kurzzeitig wurde den Passagieren, die zur Zeit der Durchsage noch unter Deck gewesen waren, die Möglichkeit gegeben, die Insel von den Außendecks aus zu beobachten. Dann ging es aber merklich mit voller Kraft voraus. Da ja nun aus dem geplanten Landgangstag ein Seetag geworden war, wurde ein neues Tagesprogramm veröffentlicht, das wieder mit den üblichen Aktivitäten eines Seetages gespickt war. Gegen 11.00 Uhr probierte ich daher mal das Spiel „Stadt, Land, Fluß“ aus. Allerdings waren da einige Weltreisende, die das schon gewohnheitsmäßig seit mehreren Etappenreisen spielten, einfach viel geübter und kaum zu schlagen. Den Tag verbrachte ich mit Eintragungen in meinem eigens für diese Reise angeschaften Reisetagebuch. Außerdem probierte ich auf Deck 9 einen der Whirlpools aus. Die Tage zuvor hatte ich immer schon gesehen, das immer nur einer von dreien belegt gewesen war und heute stellte ich nun auch fest, warum das so war: Der andere war einfach zu heiß! Wie das jemand ertragen können soll ist mir schleierhaft. Der eine Whirlpool muß wirklich nach meinem subjektiven Gefühl nach zu urteilen mindestens so um die 50 Grad Temperatur gehabt haben und mir kam mein Zeh nach der ersten Wasserprobe fast schon verbrüht vor! Dazu möchte ich noch anmerken, dass ich - was Wassertemperaturen angeht – wirklich nicht wehleidig bin und mir so ziemlich alles (ob kalt oder warm) gefallen lasse, ob im Schwimmbad oder beim Haarewaschen beim Frisör, aber so eine heiße Wassertemperatur wie in dem einen Whirlpool dort auf Deck 9 habe ich bisher noch nie erlebt. Glücklicherweise war aber einer der drei Whirlpools noch auf erträglichem Temperaturniveau und so genoß ich meine Zeit dort unter bewölktem Himmel, mitunter mit Untermalung einiger Regentropfen (aber bei nicht mehr so vielem Regen wie Stunden zuvor). Das war recht angenehm in dem Whirlpool und so überschritt ich einfach merklich die „empfohlene“ Benutzungsdauer. Eine durchaus vorhandene Sorge konnte bereits beim Mittagessen per Lautsprecherdurchsage aus der Welt geschafft werden: Uns wurde mitgeteilt, dass der erkrankte Patient mittlerweile stabil und nicht mehr in einer lebensbedrohlichen Situation sei und dass wir daher wieder langsamer fahren würden und nun doch nicht noch am gleichen Abend in Tonga ankommen würden, sondern wie geplant erst am nächsten Morgen. Um 17.00 Uhr nahm ich dann wieder beim Bingo teil. Eigentlich hatte ich das ja erst garnicht machen wollen (nach dem Motto „ich habe mein Glück beim Gewinn des Champagners ja schon völlig ausgereizt“), doch machte ich aus Spaß und zum Zeitvertreib wieder mit und ich hatte wieder Glück. Diesmal bekam ich ein Phoenix-Baseball-Cap und einen Albatros-Pin sowie einen Gutschein für eine kostenlose Bingo-Teilnahme, was meine Tischrunde in Erstaunen versetzten. Scherzhaft wurde ich beauftragt, demnächst wieder einen Champagner zu gewinnen. Während des Abendessens um ca. 20.30 Uhr überquerten wir die tiefste Stelle des Tongagrabens. In der Lounge traten die Phoenix-Dancers auf. Nach diesem Auftritt ging ich bald müde in meine Kabine um zu schlafen. Gegen Mitternacht wurde die Datumsgrenze passiert, was in unserem Fall bedeutete, dass uns der Montag der 25.02.08 verloren ging und wir vom 24.02. auf den 26.02.08 sprangen. In Harry´s Bar wurde dieser Sprung auch von allen Willigen physisch vollzogen (wofür es als Belohnung etwas Hochprozentiges gab). Zu der Zeit lag ich aber lieber in meinem Bett um zu schlafen.

Also geht es nun weiter mit Dienstag, dem 26.02.08:
Wir lagen in der Nähe von Vava´u vor Tonga auf Reede. Der Himmel war wieder grau und sehr wolkenverhangen. Um 08.50 Uhr war das Treffen in der Atlantik-Lounge für meine gebuchten Ausflug „Höhlentour und Baden“ angesetzt. Viele der Passagiere hatten sich für diesen Ausflug entschieden, so dass mehrere Ausflugsboote in unterschiedlichen Größen von Vava´u ablegten. Einigen Passagieren, die teurere Kabinen gebucht hatten (als ich, die die günstigste Innenkabinenkategorie für Alleinreisende gebucht hatte), wurde vorab die Möglichkeit gegeben, einen der limitierten Plätze in den schöneren Schnellbooten zu bekommen. Da T, H und ich aber alle denselben Ausflug gebucht hatten, entschloß sich H dazu, seinen reservierten Platz aufzugeben, um mit uns gemeinsam auf dem langsamen und vollen Ausflugsboot die Tour mitzumachen. So war die halbe Tischrunde wieder versammelt. Das Ausflugsboot war eher ein motorisiertes Floß mit teilweiser Überdachung. Bestuhlt war es durch Plastikstühle, die reihenweise in der Mitte aufgebaut waren. Das Ein- und Aussteigen erfolgte über die herablassbare Bugklappe. Das Boot war mit mehr als 60 Leuten beladen, hatte jedoch nicht ausreichend Sitzplätze für alle Ausflügler, so dass ich neben ein paar anderen Leuten die Fahrt vorne stehend und Halt suchend verbrachte. Wasser kam nicht nur von oben in Form von Regentropfen sondern auch von unten, nämlich dann wenn die Wellen an der untere Kante der Bugklappe schwabbten. Auf dem Weg zum Badeinselchen Nuku kam es dann auch zu einer – wie ich finde – unnötig unhöflichen Szene mit anderen Mitreisenden. Ich habe mich an Ort und Stelle zwar dazu entschieden, mich darüber nicht weiter zu ärgern, möchte die Geschichte hier jedoch gerne erwähnen. Hier im Forum haben ja schon einige „Kappenrentner-Geschichten“ erzählt. Ob dieses ältere Paar nun auch dazuzuzählen ist, bleibt eurer Beurteilung überlassen: Als wir in einiger Entfernung die Albatros passierten, erlaubte ich mir doch tatsächlich, mich kurzzeitig vorne nicht mehr seitlich hinzustellen sondern in die Mitte (ca. 1,5 m vor die erste Stuhlreihe), um H mit dessen Fotoapparat mit der Albatros im Hintergrund fotografieren zu können. Da beschwerte sich ein kleiner älterer Mann aus der ersten Reihe augenblicklich, dass ich im Weg stehen würde. Dazu sei angemerkt, dass ich nicht direkt vor ihm stand und er noch genug nach vorne sehen konnte (wo es im übrigen gerade sowieso nichts zu sehen gab außer in einiger Entfernung ein paar kleine Inseln unter grauem Himmel an der uns der Weg später vorhersehbarerweise sowieso noch näher vorbeiführte. Ich sagte ganz gelassen, ich bräuchte nur einen kleinen Moment (um das Foto zu machen). Das schien den Herrn und nunmehr auch seine Frau total zu verärgern. Ich blieb trotzdem da stehen (denn die paar Sekunden für ein Erinnerungsfoto von H mit der Albatros im Hintergrund müssen doch wohl wirklich mal drin sein). Nach diesem kurzen Augenblick (der noch kürzer gewesen wäre, wenn der Herr mich erst garnicht unterbrochen hätte), ging ich wieder an die Seite. Er war immer noch erbost und seine Frau wohl auch. Dabei hatten sie nichts fotografieren wollen (dann hätte ich es ja noch etwas verstehen können). Ein bißchen Toleranz für die paar Sekunden muß doch wohl möglich sein, oder sehe ich das falsch? Anscheinend gibt es Leute, die denken, alles auf der Kreuzfahrt gehört nur ihnen alleine. Immerhin habe ich denselben Preis für den Ausflug bezahlt wie dieser Herr und ich hatte nicht mal einen Sitzplatz bekommen und habe ich mich etwa darüber beschwert? (Nein, ist die richtige Antwort). Nun ja, ich beschloß, mich nicht weiter darüber aufzuregen da es das ja nicht wert wäre und es gelang mir glücklicherweise auch. Auf Nuku ging ich wie viele andere auch ins Wasser. Mit meiner Taucherbrille und einem recyclingfähigen Unterwasserfotoapparat bewaffnet, erkundete ich die dortige Unterwasserwelt. Wasser in Form von Regen gab es übrigens auch von oben. Zunächst schwamm und tauchte ich lange auf einer Seite einer von der Insel abstehenden Sandbank, auf der praktisch alle Ausflügler waren. Da gab es allerdings garkeine Korallen und nur vereinzelt einen Fisch zu sehen. Ich war schon lange dort gewesen und auf dem Rückweg zum Boot, als ich mich spontan dazu entschloß, auf der anderen Seite der Sandbank, dort wo auch die Boote lagen, auch nochmal ins Wasser zu gehen. Und dort entdeckte ich schließlich, dass es da viel mehr zu sehen gab. Da konnte man unterschiedliche Korallen und die unterschiedlichsten Fische in Farben und Größen entdecken. Schade war nur, dass ich fast alle Fotos von meinem Unterwasserfotoapparat schon auf der weniger spektakulären Seite verknippst hatte, und ich die paar restlichen Fotos für einen weiteren geplanten Schnorchelausflug auf einer Fidji-Insel aufheben wollte. So machte ich dann auch nur noch ein Foto. Da ich auf dieser Seite der Insel ja ziemlich alleine war, bemerkte ich irgendwann einen Mann von der Bootscrew. Ich hörte ihn erst, als er schon nah bei mir war. Das war eine surreale Situation. Gerade noch war ich mit dem Kopf unter Wasser gewesen und hatte mir die einheimische Unterwasserwelt angeschaut, da steht dieser Mann plötzlich (bekleidet) hinter mir, tief bis zur Brust im Meer, und hält mir eine Obstplatte hin und bietet mir davon an. Das war eine unerwartete aber nette Situation. Perplex nahm ich dankend ein Stück Wassermelone vom Tablett, um mich nach dem kurzen Snack noch weiter der Unterwasserwelt zu widmen.Von dieser ulkigen surrealen Situation habe ich sogar ein Foto, denn H und T (die nicht mit ins Meer gegangen waren) hatten sich auf der zu mir gerichteten Seite unseres Ausflugsbootes unterhalten und mich beobachtet als der Crewman auf mich zukam und da hatte H gleich seinen Fotoapparat gezückt und mir nach der Reise wunschgemäß dieses besondere Bild und ein paar weitere per E-mail zugesandt. Zurück an Bord des Ausflugsbootes ging es dann (teilweise unter starkem Regenfall) zu einer Höhle in der schwalbenähnliche Vögel leben sollen. Allerdings wurde nur in einiger Entfernung zum Eingang angehalten. Die Beschreibung des Ausfluges hatte sich so lesen lassen, dass man da auch reingehen könnte zur Besichtigung, was offensichtlich nicht der Wahrheit entsprach, was mehrere Ausflugsgäste nicht gerade erfreute. Dass wir überhaupt daran vorbeifuhren war sowieso erst garnicht so sicher gewesen, da der Bootsführer zuerst gesagt hatte, es würde aufgrund des Wellenganges nicht gehen. Dazu sei zu bemerken, dass ja auch bei jeder neuen Welle, die vorne an die Bugklappe schlug, durch die untere Kante etwas Wasser eindrang das schließlich den gesamten Boden des Bootes bis nach ganz hinten befeuchtete. So wurde dann auch meine Tasche - ich hatte ja keinen Stuhl auf den ich sie hätte stellen können - nass. Grundsätzlich sah es aber nicht nach sehr starkem Wellengang aus. Wir waren wohl auch nur aufgrund des massiven Protestes mehrerer Ausflügler überhaupt noch in die Nähe der Höhle gefahren, die es sich nicht gefallen lassen wollten, dass wir dort trotz der scheinbar ruhigen See nicht hinfahren. Zurück auf Vava´u ging ich als eine der ersten von Bord (ich stand ja ganz vorne) und ging schnurrstracks an den Souvenirständen vorbei und stieg in ein schon gut gefülltes Tenderboot, welches auch bald ablegte. Da hatte ich wirklich Glück. Auf dem Schiff ging ich dann kurz auf die Kabine um dann bald zu der bereits geöffneten Mittagssitzung ins Restaurant zu gehen.
Nachmittags ging ich dann nochmal alleine an Land und spazierte durch den Ort Neiafu und ließ mich überraschen, was mich als nächstes erwartet (denn an die Mitnahme eines Stadtplanes hatte ich nicht gedacht). Ich kam so zu einer Kirche, in der auch ein Jesusbild mit einem deutschen Spruch hing. Draußen konnte man Schüler und Schülerinnen in ihren auffallenden Schuluniformen sehen. Offensichtlich war der Unterricht gerade beendet gewesen. In einer Nebenstraße stieß ich u. a. auf eine Art Autofriedhof und auch auf zwei streunende Schweine, wovon eines extrem schmal aussah. Angeblich sollte mich der Weg laut eines Einheimischen ja zum Königspalast führen, doch hatte ich nach längerer Zeit des Gehens (und da ich in der Ferne nichts Besonderes erspähen konnte) irgendwann meine Zweifel daran und kehrte schließlich lieber wieder um.
Abends, als wir schon längst wieder mit der Albatros unserem nächsten Ziel entgegensteuerten, konnte ich von Deck 10 aus einen schönen Sonnenuntergang miterleben.
Beim Abendessen unterhielten H, T, Frau B, Herr K und ich uns natürlich über unsere Tageserlebnisse. H, der leider seine Schnorchelausrüstung auf der Kabine vergessen hatte und daher die ganze Zeit an Bord des Ausflugsbootes geblieben war während ich im Meer war, wußte dabei auch zu berichten, dass der erboste ältere Mann und seine Frau aus der ersten Reihe des Ausflugsbootes „ihre“ Plastikstühle mit auf die Sandbank der Insel genommen hatten. Dies taten sie anscheinend nur, um nach dem Halt dort auf jeden Fall wieder die Plätze in der ersten Reihe haben zu können. Tja, das paßt ja wohl irgendwie ins Bild, oder?
Nach dem Abendessen schaute ich mir dann in der Lounge den Auftritt des Sängers Hansi Beyer an. Hatte ich mich am Morgen nicht so gut gefühlt und eine Kopfschmerztablette eingenommen, so konnte ich mich abends doch noch über einen gelungenen Urlaubstag freuen.

Mittwoch, den 27.02.08 verbrachte man dann wieder auf See. Erstmals auf dieser Reise konnte ich mal etwas länger schlafen – nämlich bis ca. 5.20 Uhr. Ich weiß nicht woran es gelegen hat (vielleicht doch an der recht lauten Klimaanlage?), aber während dieser Kreuzfahrt habe ich eigentlich grundsätzlich nicht so ganz gut schlafen können, was für mich eigentlich ungewöhnlich ist. Nach dem Frühstück, das ich wie gewohnt beim Lido-Buffet auf Deck 6 eingenommen hatte, verbrachte ich die Zeit auf Deck 9 bei strahlendem Sonnenschein und 36 Grad Celsius heißem Wetter sonnengeschützt vor der Kopernikusbar und schrieb einen Teil meiner Postkarten für die Daheimgebliebenen und für ein paar (Brief-)Freunde. Um 11.00 Uhr nahm ich dann wieder bei „Stadt, Land, Fluß“ teil, wo wohl aufgrund des guten Wetters weitaus weniger Teilnehmer als beim ersten Mal mit von der Partie waren. Nach dem Ende des Spieles blieb ich noch in der Atlantik-Bar, um im klimatisierten Raum die restlichen Postkarten zu schreiben. Um 17.00 Uhr nahm ich dann wieder beim Bingo teil und gewann wieder ein Phoenix-Baseball-Cap und einen Teilnehmegutschein für´s nächste Mal. Dabei waren wirklich immer recht viele Teilnehmer beim Bingo dabei (nicht das hier der Eindruck gewonnen wird, ich hätte so oft gewonnen weil es wahrscheinlich nur wenige Teilnehmer gegeben habe – dem war wirklich nicht so gewesen). Vermutlich paßt bei mir einfach das Sprichwort „Pech in der Liebe, Glück im Spiel“. Heute hatte eine andere Teilnehmerin zur falschen Zeit „Bingo“ gerufen und mußte nun, wie zuvor immer von Kiona angekündigt, ein Lied singen. Schließlich sang die Dame „Bora Bora eh“, was wir zu Beginn der Reise ja schon öfter zu hören bekommen hatten.
Heute sollen zwei Herren im Streit um eine Liege auf Deck 7 schon handgreiflich geworden sein. Soetwas finde ich echt unnötig. Nach dem Abendessen fand der „Kirmesabend“ mit einer Tombola
auf den hintereren Außendecks statt. Als ich kurz meinen Sitzplatz auf Deck 7 verlassen hatte, um für 2 bis 3 Minuten unten zu schauen, was es für Preise bei der Tombola zu gewinnen gab, ist ein Herr wohl dem Paar an meinem Tisch ausfallend gegenüber geworden als sie ihm sagten, dass der Stuhl nicht frei sei. Manche Leute scheinen sich wirklich auch im Urlaub nicht im Griff zu haben, was das Thema Manieren anbelangt. Allerdings muß man schon sagen, dass für diese Veranstaltung auf den Außendecks einfach zu wenig Sitzplätze vorhanden waren. Dennoch kann man auch höflicher reagieren. Für das Paar das zu der Holdenried-Reisegruppe gehört hatte stand nach der für sie ersten Kreuzfahrt auch fest, dass sie wohl keine Kreuzfahrt mehr machen werden, wie sie mir mitteilten. Generell hatte sie „der Virus“ wohl nicht erwischt. Sie freuten sich schon auf Zuhause (allerdings waren sie auch schon eine Etappe vorher an Bord gekommen).

Donnerstag, den 28.02.08 lagen wir auf Reede vor Savu Savu (Fidji Inseln). Gegen 9.00 Uhr begann mein Ausflug. Zunächst wurde bei gutem Wetter wieder getendert. An Land wurden wir mit Keyboardmusik empfangen und eine Blumenblüte fand wieder ihren Weg in mein Haar. Der Weg zu den Bussen führte durch ein kleines Gebäude mit kleinen Geschäften und einem Restaurant. Der Bus sah recht alt aus und stammte offenbar aus England, da hier ja auch der Linksverkehr herrscht. Zufällig saßen H und ich wieder im gleichen Bus, der uns lediglich zum Devodara-Strand hin- und später auch zurücktransportieren sollte.Trotzdem war auch ein örtlicher Reiseleiter mit an Bord. Dieser schenkte freundlicherweise allen Ausflüglern eine Muschel-/Schneckengehäusekette (auch den Herren). Selber gekauft hätte ich mir die ja nicht, da ich nicht so die Schmuckliebhaberin bin, doch so nahm ich sie gerne als kostenloses Souvenir entgegen. Die Fahrt zum Strand dauerte nur ca. 25 Minuten. Der Strand war okay, doch hatte ich in bei vorherigen Reisen schon einladendere gesehen. Der Strand befindet sich im Privatbesitz einer einheimischen Familie und man mußte schon schauen, dass man nicht auf Müll trat. Sitzen oder liegen konnte man nur auf selbst mitgebrachten Liegen und vereinzelten alten Holzbänken. Man mußte eine relativ weite Strecke durch das seichte Wasser gehen, bis man endlich bei der Lagune war. Besonders viele oder gar große Fische gab es wiedereinmal nicht zu bestaunen. Dennoch ging ich zweimal für längere Zeit hinaus ins Meer. Dafür konnte ich erstmals lilafarbene Korallen im offenen Meer sehen. Teilweise stellte ich große Unterschiede in der Wassertemperatur fest: war es 20 cm weiter links noch richtig warm gewesen, so war es 20 cm weiter rechts kalt. Vom Meer aus konnte ich sehen, wie dunkle Regenwolken über den Strand zogen, doch regnete es glücklicherweise nicht so ergiebig. Der weite Weg zu Fuß zurück durch das seichte Wasser erschöpfte mich einigermaßen. H meinte dann auch, ich hätte meinen zweiten Aufenthalt im Meer ja ganz schön genützt, denn ich war wohl länger als eine Stunde im Meer gewesen, was mir garnicht bewußt gewesen war. Nun war es ca. 13.30 Uhr und nur noch eine halbe Stunde Zeit bis zur geplanten Abfahrt. Mittags waren übrigens Snacks (Sandwiches, Obst und Wasser) angeboten worden, wobei ich mir auch was genehmigt hatte. Auf der Rückfahrt litt ich dann unter Kopfschmerzen und war ziemlich k.o.. Nachdem ich endlich wieder auf der Albatros und in meiner Kabine war, nahm ich noch die notwendige Dusche und legte mich anschließend dermaßen erschöpft in Bademantel und mit Handtüchern auf mein Bett und schlief so eine Weile, anstatt mir erstmal etwas Anderes anzuziehen. Soetwas habe ich noch nie zuvor erlebt! Da war ich wirklich erschöpft. Glücklicherweise ging es mir nach der Ruhephase wieder besser. Ich zog mich an und ging an Deck, um das Auslaufen zu beobachten. Als wir schon eine Weile unterwegs waren, die zurückliegende Insel aber immer noch in der Ferne sehen konnten, herrschten in der Dämmerung beim bzw. kurz nach dem Sonnenuntergang besondere Lichtverhältnisse. Die zahlreichen Wolken schimmerten und strahlten in unterschiedlichen Farben. Neben den blaugrauen leuchteten einige regelrecht in gelben, orangen und pinkfarbenen Farben die sich ihrerseits auch auf der Meeresoberfläche spiegelten. Das war schön anzusehen. Leider kommt diese besondere Atmosphäre auf dem Foto nicht ganz zum Tragen. Als ich dann zum Abendessen ins Möwe-Restaurant ging, hingen über „meinem“ Tisch ein paar Luftballons und auch wenn während dieser Reise praktisch jeden Tag ein oder mehrere Geburtstage zelebriert wurden, so hatte ich noch nicht mitbekommen, dass diese Luftballons ein Zeichen für die Kellner waren, an welchem Tisch später wieder ein Geburtstag zu feiern sein würde. Wie sich nun herausstellte war es der 78. Geburtstag von Herrn K, dem Herrn aus Luxemburg, der mit an meinem Tisch saß. Während der Sitzung sagte er immer wieder, er habe das ganze Brimborium doch abbestellt und er könne es daher nicht verstehen, warum über unserem Tisch die Luftballons baumelten. Ständig (an die zwanzigmal) wiederholte er seine Aussage, dass er das doch abbestellt habe. Das war zumindest für uns andere am Tisch schon wieder witzig. Immerhin war Herr K sonst immer eher etwas ruhiger gewesen. Letztlich bestätigten sich dann doch noch seine (bösen?) Vorahnungen als wir noch beim Dessert waren: Die Kellner kamen zu unserem Tisch und feierten durch ihr übliches Liederrepertoire den Geburtstag von Herrn K. Dieser ließ die Gratulation ruhig wie wir ihn kennengelernt hatten über sich ergehen. Irgendwie wird der Jubilar da ja schon verulkt: ihm wurde eine Servierte auf den Kopf gelegt. Meinen Geschmack trifft das nicht, aber wahrscheinlich bin ich auch ziemlich humorlos. Es fiel auf, dass die zu diesem Anlaß dargebotenen Lieder auch nicht unbedingt so passend sind, aber es sind wohl nunmal die einizigen Lieder, die die Truppe drauf hat.
Es gab dann noch ein Stück Geburtstagstorte/-kuchen und ich nahm nur ein halbes Stück was immer noch zuviel für mich war. Ich war einfach pappsatt. Bald darauf ging ich auch schon in die Lounge, um noch einen Sitzplatz für die Abendvorstellung zu bekommen. An diesem Abend trat nämlich der Geiger Joan-Maria Ciolacu auf, und da mir Geigenmusik sehr gefällt, wollte ich nichts davon verpassen.

Freitag, den 29.02.2008 kamen wir in Suva (gehört auch zu den Fidji-Inseln) an.
Auf meinem Rücken hatte ich mir am Vortag während des Schnorchelns einen Sonnenbrand eingefangen, wie sich nun herausstellte. Ich hatte mich da zwar so gut ich es eben konnte selber eingecremt, doch offenbar hatte das nicht ausgereicht. In den nächsten Tagen bekam ich das noch zu spüren, da sich die Haut vom Rücken stückchenweise verabschiedete.
Wir legten etwas verspätet im Hafen von Suva an, da die Anlegestelle zunächst noch belegt gewesen war. Musikalisch empfangen wurde die Albatros von der örtlichen Polizei-Blaskapelle. Da waren die Außendecks natürlich ziemlich überfüllt weil das jeden interessierte. Unzählige Foto- und Videoaufnahmen wurden gemacht, wozu auch ich meinen Beitrag leistete. Die Blaskapelle führte mehrere Lieder ihres Repertoires auf und marschierte dabei am Boden teilweise die Länge des Schiffes auf und ab. Natürlich verzögerte sich dadurch auch die Abwicklung der geplanten Ausflüge, was aber jeder gerne in Kauf nahm. Schließlich erlebt man so eine Blaskappelle (die Herren trugen übrigens Röcke), ja auch nicht alle Tage.
Ich hatte mich für den Ganztagesausflug „Fidji zu Wasser und zu Land“ entschieden. Dabei ging es mit dem Bus ersteinmal in 45 Minuten raus aus der Großstadt. An einem Fluß (auf dem im übrigen auch der zweite Anaconda-Film gedreht worden sein soll) ging es in vielen kleinen motorisierten Holzbooten mit bis zu jeweils 10 Ausflüglern an Bord stromaufwärts Richtung Berge. Jeder Passagier mußte sich zuvor noch eine Schwimmweste überstreifen. Die Sonne schien zunächst recht heiß und unbarmherzig vom Himmel, so dass ich schleunigst meine Arme, Hände und das Gesicht (welches auch durch einen Sonnenhut geschützt war) mit Sonnenöl eincremte. Bei den offenen kleinen Booten war man der Sonnenstrahlung nämlich ansonsten schutzlos ausgeliefert. Einige andere Reisende und auch ich hatten uns unter der Ausflugsbeschreibung etwas Anderes vorgestellt, doch ich fand es Klasse während einige andere sich ein großes komfortableres Boot vorgestellt hatten und die kleinen „Nußschalen“ nur sichtlich ungern bestiegen. Die Fahrt stromaufwärts in ein Bergdorf (wegen der Menge der Ausflügler wurde von einem Teil ein anderes Nachbardorf angesteuert) dauerte 1 Stunde 45 Minuten. Dabei hatte es in den Bergen stark zu regnen begonnen, weswegen ich völlig durchnässt war. Zuvor hatte ich immer einen kleinen Regenschirm bei meinen Ausflügen mit dabei gehabt und nie gebrauchen können und ausgerechnet bei diesem Ausflug hatte ich keinen dabei gehabt. Ich nahm´s sportlich. Durch das teilweise hereinspritzende Flußwasser war man zwischendurch ja sowieso auch schon etwas nass geworden. In dem Bergdorf in dem ca. 200 - 250 Leute wohnten, wurden uns zunächst Softgetränke gereicht. In dem Gemeinschaftshaus, das aus Respekt ohne Hut und Schuhe zu betreten war, wurde alsbald eine Cavazeremonie abgehalten. Als mir später auch etwas Cava angeboten wurde, nahm ich es aus Neugier und Abenteuerlust an. Schließlich hatte ich in mehreren Dokumentationen gesehen, dass dieses Getränk ja vielerorts eigentlich nur den Männern vorbehalten ist. Wer wollte konnte dann an einer Führung durch das Dorf teilnehmen. Dabei wurde auch einiges über die örtliche Geschichte erzählt. Zurück im Gemeinschaftshaus (das im übrigen an den Deckenbalken nett verziert gewesen war) wurde dann die kalte Erdofenmahlzeit angeboten. Das Essen lag auf Bananenblättern und Tellern unter denen noch Decken lagen.Einige Dorfbewohner wedelten mit speziellen Utensilien, um mögliche Insekten davon zu vertreiben. Normalerweise bin ich ja immer sehr vorsichtig gewesen, was das Essen in solch südlichen Ländern angeht, doch haben praktisch alle Ausflügler etwas davon gegessen und ich dachte mir, wenn das ein vom Schiff angebotener Ausflug ist, dann muß es schon alles seine Ordnung haben. So aß ich also auch einwenig von der angebotenen Mahlzeit. Danach wurden draußen Tänze durch ein paar Männer aufgeführt und drinnen wurden noch Souvenirs angeboten. Gegen 14.00 Uhr war dann wieder Aufbruch. Dabei war es egal, welches der zahlreichen Boote man bestieg. Wir fuhren den erneut auftauchenden Regenwolken davon. Mittlerweile waren meine Kleidung und ich ja schon wieder ziemlich getrocknet, doch als das Boot stromabwärts durch kleine Stromschnellen fuhr, hatte sich das wieder erledigt und ich war erneut klatschnass von unten bis oben. Eine größere seitliche Welle hatte mich voll erwischt und auch mehrere kleinere. Ich nahm´s mit Humor und meine Videokamera, die ich vorsichtshalber eh in der Tasche verstaut hatte, hatte glücklicherweise nichts abbekommen. Ich hatte ja immer schonmal gedacht, dass es nett wäre, eine Raftingtour mitzumachen und habe es aber nie wirklich ins Auge gefaßt da ich sicherlich konditionstechnisch nicht fit genug dafür wäre. Nun hatte ich hier auf diesem Fluß unerwartet eine raftingähnliche Erfahrung (ohne dabei rudern zu müssen) und so freute ich mich sehr darüber. Das ist für mich, die ja eigentlich ein sehr häuslicher Typ ist, schon ein Abenteuer gewesen.
Die Rückfahrt ging dann auch erwartungsgemäß schneller, da es nun stromabwärts ging. Nach ca. 1 Stunde und 15 Minuten legte mein Boot wieder an der Anlegestelle an, wo die Busse warteten. Hier war es wieder sehr heiß. Dort wurden die Rettungswesten wieder eingesammelt und ein jeder sah recht nass aus – ja ja, nicht nur mich hatten die ins Boot reinschwappenden Stromschnellen erwischt...
Bei den Bussen mußten wir dann noch eine Weile warten, da einem Boot auf dem Rückweg der Sprit ausgegangen war und ein anderes Boot mit einem Ersatzkanister zu ihm zurückfahren mußte. Nach erneuter ca. 45minütiger Busfahrt wurde wer wollte, vor einem Kaufhaus abgesetzt, doch ich wollte lieber gleich wieder auf´s Schiff um zu duschen und mich zu aklimatisieren.
Abends verabschiedete uns wieder die Polizei-Blaskapelle mit einigen musikalischen Vorträgen. Da das ungefähr zeitgleich mit dem Abendessen lief, waren einige Passagiere auf die Probe gestellt, was ihnen denn nun wichtiger war. Beim Abendessen spendierte Herr K., der den Tag zuvor ja Geburtstag gehabt hatte, eine Flasche Champagner da er mittlerweile auch schon mehrere angesammelt hatte. So hatte er z.B. als „Entschädigung“ eine bekommen, nachdem mal bei einer der vorherigen Etappen (er machte ja die gesamte Weltreise mit) ein Rohrbruch mehrere Kabinen auf seinem Deck mehrere Zentimeter hoch (morgens um 5.00 Uhr) unter Wasser gesetzt hatte. Davon war seinerzeit auch Frau B betroffen die damals (in Angst das Schiff könne eventuell in Nöten sein, um fünf Uhr morgens im Nachthemd zur Rezeption gegangen war). Ja, von so einem unschönen Erlebnis bin ich ja glücklicherweise bisher verschont geblieben.
Nun gab es also nach meinem Bingogewinn nochmals Champagner. Mit Orangensaft gemischt trank ich auch ein bißchen. Später trat in der Lounge das Gesangsduo „Schwarzblond“ auf, das ja ziemliche eigenwillige selbstverfaßte Liedtexte vortragen. Mein Geschmack war das nicht so ganz und so verließ ich die Vorstellung schon vor dem Ende.

Samstag, der 01.03.08 war dann wieder ein Seetag.
Leider stellte sich nun heraus, dass es wohl doch keine so gute Idee gewesen war, am Tag zuvor etwas in dem Fidji-Dorf zu essen und zu trinken, denn nun hatte ich so meine gesundheitlichen Probleme, die sich auch noch längere Zeit (etwas mehr als eine Woche) mehr oder weniger schlimm fortsetzten und mich schließlich auch die Schiffsärztin aufsuchen ließen. Einigen anderen Ausflüglern erging es übrigens auch so. Ein Herr aus Bayern, mit dem ich mich auch schon öfters unterhalten hatte, hatte die gleichen Probleme wie ich und so glichen wir mal ab, was wir jeweils beide gegessen hatten, um den Auslöser zu finden. Dabei stellte sich heraus, das wir beide lediglich eine gleiche Sache gegessen hatten: nämlich Ananas. Ob die vielleicht nicht gut gewesen war? Eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen, doch wechsele ich hier auch lieber das Thema.
Jedenfalls verbrachte ich viel Zeit unter Deck und schaute fern etc.. Ich ging auch erstmals in Bordkino, um mir einen Vortrag über Sir Francis Drake anzuschauen, der dort gehalten wurde. Den ersten Teil des aktuellen Reisevideos konnte man sich auch schon anschauen, was ich auch tat. Beim Abendessen konnte man sich am Restaurant-Eingang mit zwei Tänzerinnen von den Phoenix-Dancers ablichten lassen. Um 21.00 Uhr gab es dann das Gäste-Cabaret in der Atlantik-Lounge. Einige Auftritte gefielen mir gut, andere weniger.

Es folgte ein weiterer Seetag, nämlich Sonntag, der 02.03.08. Erstmals hatte ich mich im Vorfeld einer Kreuzfahrt dazu entschlossen, ein Nachprogramm zu buchen. Ich hatte mich für die „Australien-Rundreise“ entschieden. Um 9.30 Uhr gab es nun dazu ein Treffen aller Teilnehmer in der Karibik-Lounge. Wir waren insgesamt knapp 30 Personen, die daran teilnahmen. Um 11.00 Uhr fand dann am Pool die „Mr. And Mrs. Albatros-Wahl“ statt. Nachmittags schaute ich mir im Bordkino einen Vortrag über James Cook an, der mich allerdings sehr ermüdete. Um 18.15 Uhr wurde dann das Buffet Magnifique für alle Hobbyfotografen und -filmer präsentiert. Da herrschte ein großer Andrang. Um 18.30 Uhr begann dann die erste Sitzung, um 20.15 Uhr die zweite. Mein Tisch hatte die zweite Sitzung „erwischt“, was uns allen etwas spät erschien. Damit das Restaurant nicht so voll war, war die Entscheidung getroffen worden, dieses Buffet in zwei Sitzungen laufen zu lassen, während es ansonsten immer eine einzige Sitzung gegeben hatte. Der Bekleidungsvorschlag lautete „elegant“. Ich erschien auch, mochte aber außer ein paar Getränken nichts zu mir nehmen. Bereits um 21.30 Uhr gab es dann in der Lounge die „Grosse Gala-Show“ mit fast allen Künstlern an Bord.

Montag, den 03.03.08 legten wir dann gegen 11.00 Uhr in Auckland/Neuseeland an. Im Vorfeld der Kreuzfahrt hatte Phoenix-Reisen die Passagiere schon darüber informiert, dass aufgrund einer Überbelegung sich die Abfolge und Zeiten der angesteuerten neuseeländischen Häfen ändern würde. Von 13.30 Uhr bis 13.35 Uhr war dann das Treffen für meinen Ausflug „Auckland mit Skytower“.
Zunächst fuhren wir zu einer Stelle, von wo aus man einen guten Blick auf die Harbour-Bridge hatte. Danach ging es zum Nationalmuseum. Ich schaute mir insbesondere die Abteilung zur Maori-Geschichte, die über den Vulkanismus und eine über lebende und ausgestorbene einheimische Tiere an. Das war alles interessant. Beim Toilettengang entdeckte ich auch etwas Interessantes: So ein Waschbecken wie dort habe ich noch nie gesehen, man mußte schon befürchten, dass es sofort überlaufen würde, wenn man nur mal den Hahn aufdreht, doch gab es tatsächlich keine Überschwemmung dabei. Im Giftshop wurde ich leider nicht fündig (suchte ich doch immer noch nach schönen Souvenirs für einige Freundinnen). Um 16.15 Uhr war dann das Treffen unseres Busses zur Abfahrt. Es ging dann zum 328 m hohen Skytower. Leider kam ich in den allerletzten Lift der Gruppe (nur mit den Reiseführern) und so hatte ich nur eine knappe halbe Stunde Zeit auf der Aussichtsebene (und damit 10 Minuten weniger als so manch anderer meiner Gruppe). Die Sicht war sehr gut, da heute die Sonne schien. Von einem höheren Deck des Skytowers ist Bungeejumping möglich und so konnte ich von der Aussichtsebene auch tatsächlich während meines Aufenthaltes dort zwei Springer sehen. Nach gefühlt zu kurzem Aufenthalt ging es dann mit dem Bus wieder zurück zum Hafen. Bereits als wir auf das Hafengelände fahren wollten, mußten alle Businsassen ihre Reisepässe zur Kontrolle vorlegen. Auf dem Weg zu Fuß zur zu durchquerenden Halle wurde man erneut kontrolliert, was die Pässe und Bordausweise anbelangte und in der Halle wurde es dann nochmal von den örtlichen Behörden ganz genau genommen. Hatte es am Morgen beim vom Bord gehen noch ausgereicht, die Taschen stichprobenartig per Hand durchsuchen zu lassen, so mußte nun bei der Rückkehr alles wie auf einem Flughafen durchleuchtet werden. Man kann sich ja vorstellen, dass sich da gleich eine ziemliche Menschenmenge aufstaut, wenn mehrere Busse annähernd zur gleichen Zeit eintreffen.
Stunden später schaute ich mir von Deck 10 aus die nächtliche Skyline von Auckland an und schaute auch dabei zu, wie palettenweise neuer Proviant gebunkert wurde. H und ich zeigten uns noch gegenseitig zum Vergleich unsere Kabinen. Er hatte eine für bis zu drei Personen ausgelegte Außenkabine auf Deck 5, die natürlich um Einiges komfortabler anmutete als meine billigere Innenkabine zur Einzelbelegung auf Deck 4. Als H meine Kabine sah, fand er keine besonders gute Bewertung dafür, was er auch später in unserer Tischrunde noch zum Ausdruck machte, doch für mich reichte es aus. Klar, ist es natürlich nicht so schön, wenn man sich krank fühlt und daher viel Zeit in der Kabine verbringen muß, aber ist die Kabine für mich ausreichend gewesen.

Am Dienstag, den 04.03.08 lagen wir weiterhin in Auckland. Ich hatte einen recht teuren Ganztagesausflug zur Waitomo-Glühwürmchengrotte gebucht gehabt und war mir erst noch unsicher, ob ich das mitmachen sollte (wegen der gesundheitlichen Probleme der vorangegangenen Tage). Letztlich entschied ich mich aber doch dafür, daran teilzunehmen und ich habe es auch glücklicherweise nicht bereuen müssen. Die Fahrt mit dem Bus dauerte mehrere Stunden. Die dabei an den Fenstern vorbeiziehenden hellgrünen Hügel der ländlichen Gegenden gefielen mir gut. Angekommen an der Grotte, mußte ich als eher hochgewachsene Person schon recht aufpassen und mich hin und wieder mal ducken, um mit meinen Kopf nirgends anzuschlagen. Auch war ich besonders vorsichtig beim Herabsteigen der zahlreichen Treppenstufen, da es da ziemlich dunkel war. Leider durften auch schon vor der Bootsfahrt zu den Glühwürmchen beim Spaziergang in der Höhle keinerlei Foto- und Filmaufnahmen gemacht werden, was ich bedauerte, da ich bei meinen Reisen immer gerne Fotos oder Filmaufnahmen zu Erinnerungszwecken mache. Das Highlight des Ausfluges war natürlich die Fahrt mit dem Boot durch die dunkle Grotte. Pam, unser örtlicher Guide zog unser Boot an einer Leine auf dem Wasser entlang. Über uns, an der Decke der Grotte, leuchteten unterdessen abertausende von Glühwürmchen noch stärker als ein Sternenhimmel – ein wirklich schöner Anblick. Leider war die Bootsfahrt dann auch schon bald wieder vorbei. Wieder angekommen an der Erdoberfläche hatten wir dann noch ein paar Minuten Zeit, ehe der Bus uns zum Mittagessen ins nahegelegene „The Big Apple Cafe“ brachte. Im Anschluß an das Mittagsbuffet konnte man im Garten einige Kiwipflanzen betrachten und bekam Wissenswertes über die Frucht und ihre Geschichte in Neuseeland zu hören. Danach fuhr uns der Bus zum ebenfalls nicht weit entfernt liegenden Kiwi-Haus nach Otorohanga. Dort konnte man ein paar Zwergkiwis (die Vögel) in ihrem Gehege beobachten in dem die Nachtzeit simuliert wurde, da Kiwis ja nachtaktive Vögel sind. In weiteren Käfigen und Gehegen konnte man einige andere Vögel beobachten, ebenso wie auch ein paar draußen. Der Aufenthalt im Kiwi-Haus dauerte länger als geplant, doch brauchte man auch die Zeit dafür. Trotzdem verzögerte sich die Abfahrt in Richtung Auckland noch weiter. Eine Frau, die bei dem gleichen Tagesausflug schon zwei- oder dreimal zuvor für Verspätungen gesorgt hatte und alle auf sie warten ließ, war nun ihrer Linie treu gewesen und ließ nunmehr zum dritten oder vierten Mal alle auf sich warten. Vielleicht mögen einige mich ja für eine Nörglerin halten, doch finde ich es nicht gerade höflich, wenn ständig der ganze Bus wegen ein und derselben Person warten muß. Ein- oder zweimal mag das einem ja vielleicht noch passieren, aber danach wäre ich doch besonders bemüht, dass es nicht auch noch ein drittes und viertes Mal auf demselben Ausflug vorkommt. Mir wäre das jedenfalls unangenehm, doch dieser besagten Frau schien das überhaupt nichts auszumachen. Es gab nicht mal eine kleine Entschuldigung den anderen Businsassen gegenüber. Als wir nun wieder alle komplett waren, began die lange Rückfahrt nach Auckland, bei der es zwischendurch zu ergiebigen Regenfällen kam. Gegen Ende der Fahrt kamen wir dann auch noch in einen Stau. Die örtlichen Reiseleiter (auch vom Vortages-Ausflug) hatten ja schon berichtet, dass es in Auckland grundsätzlich ein ziemliches Verkehrsproblem gibt da das System sehr überlastet ist. Dies durften wir nun auch selbst erleben. Vor dem Schiff wurde man wieder dreifach überprüft. Schließlich war ich so spät an Bord, dass es sich zeitlich nicht mehr lohnte, noch vor dem Abendessen zu duschen, so dass ich es auf später verschieben mußte. T, der den anderen Ganztagesausflug nach Rotorua unternommen hatte, kam sogar noch später zurück, konnte aber noch etwas zu Essen bestellen. Morgens hatte seinen Bus noch vor der Abfahrt der Defektteufel ereilt und daher hatte sich sein Ausflug aufgrund des notwendigen Ersatzbusses verzögert.
Nach dem Abendessen sollte die Jazz-Band „Just 4 fun“ draußen auf Deck 6 spielen, doch fand das aufgrund des einsetzenden Regens etwas später in der schlecht besuchten Atlantik-Lounge statt. Gegen 22.00 Uhr verfolgte ich wie einige andere auch das Auslaufen von Deck 10 und sah die in der Ferne immer kleiner wirkende Skyline von Auckland.

Mittwoch, den 05.03.08 lag die Albatros dann auf Reede in der Bay of Islands (Neuseeland).
Von 07.50 Uhr bis 8.00 Uhr war das Treffen für meinen Katamaran-Ausflug „Cape-Brett-Bootsfahrt“ angesetzt. Mit dem Wetter hatten wir Urlauber heute richtig Glück gehabt, denn die Sonne schien vom blauen Himmel herab un der Seegang war auch nicht zu heftig für den Bootsausflug geraten. Die Fahrt mit dem Tenderboot zum High-Speed-Katamaran dauerte recht lange. Dieser Katamaran hatte oben ein Freideck mit unüberdachten Sitzreihen und unten einen geschlossenen Raum mit mehreren Sitzreihen. Da bereits ein Tenderboot zuvor eingetroffen war, war das obere Deck bereits größtenteils belegt gewesen, so dass ich gleich unten blieb, was mir aber auch zusagte, da es unten reichlich Platz gab. Auch nutzte ich mal die Möglichkeit, durch eine kleine vorne angebrachte Tür nach draußen zu gelangen. Da der Katamaran meist aber eine sehr hohe Geschwindigkeit fuhr, galt es sich gut an der Reeling festzuhalten, um nicht zu stürzen. Ich genoß den Blick auf die vielen Inseln. Da der Seegang auch nicht zu stark war, konnten wir tatsächlich mit dem Katamaran durch das kleine Loch im großen Felsen hindurchfahren. Auf der Rückseite des Felsens konnte ich gerade noch sehen, wie jemand auf einem anderen, wohl privaten Boot gerade Anglerglück gehabt hatte und einen großen Fisch an Bord zog. Als wir die Stelle wieder mit gefühlter voller Kraft voraus verließen, bot das durch den Katamaran aufgewühlte und spritzende Wasser mit einem sich besonders stark spiegelenden Sonnenlicht und im Hintergrund dem kleiner werdenen Cape Brett Felsen wiedermal ein besonders stimmungsvolles Fotomotiv, welches ich mir nicht entgehen ließ. Auf der größten Insel der Gegend wurde für eine Stunde Halt gemacht, doch verbrachte ich nur ca. 20 Minuten mit Spazierengehen und Muschelsuche am Strand, da ich sodann an einer Glasbodenboot-Fahrt teilnahm, die gegen Extra-Kosten möglich war. Ehrlich gesagt ist das ziemlicher Touristennepp was auch mehrere Leute verägerte, die das ebenfalls mitgemacht haben.
Aber ich fand´s einigermaßen okay, wenn wohl auch überteuert. Angepriesen worden war es auch als U-Boot-Fahrt, was ja nun schonmal nicht stimmte. Bei der anschließenden Weiterfahrt mit dem Kings-Katamaran hatten wir dann noch insofern Glück, als dass es kurzzeitig zwei Delphine bzw. deren Rücken (so flink wie die nunmal sind) zu erspähen gab. Zur Mittagszeit ging es dann wieder zurück zur Albatros bzw. erst zur Tenderanlegestelle. Mit etwas Verspätung verließ die Albatros dann nach 14.00 Uhr den Reedeplatz und damit die letzten Neuseeländischen Gefilde der Reise.
Beim Bingo ging ich heute das erste Mal auf dieser Reise leer aus. Nach dem Abendessen gab es die von Kiona auf die Beine gestellte sehenswerte Western/Cowboy-Show.

Mit Donnerstag, dem 06.03.2008 folgte ein Seetag. Die Albatros hatte bereits in Neuseeland Australische Beamte mit an Bord genommen, bei denen sich die Passagiere nun deckweise im Laufe des Tages mit dem Reisepass zur Einreisekontrolle vorstellen mußten. Die auszufüllenden Ein- und Ausreiseformulare hatte man vorher schon zum individuellen Ausfüllen bekommen.
Das fand ich schon interessant, das die Leute von den Australischen Behörden bereits ein paar Tage bevor wir überhaupt in Australien einliefen noch in Neuseeland zu uns zugestiegen sind.
Um 10.00 Uhr konnte man auf Deck 6 zuschauen, wie eine Eisskulptur gefertigt wurde. Dabei handelte es sich um einen Fisch als Motiv. Da ich mich gesundheitlich immer noch nicht wieder topfit fühlte, nutzte ich diesen Tag zur Genesung und blieb die meiste Zeit in der Kabine (wie gut das es auch ein bißchen Bordfernsehen gibt). Abends schaute ich mir dann aber doch in der Lounge die Crewshow an. Zuvor wurde noch zwei Trostpreise und die Seekarte verlost. Dabei hatte T Glück und gewann ein großes Foto von der Albatros sowie eine von den Köchen unterschriebene Kochmütze. Alles in allem fanden sowohl meine Bekannten als auch ich, dass mit etwas über 300 Euro Einnahmen für die Crewkasse nicht gerade viele Seekartenlose an den Mann oder die Frau gebracht worden sind (wenn man bedenkt wieviele Passagiere an Bord waren, und dass ein Los ja 5 € kostete). In der folgenden Crewshow bewiesen einige Crewmitglieder ihr Talent, insbesondere das Gesangstalent einiger Besatzungsmitglieder war beeindruckend. Bei der Geigerin Lyla schlichen sich ein paar falsche Töne ein, was ich aber wohl weniger schlimm empfand als einige andere Mitreisende, die einige Bemerkungen fallen ließen, die ich nicht gut fand – schließlich ist es ja wohl auch gar nicht so einfach, Geige zu spielen.

Freitag, der 07.03.08 war dann der letzte Seetag der Reise.

Am Samstag, den 08.03.08 sollten wir dann laut Plan ja bereits früh morgens ins Sydney ankommen. Leider wurde daraus nichts, worüber wir im Vorfeld schon informiert gewesen waren. Man sagte uns, dass wegen der örtlichen Behörden bzw. der Abfertigung der vielen einreisenden Passagiere Sydney uns morgens nicht annehmen könnte und wir daher in der Stadt Newcastle einen Zwischenstopp einlegen müßten. Das fand ich irgendwie nicht ganz schlüssig, bzw. kam es mir wie eine Ausrede vor und ich hörte eine kleine Gruppe anderer Passagiere mutmaßen, dass es etwas mit den in Sydney teureren Liegegebühren zu tun haben könnte. Allerdings möchte ich mich den Mutmaßungen nicht anschließen. In Newcastle hatten wir dann auch ein paar Stunden Aufenthalt. Da die Kreuzfahrt für viele Passagiere ja bereits am folgenden Tag endete, wurde gegen Entgelt ein Shuttlebus nach Sydney angeboten, um den Passagieren doch noch die Möglichkeit zu geben, wenigstens noch ein paar Stunden in Sydney verbringen zu können, bevor es bald wieder gen Heimat gehen sollte. Auch war im Vorfeld ein (für mein Daführhalten nicht gerade günstiger) Ganztagesausflug nach Sydney angeboten worden, bei dem auch ein Katamaranausflug im Hafen inkludiert gewesen war. Ich persönlich entschied mich dafür, keine der beiden erwähnten Möglichkeiten zu ergreifen sondern lieber am Abend die besondere Hafeneinfahrt in Sydney an Bord der Albatros zu erleben. Vorher fuhr ich aber noch in Newcastle, wo wir ja einige Stunden lagen, mit dem kostenlosen Shuttlebus in die Innenstadt, um – wenn ich nun schon mal da war – ein bißchen von der Stadt zu sehen. Allerdings fand ich diesen „Ausweichhafen“ und seine Stadt ehrlich gesagt nicht gerade attraktiv. Am Abend schließlich erreichte die Albatros dann endlich Sydney bei gutem sonnigem Wetter. Dafür, dass den Leuten ja die Möglichkeit des Ganztagesausfluges und der Nutzung des Transferbusses gegen Entgelt angeboten worden war waren doch noch erstaunlich viele Passagiere während der Hafeneinfahrt auf den Aussendecks, was das Fotografieren erschwerte. Das war natürlich schon ein beeindruckendes Erlebnis, die Skyline und weitere Umgebung immer näher kommen zu sehen. Eigentlich hätten wir ja gegenüber des Opernhauses festmachen sollen, doch hatte ein dort liegendes Schiff Probleme mit dem Bunkern, weswegen wir erst woanders (mit Blick auf Darling Harbour) festmachten. In der Nacht gegen 1.00 Uhr fuhr die Albatros dann doch noch zur Anlegestelle gegenüber des Opernhauses, nachdem das andere Schiff nunmehr abgelegt hatte. Nach dem Abendessen mußte ich mich dann leider schon von meiner Tischrunde verabschieden, denn am nächsten Morgen galt es ja für mich, das Schiff schon recht zeitig zu verlassen um in mein Nachprogramm zu starten.
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon put_at_sea am 23.06.2008 19:13

Allen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben sollten gilt mein Respekt für diese Leistung. Ich weiß, dass der Bericht nicht gerade kurz geworden ist, aber da das nachfolgende Nachprogramm „Australien-Rundreise“ mich sehr beindruckt hat (insbesondere die natürliche Schönheit des Red Centers), beschränke ich mich hier nicht nur auf den Bericht von der Kreuzfahrt, sondern berichte im folgenden auch noch vom Nachprogramm:

Am Morgen des 09. März 2008 saß ich dann auch schon vor 8.00 Uhr morgens im Bus, der meine Reisegruppe von ca. 25 bis 30 Leuten zum Flughafen bringen sollte. Die örtlichen Kontrollen passierte ich mit meinen zwei Koffern zuvor problemlos und schnell. Im Vorfeld waren wir auf dem Schiff nämlich sehr auf die strengen Kontrollen der australischen Behörden hingewiesen worden. Daher wurden z.B. die Seeschnecken-/Muschelketten, die einige von uns auf den Fidji-Inseln geschenkt bekommen hatten, mitunter noch an Bord der Albatros an andere (an Bord bleibende) Passagiere verschenkt, da die Einfuhr von Muscheln ja in Australien verboten ist und man keinen Ärger mit den Behörden bekommen wollte.
Die Abfahrt des Busses verspätete sich dann doch noch u.a. deswegen, weil eine andere alleinreisende Frau, die ich im Nachfolgenden nur „A“ nennen werde, verspätet erschien und mit abwesendem Blick nur recht langsam zum Bus ging unter Begleitung eines jungen Mannes vom Phoenix-Teams, der sich ihrer annahm.
Während der Kreuzfahrt hatten sowohl H als auch andere Mitreisende mich bereits darauf hingewiesen, dass diese Dame offensichtlich wohl psychische Probleme haben sollte.
Dazu sei gesagt, dass mir solche Sachen meist nich auffallen, außer ich werde darauf aufmerksam gemacht. Mir kam zu Ohren, dass A wohl weinend an Bord gesichtet worden war, depressiv aussah und grundsätzlich überhaupt mit niemandem sprach (außer bei der Essensbestellung).
Das mit dem Nichtreden und der offenbaren depressiven Stimmung war mir nach dem Hinweis anderer Mitreisenden dann auch selbst noch aufgefallen. Es soll mit ihr in Neuseeland auch Probleme bei Ausflügen gegeben haben. Da diese ganze Vorgeschichte auch mehreren Teilnehmern des Nachprogrammes nicht entgangen war, gab es dann gleich ein paar Sprüche anderer Mitreisenden im Bus zu vernehmen, als man sah wie langsam und mit gedankenleeren Blick A zum wartenden Bus geleitet wurde. Vollzählig, bis auf die erkrankte Sabine vom Phoenixteam die in Sydney blieb, fuhren wir dann mit unserer örtlichen Reiseleiterin M zum Group-Check-In zum Flughafen um mit Qantas um 09.55 Uhr nach Alice Springs zu fliegen. Trotz der Verspätung erreichten wird den Flieger aber glücklicherweise noch problemlos.
Im heißen Alice Springs angekommen, wurden wir von unserem Busfahrer R und unserer Reiseleiterin M dann zur Mittagszeit in der Innenstadt ausgeladen und mußten ein paar Stunden in der Mittagshitze überbrücken, bis der Bus wieder zurückkam. Das war bei der kleinen Fußgängerzone meines Erachtens zu viel Freizeit, insbesondere, da es eigentlich fast garkein schattiges Plätzchen gab und nur vereinzelt eine Sitzmöglichkeit (die Restaurants waren ja alle gut besucht). Immerhin hatten wir ja auch eine gehbehinderte Dame in unserer Gruppe, für die das sicher weniger angenehm war. Ich schaute mich in mehreren Souvenirläden um und war dann letztlich froh, als der Bus zurückkam. Wir fuhren dann zunächst zum Besucherzentrum des „Royal Flying Doctor Service“, wo es neben einem kleinen Film auch einiges Anderes anzuschauen gab. Danach ging die Fahrt weiter zu der „School of the Air“, von wo aus mehrere im Outback lebende Kinder über Funk und Internet unterrichtet werden. Das war auch eine interessante kleine Einrichtung. Weiterhin stand noch ein Besuch der alten Telegraphenstation auf dem Plan.
Auf dessen Gelände konnte ich einen rosafarbenen Papagei in einem Baum sitzen sehen, was mein persönliches Highlight dieses Ausfluges war, da ich Papageien schon als Kind geliebt habe und immer noch mein Herz aufgeht, wenn ich ein fröhliches Exemplar sehe. Dass ich hier nun einen in freier Natur erleben durfte machte mich froh und dankbar.
Am frühen Abend bezog die Reisegruppe dann ihre Zimmer im Crowne Plaza Hotel und einige Gruppenmitglieder verabredeten sich für das örtliche asiatische Restaurant, während ich mich mit einem Snack im Lobbybistro begnügte. Der dazugehörige Softdrink tat mir nach dem langen Tag und den hohen örtlichen Temperaturen unheimlich gut.

Am Montag, den 10.03.08 ging es dann morgens gleich nach dem Frühstück mit dem Bus durch eine interessante Landschaft auf die lange Fahrt zum Kings Canyon. Bereits kurz nachdem wir Alice Springs verlassen hatten, wurde unser Bus praktisch im Nirgendwo auf einer einsamen Straße von zwei Polizisten kontrolliert. Das muß ein ziemlich einsamer Job sein, bei so wenigen Fahrzeugen, die da mal langfahren. Dementsprechend wollten sie dann bei unserem Bus (wenn denn da endlich mal einer langfährt) alle Papiere genau sehen. Nachdem wir über mehrere Stunden unsere Fahrt fortgesetzt hatten, machten wir an einem kleinen Rasthof Halt. Dort bestand die Möglichkeit, für 5 Australische Dollar Entgelt eine Runde auf einem Kamel zu drehen. Eine andere Dame aus der Gruppe fragte mich, ob wir das nicht gemeinsam machen wollten und schließlich ließ ich mich auf das kleine Abenteuer ein und so drehten wir gemeinsam eine Runde auf dem Kamel. Das war das erste Mal für mich, dass ich auf einem Kamel gesessen habe. Netterweise bot sich ein mitreisender Herr aus der Reisegruppe an, mich mit meiner Videokamera zu filmen, so dass ich davon neben ein paar Fotos sogar eine Filmaufnahme zur Erinnerung habe. Das war wirklich sehr nett von dem Herrn. Nach einem kurzen Stopp ging die Busfahrt weiter. Die hierbei zu erspähende Landschaft mit dem rotfarbenen Sand und dem wechselndem kargen Bewuchs unter dem blauem Himmel bot einen schönen und ungewohnten Anblick für mich. Zur Mittagszeit bzw. am frühen Nachmittag kamen wir beim Kings Canyon Resort an. Allerdings waren die meisten Hotelzimmer noch nicht fertig. So wurden zunächst nur die gehbehinderte Dame und A zu den zwei bereits bezugsfertigen Zimmern gebracht ( das Hotelgelände war sehr weitläufig, da die Gäste in mehreren einstöckigen Häusern untergebracht waren). Der Rest der Gruppe fuhr dann zum nahegelegenen Kings Canyon um dort eine kurze Wanderung zu unternehmen. Da es 43 Grad Celsius warm war, empfahl es sich, mit viel Trinkwasser zu wandern. Einige aus der Gruppe wollten gerne die längere Wanderung (über ca. 4 Stunden) unternehmen, doch riet ihnen M aufgrund der Gesundheitsgefahr durch die starke Hitze ab, bis sie schließlich selber nicht mehr wollten.
Gegen die auffallend vielen (nervenden) Fliegen wehrten sich ein paar Gruppenmitglieder mit eigens gekauften Fliegennetzen, die sie sich über den Kopf stülpten. Auch wenn wir den kürzeren Wanderweg zu einem weniger imposanten Aussichtspunkt genommen hatten, so fand ich diesen dennoch sehenswert und natürlich verewigte ich diesen Anblick auch wieder auf Fotos und auf Videofilm. Durchgeschwitzt fuhren wir nach der Wanderung zurück zum Hotel, wo schließlich jeder auf verschiedene Gebäude verteilt wurde. Ich ersehnte mir das Hotelzimmer herbei, um endlich eine Dusche nehmen zu können. Immerhin war es sehr heiß gewesen und jederman war durchgeschwitzt und zumindestens ich war einigermaßen von rotem Staub bedeckt, den ich endlich loswerden wollte. Nach genügender Zeit zur Aklimatisierung waren wir später alle zum Abendessen in dem etwas entfernt liegenden Restaurant verabredet. Auf dem Weg dahin bemerkte ich plötzlich, wie mich ein Hund in einiger Entfernung regelrecht verfolgte. Es war tatsächlich ein Dingo und auch wenn ich Hunde eigentlich mag, so versetzte mich dieser wildlebende Hund, da ich ihn nicht einschätzen konnte, doch etwas in Unbehagen, so dass ich vorsichtshalber nach einer Weile meinen Weg zum Restaurant beschleunigte. Im Restaurant gab es ein Buffet. Wasser war dazu frei während man andere Getränke gegen Aufpreis ordern konnte. A war so schnell gekommen und wieder gegangen, dass sie mir fast gar nicht aufgefallen war. Es kam uns anderen schon fast vor wie eine Flucht, so schnell und wortlos wie sie weg war. Ich blieb noch eine Weile bei den anderen um mich zu unterhalten. Später ging ich dann auf mein Zimmer und schaute vorm zu Bett gehen ein bißchen fern. Ich bemerkte dann auch eine kleine Echse, die über meinem Bett an der Zimmerdecke krabbelte, ließ mich davon aber in meinem späteren Schlaf (und überhaupt) nicht stören.

Am nächsten Tag, Dienstag, den 11.03.08 bemerkte ich, als ich zum Restaurant ging um zu frühstücken, wieder einen Dingo Er stand auf einem kleinen Felsen während dahinter die aufgehende Sonne am blauen Himmel im Hintergrund rosa Wolken abzeichnete. Das sah schon nett aus, und so ließ ich mir Zeit, um den Anblick zu verinnerlichen. Auf dem weiteren Weg zum Restaurant bemerkte ich an verschiedenen Stellen insgesamt noch drei weitere Dingos, die mir diesmal aber kein Unbehagen bereiteten, da sie sich anders als der vom Vorabend in einiger Entfernung aufhielten und mir nicht auf meinem Weg folgten. Nach dem Frühstück ging es dann bald wieder auf lange Busfahrt in Richtung der Kata Tjutas (Olgas). Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem kleinen Parkplatz mit Blick auf den „Lost Mountain“. Hinter der Straße konnte man eine Düne erklimmen, von der aus sich ein besonders schöner Blick auf einen ausgetrockneten Salzsee in der Ferne ergab. Die intensiven Farben der Umgebung (der rote Sand, die schwarzen und grünen Pflanzen, der weiße See und der tiefblaue Himmel) bildeten einen bezaubernden Anblick. Überhaupt empfand ich die Landschaftsfahrt als besonders schön. Mir boten sich wunderschöne Anblicke einer einzigartigen Umwelt. Dieses Farbzusammenspiel zwischen Sand, Pflanzen und Himmel - in seiner Einfachheit doch besonders und immer wieder einzigartig verschieden – brachte in mir wieder dieses leicht demütige Gefühl der Dankbarkeit auf, dieses überhaupt selbst sehen zu dürfen. Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich solche Augenblicke auf den Reisen bewußt zu machen und nicht als selbstverständlich hinzunehmen.
Angekommen beim Desert Gardens Hotel, waren die Zimmer noch nicht bezugsfertig. So wurde die Freizeit bis zur Weiterfahrt in den Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark auf einer Art Marktplatz des Hotelgeländes verbracht. Dort gab es mehrere Shops und kleine Cafés und auch ein Geschäft in dem man Ausflüge buchen konnte. Ich kaufte mir einen kleine Riegel und ein Getränk im dort ebenfalls vorhandenen Supermarkt und setzte mich damit in die Mitte des Platzes. An eine größere warme Mahlzeit war ja aufgrund der Hitze und des geplanten gemeinsamen Abendessens nicht zu denken.
Später ging dann die Fahrt weiter, hinein in den Nationalpark. Unsere Blicke richteten sich während der Fahrt natürlich auch auf den naheliegenden heiligen Berg der Aboriginies, den Uluru (Ayers Rock), doch standen an diesem Tag noch die Kata Tjutas (Olgas) im Focus unseres Reiseprogrammes. So spazierten wir unter sengender Sonne zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt, von welchem man die Kata Tjutas aufgrund ihrer Länge aber nicht alle auf ein einziges Foto bekam (außer vielleicht, wenn man einen Apparat für Panorama-Aufnahmen dabei gehabt hätte). Zurück auf dem Parkplatz füllten einige Reisende bzw. der Busfahrer leere Trinkwasserflaschen wieder auf, wobei auch einwenig Wasser auf den Boden lief. Wie aus dem Nichts in in dieser unwirtlichen Region kamen urplötzlich einige Tauben (die sahen lustig aus, da sie am Kopf eine Haube fast wie ein Kakadu hatten) auf den Parkplatz geflogen, um sich an der Wasserpfütze zu bedienen.
Nach kurzer Weiterfahrt ging es dann wieder auf eine Wanderung (diesmal durch zwei große Felsformationen der Kata Tjutas. Allerdings kehrte ich noch vor Erreichen des Aussichtspunktes wieder um, da ich den recht steinigen Weg bergauf unter der Hitze nicht weiter auf mich nehmen wollte. Man mußte auch sehr aufpassen, dass man auf dem unwegsamen steinigen Felsweg nicht stürzte. Zwar hätte ich es konditionell sicher noch durchgehalten, wollte aber einfach das Risiko nicht weiter eingehen und nachdem ein paar andere aus der Gruppe auch schon abgebrochen hatten bzw. am Bus zurückgeblieben waren, entschied ich mich auch für den vorzeitigen Antritt des Rückweges. Nach der Wanderung ging es dann ins Hotel, wo nunmehr auch die restlichen Zimmer bezugsfertig waren. Anfangs waren ja wieder A und die gehbehinderte Dame samt Mann beim Hotel abgesetzt worden und in die ersten freien Zimmer aufgeteilt worden.
Es gab wieder genügend Zeit zur Aklimatisierung und um 18.00 Uhr waren wir dann alle wieder verabredet für unseren nächsten Programmpunkt, nämlich dem „Silent Dinner“. An diesem Ausflug nahmen auch mehrere andere Touristen neben unserer Reisegruppe teil. Insgesamt fuhren drei große Busse in die Wüste. Ich saß an einem Fensterplatz und A setzte sich neben mich. Als alle Leute ausstiegen, hatte ich nun insofern ein kurzzeitiges Problem, als dass A nicht aufstehen wollte und ich somit auch im Bus „gefangen war“. Einige Leute aus unserer Reisegruppe konnten A aber nach einer kleinen Weile glücklicherweise zum Aufstehen und Aussteigen bewegen, so dass ich
schließlich auch noch den Massen folgen konnte. Mitten in der kargen Landschaft wurden wir abgesetzt. Zu Fuß ging es einen kleinen Hügel hinauf, wo Getränke und kleine Appetithäppchen offeriert wurden, während ein junger Mann Digeridou spielte. Von diesem kleinen Hügel konnte man auf einer Seite den Uluru (Ayers Rock) sehen und auf der gegenüberliegenden Seite die Kata Tjutas (Olgas) nebst Sonnenuntergang. Mit Gesprächen und Beobachtung der Szenerie des Sonnenunterganges wurde die Zeit verbracht, bis es dann nach dem Sonnenuntergang auf der anderen Seite des kleinen Hügels hinab zu den Tischen zum Abendessen ging. Gespeist wurde an ca. 10 runden Tischen á jeweils 10 Personen. Zunächst wurde eine Kürbissuppe nebst Brötchen als Beilage serviert. Danach konnten sich die Leute tischweise am Buffet bedienen. Das war schon ein besonderes Erlebnis, so mitten in der Wüste an einem gedeckten Tisch unter freiem Himmel zu sitzen, unter einem der rote Sand und an der Seite der Blick auf den in der Dunkelheit verschwindenden Uluru. Nach dem Essen wurde auf englisch erzählt, wie die Aboriginals sich die Entstehung der Sterne erklären und es gab auch einige astronomische Fakten zu hören. Mit meinen Englischkenntnissen konnte ich glücklicherweise viel davon verstehen. Später konnte man etwas abseits von den Tischen noch durch einige Teleskope schauen. Da ich mich für soetwas auch grundsätzlich interessiere, war das natürlich nach meinem Geschmack. So konnte ich z.B. auch den Saturn mit seinen Ringen mittels eines auf ihn ausgerichteten Teleskopes erspähen.
Bald darauf holten die Busse uns an einer nahegelegenen Stelle wieder ab und fuhren uns zum Hotel zurück, wo wir gegen 23.00 Uhr ankamen. Ich machte mich alsbald bettfertig, da ich am nächsten Morgen gegen 5.00 Uhr früh wieder aufstehen musste.

Am Mittwoch, den 12.03.08 stand ich gegen 05.00 Uhr morgens auf. Unsere Gruppe war ja schon früh verabredet, um in den Nationalpark zu fahren und den Sonnenaufgang beim Uluru (Ayers Rock) miterleben zu können. Dafür gab es eine extra eingerichtete Beobachtungszone mit naheliegenden Parkplätzen. Trotz der frühen Stunde waren schon viele Leute da, die auch den Sonnenaufgang beobachten wollten. Dabei konnte man nur eines sehen, entweder den Sonnenaufgang oder den Uluru, da vom Aussichtspunkt aus gesehen der Uluru in der entgegengesetzten Richtung zum Sonnenaufgang lag.
Der Sonnenaufgang war dann auch wolkenreich und somit farbenfoh und schön anzusehen. M, unsere Reiseleiterin, die diese Szenerie bereits ca. 20 Mal miterlebt hatte, sagte dann auch, dass wir uns glücklich schätzen könnten, da das der schönste Sonnenaufgang gewesen wäre, den sie dort je erlebt hätte. Leider war der Aussichtspunkt erneut so nah gelegen, dass der Uluru nicht auf ein einzelnes Foto passen wollte. Nachdem die Sonne aufgegangen war und das Tageslicht herangebrochen war, unternahmen wir an der Rückseite des Ulurus noch eine kleine Wanderung. Dabei gab es auch einige alte Felsmalereien der Aboriginals zu entdecken. Gegen 9.00 Uhr schauten wir dann noch kurz im Aboriginal-Kulturzentrum vorbei, um danach zu einem späten Frühstück ins Hotel zurückzufahren.
Kurz bevor wir wieder vorm Hotel ankamen, erreichte M ein Telefonat auf ihrem Handy. Man merkte gleich, dass etwas passiert sein mußte und so nahm sie auch nicht am Frühstück teil. Wie sich später herausstellte, war A, die ja wieder im Hotel geblieben war und schon mehrere Wanderungen der letzten Tage nicht mehr mitgemacht hatte, zusammengebrochen. Die Reiseleiterin M hatte ihr im Vorfeld schon auf eigene Kosten extra jemanden vom Hotel zur ständigen Beaufsichtigung bestellt, nachdem ihr die offensichtlichen psychischen Probleme von A Sorge bereitet hatten und sie sie ja nicht ununterbrochen alleine um sie kümmern konnte. So war A bei vorherigen Stopps in entlegenden Wüstengegenden in ihrer geistesabwesenden Art zweimal von der Gruppe „entwischt“ bzw. hatte es versucht, was bei den Temperaturen und sonstigen Gefahren dort ja tödlich enden kann. Noch bevor der Zusammenbruch geschah bzw. noch bevor M davon erfuhr, hatte sie mit einigen Leuten aus der Reisegruppe (auch mit mir) über das heikle Thema A geredet, während man sich den Sonnenaufgang am Uluru anschaute. M brachte dabei zum Ausdruck, dass sie es unverantwortlich von Phoenix finden würde, ihr eine Frau mit diesen offensichtlichen phsychischen Problemen auf so eine Rundreise mitzugeben, bei den Gefahren die da lauern können. Schließlich hatte man an Bord ja auch schon seine Erfahrungen mit ihr machen können und das Problem nur erleichtert auf sie als Reiseleiterin des Nachprogrammes abgewälzt. Diese Verantwortung könne man ihr doch nicht so einfach anlasten. Ich sagte dazu aber auch, dass man ja nun sicherlich nicht unbedingt einen Psychologen auf einem Kreuzfahrtschiff hat und dann kann ja kein anderer einer erwachsenen Person, die für die Leistung bezahlt hat, verbieten daran teilzunehmen. Naja ich weiß nicht so recht, auf jeden Fall war es keine einfache Situation und mir tat die Reiseleiterin auch leid die durch A erhebliche Mehrarbeit und Sorgen hatte. Ein Herr aus der Reisegruppe wußte auch zu berichten, dass der junge Mann aus dem Phoenix-Team, der A verspätet in Sydney zum Bus gebracht hatte, ironisch gesagt hatte „na mit der werdet ihr aber euren Spaß haben“. Mir tat die Frau aber auch leid. Was genau passiert war, wurde nicht gesagt, so dass einige aus der Gruppe mutmaßten, sie habe einen Suizidversuch unternommen während ich eher der „Nervenzusammenbruch-Theorie“ anhänge. Auf dem Weg zum Flughafen wurde jedenfalls die Hotelbedienstete, die auf A hatte aufpassen sollen, mit aufgenommen und M sagte ihr zur Verabschiedung, sie solle sich keine Gedanken machen, denn es hätte bei anderen auch passieren können. Wir legten einen Stopp bei der örtlichen Polizeistation ein, wo M und die Hotelbedienstete in der benachbarten Krankenabteilung kurz bei A vorbeischauten, bevor uns der Weg für den Rest des Nachprogrammes nun ohne A weiterführte. M sagte uns, dass es einen psychischen medizinischen Notfall um A gegeben hatte und dass für sie nun das Nachprogramm beendet sei und sie darauf wartete, mit den Flying Doctors nach Alice Springs geflogen zu werden, wo sich eine Klinik befinde.
Vom Provinzflughafen Uluru flogen wir anderen dann wieder zurück nach Sydney, wo wir am Nachmittag im Bayview Boulevard Hotel eincheckten. Abends ging ich dann alleine auf eine erste kleine Erkundungstour in die Innenstadt. Ich fuhr auf den Skytower hinauf, verpaßte aber leider den Moment des Sonnenunterganges um wenige Minuten, da ich lange auf einen Lift warten mußte. Trotzdem boten sich mir auch so noch schöne Anblicke, da mit hereinbrechender Dämmerung und Dunkelheit immer mehr (teilweise auch bunte) Lichter in und an den Gebäuden in der Umgebung aufleuchteten. So verbrachte ich dort eine ganze Weile und ließ die Aussicht(en) auf mich wirken. Im Souvenirshop wurde ich dann auch endlich für mich und die Daheimgebliebenen fündig. Außerdem gönnte ich mir ein Foto in der Fotofix-Box, wo ich mir die Skyline von Sydney als Hintergrund aussuchte. Später traf ich dann auch noch zufällig zwei ältere Herren meiner Reisegruppe, die offensichtlich auf dieselbe Idee gekommen waren wie ich, nämlich den Skytower aufzusuchen. Gemeinsam fuhren wir dann wieder hinab. Schließlich gab es auf einer der unteren Ebenen noch den im Eintrittspreis inkludierten Oz-Trek. Das war ein Kino mit beweglichen Sitzen, in dem eine turbulente Reise durch spezielle australische Gegenden simuliert wurde. Danach ging ich noch alleine einwenig durch die Innenstadt und aß eine späte kleine Mahlzeit in einer Filiale einer australischen Fast-Food-Kette.

Donnerstag, den 13.03.08 war dann um 9.00 Uhr hinter dem Hotel das Treffen unserer Reisegruppe. Mit dem Bus fuhren wir in die Nähe des berühmten Opernhauses, wo wir kurze Zeit später eine geführte Tour machten wobei übrigens wegen der Sicherheitsmaßnahmen nach den Terroranschlägen von 2001 keine größeren Handtaschen mehr mitgeführt werden dürfen. M hatte uns zuvor auf Rückfrage erklärt, dass wir in den Aufführungsräumen auch ruhig Foto- und Filmaufnahmen machen dürften, solange keine Proben stattfänden. Als das dann mehrere Leute aus der Gruppe taten, wurde die australische Führerin recht ungehalten, da das wohl doch grundsätzlich verboten ist. Danach hatten wir im Bus noch eine kleine Stadtrundfahrt und machten auch noch einen Fotostop an einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus man einen guten Blick auf das Opernhaus und die Harbour-Bridge hatte. Als weiterer Programmpunkt stand dann noch ein kurzer Stopp am bekannten Bondi Beach an, wo ich mir ein Wassereis zur Erfrischung bei den hohen Temperaturen genehmigte. Wer wollte, wurde im Anschluß daran nicht zum Hotel zurückgefahren, sondern konnte in Sydney am Darling Harbour aussteigen. Diese Möglichkeit nutzten eigentlich fast alle (abgesehen von der Dame mit der Gehbehinderung). Das offizielle Programm war für diesen Tag also erledigt. Wie einige andere auch beschloß ich, in den am Darling Harbour gelegenen Sydney Wildlife Park zu gehen, um nun doch noch ein paar Känguruhs und Koalas sehen zu können, die ich zuvor noch nie aus der Nähe gesehen hatte. Natürlich gab es dort auch noch andere einheimische Tiere anzuschauen. Nach dem Mittagessen klapperte ich noch nahegelegene Souvenirläden ab und fuhr dann noch mit der recht vollen Monorail und war froh, als ich endlich einen Sitzplatz ergattern konnte, denn ich war schon eine ganze Weile auf den Beinen gewesen und daher schon ganz schön geschafft. So ging ich gegen 17.00 Uhr zurück ins Hotel um mich erstmal auszuruhen, was ich wirklich bitter nötig hatte. Um 19.00 Uhr raffte ich mich dann aber doch nochmal auf und ging erneut in die Innenstadt (wenn man schonmal da ist ...) und in den Hydepark (u. a. zum ANZAC Memorial).

Am darauffolgenden Tag, Freitag den 14. März 2008 mußte dann bis 11.00 Uhr das Zimmer geräumt sein, denn es war ja schließlich Abreisetag. Leider hatte ich weniger gut geschlafen, da mein Zimmer direkt gegenüber der Aufzüge gelegen hatte und in der Nacht eine lautstarke asiatische Reisegruppe angekommen war, wovon einige Mitglieder ins Nebenzimmer eingezogen und dabei recht munter und lautstark gewesen waren.
Ab kurz vor 11.00 verbrachte ich - wie einige andere Leute aus der Reisegruppe auch – die Wartezeit auf den Transferbus in der Lobby. Um 13.00 Uhr sollten wir ja eigentlich laut Phoenix abgeholt werden, allerdings kam der Bus erst später. Der Busfahrer war dann auch etwas erstaunt, dass wir alle schon mit dem Gepäck dort gewartet hatten, hatte er doch laut eigener Auskunft die Bestellung zum Hotel erst für 14.00 Uhr bekommen. Das war wieder so ein kleiner Punkt, wo es organisatorisch eindeutig hätte besser laufen können. Am Flughafen checkte dann jeder für sich selbst ein. Der von mir angeregte Gruppen-Check-In war verworfen worden, da man dann laut M ja keine freie Sitzplatzwahl mehr haben würde, die jedoch beim Einzel-Check-In gewährleistet wäre. Als ich dann eincheckte stellte sich jedoch heraus, dass das auch wieder (wie so einige Angaben vorher auch) nicht stimmte, denn Phoenix hatte für alle Teilnehmer des Nachprogrammes wieder bestimmte Sitzplätze vorab belegt gehabt. Da ich recht früh am Flughafen war und daher noch Ausweichmöglichkeiten vorhanden waren, bat ich dann die Frau vom Bodenpersonal, die mich abfertigte, um einen anderen Sitz. Bei dem bevorstehenden Langstreckenflug nach Frankfurt wollte ich nicht gerne eingeengt in der Mitte einer Sitzreihe sitzen, sondern lieber am Gang.
Dann kam die Sprache noch auf mein Gepäck. Angeblich hätte ich Übergepäck. Glücklicherweise verfüge ich ja über ordentliche Schul-Englisch-Kenntnisse und so konnte ich mich recht gut verständigen. Die Dame hatte nicht gewußt, dass man nach einer Kreuzfahrt 30 kg Freigepäck hat und da mein Gepäck über 20 (aber unter 30) kg hatte, meinte sie zunächst ich hätte Übergepäck. Glücklicherweise ließ sich das schnell klären und so mußte ich kein Übergepäck bezahlen. Im Vorfeld der Reise hatte ich mir ja auch meine Gedanken gemacht, ob die Maße des großen Koffers nicht zu groß sein würden, aber das war zum Glück überhaupt kein Problem. So hatte ich dann sehr früh eingecheckt und noch viel Zeit um mich durch die Sicherheitskontrollen zu begeben und noch einen Blick in verschiedene Geschäfte zu werfen. Der für 17.00 Uhr geplante Abflug hatte dann auch keine nennenswerte Verspätung. Gegen 21.55 Uhr Ortszeit landete die Maschine dann in Singapur, wo ein jeder Passagier nocheinmal das volle Sicherheitsprogramm durchlaufen mußte. Ich hatte da schon Befürchtungen, dass mein im Dutyfree-Shop in Sydney gekauftes Eau de Toilette eventuell der Sicherheitsbestimmungen zum Opfer fallen könnte, doch hatte ich Glück und konnte es nach eingehender Kontrolle wieder zurückbekommen. Da es in Singapur ja ca. 2 Stunden Aufenthalt gab, bot sich mir nochmal die Gelegenheit, mich länger mit einer Dame aus meiner Reisegruppe zu unterhalten. Sie hatte weniger Glück gehabt mit dem Gepäck. Sie hatte nämlich 5 kg Übergepäck gehabt und mußte dafür ganze 245 Australische Dollar bezahlen! Erst im Nachhinein war ihr klar geworden, dass sie überzählige Sachen (nach eigenem Bekunden hatte sie viele Hygieneartikel wie Duschgel- und Shampoo-Flaschen dabei gehabt) hätte umpacken oder ganz wegwerfen können. Das wäre bestimmt günstiger gewesen.
Am nächsten Morgen landete der Flug dann mit etwas Verspätung früh morgens in Frankfurt. Um 6.00 Uhr stand ich bereits an der Gepäckausgabe und war nun nach einer ereignisreichen vierwöchigen Reise wieder zurück auf deutschem Boden.


Fazit dieser Reise: Es war eine wunderbare Reise aufgrund der vielen unterschiedlichen Eindrücke und Highlights (auch des Nachprogrammes) sowie aufgrund der netten Gesellschaft und der wunderschönen und vielseitig interessanten Reiseroute. Vermutlich war es die schönste Kreuzfahrt, die ich bisher überhaupt mitgemacht habe. Zwar gibt es immer Sachen, die auf anderen Schiffen besser gefallen oder auch einfach (organisatorisch oder anderweitig) woanders besser abgelaufen sind, doch in der Gesamtheit des Erlebten - trotz meiner zwischenzeitlichen Erkrankung und anderer kleinerer Defizite – rangiert diese Reise ganz weit oben auf meiner persönlichen Hitliste.
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Gerd Ramm am 24.06.2008 08:07

Allen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben sollten gilt mein Respekt für diese Leistung.

Hallo put-at-sea
ja es ist eine Leistung aber ich habe durchgehalten. Einmal weil ich die Albatros nun schon von vier Fahrten kenne und auch 1999 in der Südsee war, damals allerdings mit der Maxim. Da kommen Erinnerungen hoch. Vielen Dank für die umfangreichen Schilderungen.
Wir hatten bei jeder Fahrt einen andere Kabine und ich meine, die Klimaanlage ist normal laut gewesen, allerdings mit neueren Schiffen nicht zu vergleichen. Etwas Ohropax hilft da immer.
Eine leise Kritik aber: nicht schreiben: ein anderes Schiff lag neben uns sondern Schiff xy von yz Cruise lag neben uns.
Viele Grüße
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon demo am 24.06.2008 08:21

Hallo,

zunächst möchte ich mal sagen, dass der Reisebericht sehr gut, auch wenn Du Sorge hattest. Du hast Dir ja sehr viel Mühe damit gegeben einen so langen Bericht zu schreiben. Vielen Dank! :thumb: Da wir selbst schon mal daran gedacht ahben mit einem Schiff von Phoenix (Amadea) zu reisen, ist es für mich besonders interessant etwas von einem Schiff dieser "Flotte" zu hören.

Nochmals Danke und Gruss
Dennis
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Diddn am 24.06.2008 11:16

Hallo,

ich habe auch bis zum Ende (gerne) ausgehalten. Ein wirklich schöner Bericht, der einen wahnsinnigen Appetit auf Südsee und Australien macht. Herzlichen Dank!

Gruß

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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon put_at_sea am 24.06.2008 16:04

Herzlichen Dank für die nette Resonanz.

Viele Grüße,
Heidi
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Daniel am 24.06.2008 16:06

Hallo Heidi,

ich hab ihn noch nicht gelesen! Aber in einer ruhigen Minute/Stunde, werd ichs auf jeden Fall nachholen! Meine Albatros... :)
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Saracen am 24.06.2008 19:08

Hi,

danke für den sehr ausführlichen Reisebericht. Kannst Du eventuell einige Bilder nachreichen? Z.b. das aus der "Kappenrenter-Boot"-Story??? Ich freue mich schon auf meine Erlebnisse auf der Albatros. Dein Bericht steigerte auf jeden Fall meine Vorfreude.

Danke!

LG-Tina
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Gerd Ramm am 24.06.2008 19:18

Da wir selbst schon mal daran gedacht ahben mit einem Schiff von Phoenix (Amadea) zu reisen, ist es für mich besonders interessant etwas von einem Schiff dieser "Flotte" zu hören.

Hallo Dennis
zwischen Albatros und Amadea liegt eineinhalb Stern und das drückt sich nicht nur preislich aus.Ich kenne beide Schiffe und würde sie jedem sofort empfehlen. Man muß aber eben "diese eineinhalb Sterne tiefer" bedenken.Die Amadea ist elegant und von ausgezeichneter Küche. Die Albatros ist ein gemütliches Familienschiff mit auch sehr guter Küche die mehr als 3 Sterne hat.
Man sollte immer abwägen, was man erwartet und welchen Preis man gewillt ist, dafür zu zahlen.
Zu beiden Schiffen sei gesagt, die Phoenixcrew macht einen ausgezeichneten Job.
Viele Grüße
Gerd
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Raoul Fiebig am 24.06.2008 19:27

Ich kenne beide Schiffe und würde sie jedem sofort empfehlen.


Hallo Gerd,

bitte nicht falsch verstehen, aber ich würde das nicht. Genausogut wie ich kein anderes Kreuzfahrtschiff kenne, daß ich jedem sofort empfehlen würde. ;)

Aber in diesem Fall ist es meiner Meinung nach zudem so, daß man von einem Bericht über die "Albatros" nahezu keine Rückschlüsse auf die "Amadea" ziehen kann und umgekehrt. Es sind unterschiedliche Reedereien, unterschiedliche Caterer und auf der "Amadea" hat Phoenix offensichtlich sehr viel mehr Einfluß als auf der "Albatros".

Und letztlich ziehen beide Schiffe doch ein durchaus unterschiedliches Publikum an, finde ich - Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. :)
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon put_at_sea am 24.06.2008 20:47

@Saracen: Mir sind von der Kreuzfahrt und dem anschließenden Nachprogramm wirklich ein paar - wie ich finde - sehr schöne Fotos geblieben, allerdings kann ich hier aber momentan keine reinstellen, da ich die zurzeit nur auf meinem PC und in den beiden Fotoalben habe und noch nicht im Internet (muß mich, wenn ich mal mehr Zeit dazu habe, mehr mit dieser Materie auseinandersetzen wie sowas überhaupt geht).
Das besagte Foto von der "Kappenrentner-Boot-Story" könnte ich aber sowieso nicht beisteuern, da ich das ja mit H´s Fotoapparat gemacht hatte und nicht mit meinem. Außerdem würde ich hier kein Foto reinstellen wollen, das eine andere Person zeigt (außer die Person ist vorher damit einverstanden).

Wenn du nett fragst, vielleicht macht es H dann von sich aus. Vielleicht schaut er ja nochmal im Forum vorbei. Den Bericht hatte er hier jedenfalls nach meinem Hinweis zwischenzeitlich schon gelesen, wie er mir heute mitgeteilt hat.

Viele Grüße,
Heidi
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon demo am 25.06.2008 07:17

Hallo Gerd,

danke für Deinen Hinweis.
Nach über 10 Tagen warten sind dann auch endlich die beiden Kataloge (2008/2009) von Phönix bei mir eingetroffen. Ich habe sie natürlich sofort gestern Abend auf dem Balkon studiert. ;) Ich würde mich, von den ersten Eindrücken her, sicher eher für die Amadea entscheiden. Die Kabinenbilder sprechen mich auch mehr an.

Bei den Routen für 2009 ist jetzt nichts dabei, was mich sofort vom Hocker haut. Besonders auffällig finde ich, dass auch bei Reisen von 15 bis 21 Tagen relativ wenig Seetage im Verlauf sind. Da wir für 2009 schon eine 19 Tage Südamerikafahrt gebucht haben, ist sowieso nicht sicher, ob wir im Spätjahr 2009 noch eine Fahrt machen, wenn dann eher etwas Kürzeres.

Freue mich aber auf jeden Bericht von der Amadea! :D

Sonnige Grüsse vom Vierwaldstättersee
Dennis
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Gerd Ramm am 25.06.2008 15:43

Hallo Raoul
mein Hinweis ist mehr so zu verstehen: im Gegensatz zu anderen Schiffen und Reedereien kann ich diese beiden empfehlen. Ich will hier aber keine Namen nennen.
Gewiss sind die beiden Schiffe sehr unterschiedlich und ich habe ja auch versucht, das mit den Sternen und "Familienschiff" und "elegantes Schiff" zu erläutern.
Viele Grüße
Gerd
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Lutz am 25.06.2008 18:15

shiplover2002 hat geschrieben:Hallo Raoul
mein Hinweis ist mehr so zu verstehen: im Gegensatz zu anderen Schiffen und Reedereien kann ich diese beiden empfehlen. Ich will hier aber keine Namen nennen.
Gewiss sind die beiden Schiffe sehr unterschiedlich und ich habe ja auch versucht, das mit den Sternen und "Familienschiff" und "elegantes Schiff" zu erläutern.
Viele Grüße
Gerd


Hallo Gerd,

nimm es mir nicht übel, aber deine andauernde und pauschale Lobhudelei auf Phoenix und die kryptischen Andeutungen gegenüber allen anderen wirken langsam albern. Ich würde mir wünschen, dass du dich einmal etwas intensiver mit den Anforderungen der verschiedenen Märkte oder Kundengruppen auseinandersetzt. Dann empfiehlst du sicher auch nicht jedem ein Phoenix-Schiff, auch wenn du selber so begeistert bist.

Beste Grüße

von Lutz
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Lutz
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Gerd Ramm am 25.06.2008 18:33

Mein lieber Lutz
in meinem Bordbuch (übrigens von Phoenix ;) ) sind 39 Fahrten auf 23 verschiedenen Schiffen verzeichnet und wieviel davon hat Phoenix?
Wenn Du Dir mal die Mühe machst und benutzt unteren Link kannst Du Dir ein Bild davon machen, welche es waren.
Viele Grüße
Gerd
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Astrid am 26.06.2008 17:59

Hallo zusammen,

warum sollte man nicht ein (oder auch mehrere) Schiff(e) empfehlen, wenn man selbst damit gute Erfahrungen gemacht hat? Das tut man doch sonst im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis auch, bspw. mit Restaurants oder Läden, die man besucht hat und mit denen man zufrieden war. Dass ein anderer dann vielleicht andere (negativere) Erfahrungen macht, na dieses Risiko geht man ja bei jeder Empfehlung ein.

Ich selbst habe im Frühjahr zeitgleich mit Heidi eine Südsee-Kreuzfahrt mit der Amadea gemacht und kann das Schiff seither guten Gewissens empfehlen (und habe dies auch schon getan).

Auch bin ich der Meinung, dass Amadea und Albatros nur teilweise unterschiedliches Publikum anziehen. Zumindest auf unserer Reise waren aber sehr unterschiedliche Leute an Bord: sehr wohlhabende, die von ihren Reisen auf Hanseatic , Europa, Deutschland und Co. schwärmten und für die die Amadea eher das untere Ende der Fahnenstange war, aber auch sehr viele Reisende, die sehr wohl auch schon auf der Albatros und Maxim Gorkiy waren, und das mehrfach. Sogar passionierte AIDA-Fahrer traf man da an...Das ist ja gerade auch ein interessanter Aspekt auf solchen Reisen, dass man da wirklich die unterschiedlichsten Typen trifft.

Übrigens versuche ich gerade, meinen Mann in eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der Albatros "hineinzuquatschen", wohl wissend, dass der Standard dort etwas tiefer anzusiedeln ist als bei der Amadea.
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Joerg am 26.06.2008 18:41

Hallo Heidi,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht von Deiner Traumreise. Habe ihn mir ausgedruck und vorm schlafengehen durchgelesen, was zur Folge hatte, dass ich vor Fernweh nicht einschlafen konnte... :D

Auch ich würde jederzeit wieder mit der Albatros fahren, tue mich jedoch schwer damit direkte Empfehlungen auszusprechen. Lieber teile ich anderen durch meine Berichte meine Erfahrungen mit, aus denen dann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann.

Gruß Jörg
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Raoul Fiebig am 27.06.2008 00:11

warum sollte man nicht ein (oder auch mehrere) Schiff(e) empfehlen, wenn man selbst damit gute Erfahrungen gemacht hat? Das tut man doch sonst im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis auch, bspw. mit Restaurants oder Läden, die man besucht hat und mit denen man zufrieden war. Dass ein anderer dann vielleicht andere (negativere) Erfahrungen macht, na dieses Risiko geht man ja bei jeder Empfehlung ein.


Hallo Astrid,

der Duden ssagt zur Bedeutung von "empfehlen" u.a.

anpreisen, animieren, anraten, anregen, ans Herz legen, befürworten, nahelegen[...]


Nehmen wir mal an, Du hast in einem tollen Nobelhotel Urlaub gemacht, warst davon total begeistert und berichtest einem Freund davon. Der ist aber überzeugter Wildniscamper und würde eine solche "Schickimickibude" niemals freiwillig betreten. Sicherlich kannst Du dem Freund berichten, wie gut es Dir gefallen hat, aber kannst Du ihm das Hotel wirklich für seinen Urlaub empfehlen und davon ausgehen, daß es das richtige für ihn ist?

Ich denke, so ist es bei Kreuzfahrtschiffen auch. Man ist natürlich geneigt, anderen das zu empfehlen, was einem selbst gefällt. Aber das muß bei der großen Bandbreite, die die Kreuzfahrtbranche heute bietet, doch nicht automatisch auch anderen gefallen. Ich kann mich noch mit Kopfschütteln an ein Beispiel aus dem "alten Forum" erinnern. Ein neuer User interessierte sich für seine erste Kreuzfahrt und erbat Vorschläge. Als essentielles Kriterium nannte er, auf einem kleinen, deutschsprachigen Schiff fahren zu wollen. Ein Fan einer großen US-Reederei (nennen wir sie "X Cruises") empfahl daraufhin im Brustton der Überzeugung, dem "Neuling" entscheidend weitergeholfen zu haben, eine Fahrt auf einem der riesigen, englischsprachigen Schiffe der Reederei X Cruises. :rolleyes:

Was nützt es, wenn jemand sich auf einem Schiff, das Du toll findest, einfach nicht wohl fühlt, weil es seinen Interessen und Präferenzen nicht entspricht? :)
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon demo am 27.06.2008 07:35

Raoul Fiebig hat geschrieben: Was nützt es, wenn jemand sich auf einem Schiff, das Du toll findest, einfach nicht wohl fühlt, weil es seinen Interessen und Präferenzen nicht entspricht? :)


Guten Morgen Raoul,

aber ich denke da verwechselt man empfehlen mit aufschwatzten und unterschätzt das Urteilsvermögen des "Empfehlers". Ich mag ja nun wirklich die QE2 und teilweise auch die QM2 und wurde in den letzten Jahren vor und nach den Reisen auch immer wieder von Freunden, Bekannten und Kollegen darauf angesprochen, die etwas wissen wollten.
Ich sage immer ganz klar, dass es darauf ankomtm, wa sman sucht/will und dass dies keine Schiffe für "jedermann" sind sondern nur für diejenigen, die es eher klassisch und konservativ mögen. Ich weise auch immer auf die spezielle Kleiderordnung (Smoking etc.) hin und, dass das Publikum sicher eher mittleren Alters ist. Aber ich kenne einige Leute so gut, dass ich weiss, dass denen diese Art auch gefallen würden und denen empfehle ich es dann auch. Sie werden voraussichtlich nächstes Jahr eine der Reisen ab Deutschland mit der QM2 machen.

Wenn einer von Euch/uns "Profis" (wenn man das mal so nennen will) anderen einfach "sein" Lieblingsprodukt so schmackthaft macht, obwohl es zu diesem gar nicht passt, dann zeugt das für mich wirklich von "empfehlen" sondern vom fehlenden Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer.

Gruss
Dennis
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Re: Reisebericht: Von Tahiti nach Australien mit der Albatros

Beitragvon Indalo am 27.06.2008 10:46

Empfehlung hin oder her,
auch von mir noch einen herzlichen Dank an put-at-sea für die tollen Berichte!
Indalo
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