Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Kreuzfahrten mit Carnival Cruise Line, Costa Crociere, Cunard Line, Holland America Line, P&O Cruises, P&O Cruises Australia, Princess Cruises und Seabourn Cruise Line (ohne Aida Cruises)
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Dirk
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Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Dirk »

Costa Pacifica, 21.07. – 04.08.2013, von Hamburg nach Spitzbergen und zurück

Eigentlich schon letztes Jahr geplant, aber bedingt durch die Costa Concordia Versenkung kostenfrei storniert, fand diesen Sommer die Erkundung Spitzbergens statt. Da es sich um eine Vorzugskreuzfahrt für Costa-Club-Mitglieder handelte, gab es neben den üblichen 5% noch 15% Sonderrabatt für den Pearl-Status. Gebucht wurde eine Premium Innenkabine, da die Differenz zur Außenkabine bereits 900 Euro pro Person betrug; zur von uns eigentlich bevorzugten Balkonkabine waren es bereits 1.400 Euro.
Wie groß war dann die Freude im Mai, als Costa uns ein Upsell auf eine Balkonkabine für einen unschlagbaren Preis anbot.
Die Route führte von Hamburg über Aandalsnes und Tromsö nach Spitzbergen, wo der Magdalenefjord, Ny-Alesund und Longyearbyen auf dem Plan standen. Zurück ging es über das Nordkap, Hammerfest, Geiranger und Bergen. Auf Grunde der weiten Strecke sollten fünf Seetage für die Erholung sorgen.

Anreise

Zur Anreise wurde mal wieder die Deutsche Bahn gewählt. Und wie erwartet, verlief es mal wieder nicht ohne Probleme. Im ersten ICE fehlte der Wagen, in dem unsere reservierten Plätze waren. Da wir 1. Klasse fuhren, war überhaupt nur noch ein Wagen verfügbar; und der war natürlich gerappelt voll. So verbrachten wir das erste Teilstück im Speisewagen. Der Anschlusszug hatte dann 45 Minuten Verspätung w/Personenschaden.
Der Check-In verlief dank mitreisender Gold-Pearls überaus zügig. 15 Minuten nach Ankunft am Terminal waren wir bereits an Bord. Ohne Status zog sich das Prozedere doch einiges länger hin. Man sah viele genervte Gesichter. Andere waren klüger und verbrachten die Wartezeit in den gegenüber dem Terminal gelegenen Restaurants, wo wir auch noch kurz einkehrten. Hier war die Stimmung wesentlich entspannter.

Kabine

Gegen 13.30 Uhr standen die Kabinen zur Verfügung. Wir hatten eine Balkonkabine auf Deck 7 im vorderen Bereich, über und unter uns ebenfalls Kabinen, so dass es eine ruhige Fahrt werden konnte. Die Beschreibung der Kabine selbst fällt kurz aus; hat man eine Balkonkabine gesehen, hat man alle gesehen, könnte man kurz zusammenfassen. Alles war sehr gut in Schuss.
Neben dem Preis war für uns bisher auch immer die fehlende Dunkelheit im hohen Norden ein Argument für eine Innenkabine. Dieses Vorurteil können wir für uns jedoch nunmehr revidieren. Es war ein echtes Erlebnis bei strahlendem Sonnenschein um 02.00 Uhr morgens schlafen zu gehen. Und man war nach 18 Stunden auf den Beinen und mehreren Stunden an der Bar auch „müde“.
Der Service in der Kabine wurde von Ariel aus Brasilien in den 2 Wochen sehr professionell ausgeführt; soll heißen: es gab keine Beschwerden. So richtig verliebt haben wir uns allerdings nicht in ihn.

Essen

Um es vorwegzunehmen. Das Essen war Klasse, unserer Meinung nach. An Bord hörte man auch andere Stimmen. Nach mancher Enttäuschung bei der letzten Fahrt mit Costa waren wir vom ersten Moment überrascht über die Qualität und den Geschmack der Speisen. Keine Ahnung, ob es am Fahrtgebiet und damit verbundenen höheren Erlösen lag oder am östereichischen Chefkoch Anton Egger. Selbst am sonst eher unterirdischen Buffet gab es schmackhafte Dinge, die sogar recht nett präsentiert wurden.

Die Costa Pacifica verfügt über die beiden Hauptrestaurants New York und My Way auf Deck 3 und 4, dem Samsara Restaurant auf Deck 3, dem Buffet-Restaurant auf Deck 9 und 10 sowie über das Club-Restaurant (Zuzahlung) auf Deck 11.
Zum Abendessen hatten wir die 2. Sitzung auf Deck 3 im achtern gelegenen New York.
Die Zeit lag mit 20.30 Uhr dieses Mal recht früh. Wir hatten am ersten Abend einen 4er Tisch mit unseren fünf Personen; zwar schön gelegen mit Aussicht, aber umgeben von laut kommunizierenden Italienern und Spaniern. Die beiden Kellner waren auch nicht die flottesten. Der Hauptkellner kannte noch nicht einmal den Namen seines Partners, da sie zum ersten Mal zusammen arbeiteten. Dieser wollte uns am Anfang noch nicht einmal Wein auf unser All-Inclusive-Paket ausschenken, da man uns wohl einen Kindersticker auf die Karte geklebt hatte. Er kam wohl frisch von der Costa-Schule :D

Auf jeden Fall waren wir nicht besonders glücklich und so suchte ich am nächsten Tag den 2. Maitre Georgio auf, den wir noch von einer vorherigen Reise kannten. Mit Hinweis auf die Geräuschkulisse (den etwas holprigen Service unterschlug ich ihm) bekamen wir einen ganz tollen 8er-Tisch für uns fünf; natürlich direkt am Fenster :thumb:

Der Service von Kellner Marc und Hilfskellner Marvin von den Philippinen war von Anfang an exzellent, was wir bereits am ersten Abend mit einem verdienten Trinkgeld honorierten. Die beiden waren richtig verlegen und beteuerten, dass sie die gebotene Qualität im Service immer leisten würden. Da sie Recht behielten, erhielten sie am Ende der Reise einen großzügigen Zusatzbonus.

Wir hatten für die gesamte Reise das AI-Paket für Getränke geordert. Für den Preis von 19,50 Euro am Tag pro Erwachsenen (10 Euro pro Kind) gibt es mit leichten Einschränkungen das komplette Getränkeangebot an Bord. Einschränkungen müssen vor allem Weintrinker machen, da es meist nichtssagende Sorten gibt. Aus welchem Grund auch immer bekamen wir zum Dinner allerdings einen sehr angenehmen Chardonnay serviert.

Das Essen war wie bereits erwähnt sehr gut. Das galt dieses Jahr durchgehend für alle Gänge und Produkte. Die Portionen waren, wie wir es kannten, übersichtlich, so dass es nie ein Problem war, 5 Gänge am Abend zu verzehren.
Mittags waren wir ebenfalls meist zum Essen im Hauptrestaurant, dass jeden Tag in einer offenen Sitzung geöffnet war. Obwohl auch hier das volle Programm in Angebot war, beschränkten wir uns hier meist auf 3 Gänge.

An zwei Seetagen wurde mittags am Hauptpool ein Buffet serviert. Einmal im Rahmen des „obligatorischen“ Oktoberfestes und einmal ein Seafood-Buffet zwischen Bergen und Hamburg. Beide Buffets konnten voll überzeugen. Die bayerischen Spezialitäten in Form von Leberkäse, Gulasch, „Brat“-wurst und Schweinsbraten begleitet von Kartoffelsalat waren sehr lecker.
Das Fischbuffet war sogar Spitzenklasse! Es gab Austern, köstlich schmeckende Gambas bis zum Abwinken, Miesmuscheln, Meeresfrüchterisotto, Pulpo und Backfisch.

Als Costa Club Mitglied mit Status Pearl gibt es ein kostenfreies Abendessen (ansonsten 25 Euro Zuzahlung) im Club Restaurant Blue Moon. Dort ist die Qualität der Speisen noch erheblich höher. Das Ambiente ist edel. Die Karte wechselt allerdings nicht, so dass es sich maximal zweimal lohnt, hier zu dinieren. Probleme gab es hier lediglich, dass durchaus verdiente Trinkgeld loszuwerden. Das Personal war so mit den Vorbereitungen des Feierabends beschäftigt, dass man erst jemanden suchen musste, um es zu überreichen.

Das Frühstück wird bedient inkl. Buffet im Hauptrestaurant New York oder im Buffetrestaurant angeboten. Das Hauptrestaurant ist dabei die wesentlich entspanntere Variante. Es gibt neben dem Buffet eine große Karte, aus der diverse Eierspeisen mit verschiedenen Beilagen bestellt werden können. Der Kaffee wird serviert. Beim AI-Paket bekommt man alternativ auch kostenfrei Cappuccino oder Espresso.

Im Buffetrestaurant geht es recht rummelig zu. Wir zogen uns meist ins Solarium zurück, wo es etwas ruhiger war. Omelett bzw. Spiegeleier gab es an zwei Station. Die Schlangen hielten sich diese Mal in Grenzen. Hier hatte ich an einem Morgen ein nettes Erlebnis, was Costa für mich so liebenswert macht :D
Spiegeleier wurden erstmals frisch vor Ort gebraten und dann am Buffet bereitgehalten; dann folgte der Omelettkoch. Nun waren keine Spiegeleier mehr da und es wurden auch keine mehr gebraten; als dann ein Streifen am Buffet erschien, fragte ich ihn, wie es mit Spiegeleiern aussah. Er fragte den Koch, der ihm wohl erklärte, dass keine Eier mehr da wären (der Third Cook war wohl der Meinung, dass er sein Tagwerk schon getan hatte :eek: ) Der Streifen war ratlos, was denn nun zu tun sei :confused: Nach weiteren zwei Minuten kam eine Hochmütze aus Italien. Dieser war baff erstaunt, was denn alle hinter dem Buffet ratlos rumstanden, erfasste die Situation aber sofort und ließ nach Nachschub schicken. Nach insgesamt 10 Minuten waren tatsächlich 100 weitere Eier aufgetrieben und es ging ans Werk unter der tatkräftigen Mithilfe der Hochmütze. In der Zwischenzeit war in der vorwiegend aus Deutschen bestehenden Schlange der erwartete Unmut ausgebrochen mit den üblichen Sprüchen von Servicemängeln etc. :mad:
Die Omelettkunden durften übrigens vorrücken; dies führte u.a zu der netten Frage an mich, ob ich auch keine Omelett möchte, welche ich mit „ich möchte auf keine Spiegeleier“ beantwortete.

Da wir eine Premium-Buchung (weitere Vorteile sind u.a. Auswahl der Essensitzung und ein 10%-Gutschein auf die nächste Buchung) hatten, gab es auch kostenfrei ein kontinentales Frühstück in der Kabine, welches vor allem unser mitgereister Langschläfer in Anspruch nahm. Da die letzte Auslieferung zwischen 09.30 Uhr (meist) und 10.00 Uhr erfolgte, wäre Warmes eh kalt geworden.

Unterhaltung

Das Musikunterhaltungsprogramm hat uns wie eigentlich immer gut gefallen. In der Grand Bar mittschiffs auf Deck 5 wurde meist Tanzmusik von zwei unterschiedlichen Bands gespielt. In der Bar am Heck spielte eine Band Diskohits; in den Pausen war eine DJ am Werk. Dazu kamen noch zwei sich abwechselnde Klavierspieler mit Unterhaltungsmusik in der Lobbybar auf Deck 3, ein Klavierspieler in der Winebar und ein Duo mit klassischer Musik im Musiksalon auf Deck 5, welches sich mit der Klavierspielerin aus dem Spezialitätenrestaurant abwechselte.
Im Theater waren wir nie. Wenn man häufiger auf Kreuzfahrt ist, verliert dieser Programmpunkt immer mehr an Bedeutung.
Die Animation war relativ zurückhaltend und fand tagsüber am überdachten (bei schönen Wetter ausfahrbar) Hauptpool (Solarium) statt; abends in der Bar am Heck.

An Bord
An den Seetagen wurde der Platz an Deck bei gutem Wetter recht knapp; bei ausgebuchten Schiff war dies allerdings zu erwarten. Es gab aber immer genügend Handtücher. Wolldecken waren dagegen nicht immer sofort greifbar.
In der Zeit nach der 2. Essenssitzung war es nicht immer einfach, einen Platz in den Bars zu bekommen. Für die Raucher war zwar in jeder Bar ein Bereich abgeteilt, der Bereich nahm aber maximal ein Viertel des Raumes ein. Bei entsprechender Flexibilität fand sich aber immer etwas. Unser bevorzugter Platz befand sich an der Grand Bar, wo wir nicht nur von der Musik sondern auch von den Barkeepern Danilo, Nino und Randoll bestens unterhalten wurden.

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Auch an den Tischen war der Service immer sehr schnell und überaus freundlich. Häufig bemühte sich das Personal seine „Stammkunden“ auch mit Namen anzusprechen. Wir waren ebenso aufmerksam :D und bedankten uns zusätzlich häufig mit einem der vorher gehorteten Ein-Euro-Stücke.

Reiseverlauf

Um es auch hier ein wenig vorwegzunehmen:
Wir hatten fantastisches Wetter für diese recht nördlich gelegene Reiseroute. Vorab wären wir mit 7 schönen Tagen zufrieden gewesen. Wir hatten 12!
Nach der wie immer sehenswerten Fahrt in der Elbmündung begann der erste Seetag noch mit ein wenig Bewölkung, die aber im Laufe des Mittags aufbrach und man vorsorgen musste, dass man keinen Sonnenbrand bekam. Selbst die Rutsche und das Dach am Hauptpool wurde geöffnet.

Für den ersten Landgang in Aandalsnes hatten wir, wie vor 3 Jahren bereits, einen Mietwagen bei Avis reserviert. Ich ging zügig nach Ankunft von Bord, da der Weg zur Vermietungsstation doch ca. 15 Minuten dauert. Wie erfreuter war ich, dass mittlerweile ein Angestellter der Vermietstation direkt am Hafen sitzt. Auch der Wagen konnte direkt in Empfang genommen und später auch dort abgegeben werden.
Wir hatten uns vorher zwei Routen überlegt und von der aktuellen Wetterlage abhängig gemacht. Entweder zur Atlantikstraße und je nach vorankommen am Nachmittag noch die Trollstiegen rauf oder nach Geiranger, wo wir aber auch noch in 10 Tagen mit dem Schiffe wären.
Wir entschieden uns dann für Ersteres und erreichten nach ca. 1,5 Stunden inkl. einer Fährfahrt die wirklich atemberaubende Atlantikstraße, welche wir bis kurz hinter ihrem Höhepunkt befuhren und dann umdrehten um sie ein zweites Mal zu befahren und ein paar Fotostops einzulegen.

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Nach ca. 5 Stunden waren wir am Schiff zurück, luden zwei müde Krieger aus und fuhren weiter zu den Trollstigen. Diese Straße windet sich in am Ende immer enger werdenden Kurven bis auf eine Höhe von 700 Metern. Hier entstand in den letzten Jahren ein großes Besucherzentrum mit einigen ausgebauten Aussichtspunkten.

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Da wir zügig vorankamen, konnten wir auf dem Rückweg auch noch einen Abstecher zur Trollwand (Trollveggen), der höchsten Steilwand in Europa mit über 1.000 Metern vertikalem Gefälle, machen.

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Nach einem erholsamen Seetag, bei dem der Polarkreis überschritten wurde, erreichten wir am darauffolgenden Morgen Tromsö. Eigentlich war die Ankunft für 08.00 Uhr geplant. Auf Grund dichten Nebels musste Kapitän Massimo Garbarino aber eine weitere Route fahren, so dass wir erst um 11.00 Uhr ankamen. Da der Aufenthalt in Tromsö aber seitens Costas um 3 Stunden verlängert wurde, blieb genügend Zeit für die Erkundung der Stadt. Der Costa Transfer sollte für die 4 km acht Euro kosten. Wir entschieden uns zu viert für die Taxivariante, welche mit umgerechnet 12 Euro pro Fahrt knapp günstiger war. Wir ließen uns an der Eismeerkapelle jenseits der großen Brücke absetzen. Auf eine Innenbesichtigung verzichteten wir angesichts der geforderten 6 Euro Eintritt. Da wir einen Angsthasen dabei hatten, verzichteten wir ebenfalls auf die Seilbahnfahrt von der ca. 1 km entfernten Talstation auf den Hausberg von Tromsö, wo man eine schöne Sicht auf die Stadt haben soll. Wir entschieden uns für einen Fußmarsch über die Brücke, welche in der Mitte eine so hohe Durchfahrtshöhe hat, dass die Hurtigruten-Schiffe hindurch passen.

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Wir besichtigten die Anlegestelle der Hurtigruten und die recht ansehnlich Innenstadt und nahmen in der Stadtmitte einen sonnigen Cappuccino zu uns.
Nach einem weiteren Seetag, der angesichts sinkender Temperaturen nur dick eingemummelt an Deck verbracht werden konnte, sollte eine der Höhepunkte der Reise folgen. Im Vorfeld hatte es Diskussionen im Internet gegeben, ob der Magdalenefjord aktuell von Kreuzfahrtschiffen angefahren werden durfte. Costa zumindest durfte. Und das war gut so, denn die Fahrt durch diesen Fjord gehörte zu den beeindruckensten Momenten, die ich bisher erleben durfte. Gegen 08.00 Uhr morgens begann die Einfahrt in den lediglich 8 km langen Fjord, wo wir uns dann für ca. 3,5 Stunden aufhielten. In Worten lässt sich die Kulisse kaum fassen.

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Am gleichen Tag machten wir uns noch auf nach Ny-Alesund um dort das nördlichste Postamt der Welt zu besuchen.

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Leider ist es wohl vor einiger Zeit geschlossen worden. Man kann sich dort lediglich einen Souvenirstempel selbst auf die Karte drucken und in den Kasten werfen. Briefmarken gibt es im einzigen Shop nur beim gleichzeitigen Kauf von Ansichtskarten. Für vorab geschriebene Karten also am besten vorher Briefmarken besorgen. Der Ort Ny-Alesund selbst besteht aus ca. 30 Gebäuden inkl. des erwähnten Shops und einem kleinen Museum bzw. Informationsbüros. 2 Stunden Zeit reichen vollkommen, um alle Attraktionen zu besichtigen.

Über Nacht machte sich die Pacifica dann zum Hauptort Spitzbergens, nach Longyearbyen, auf, wo wir fünf Stunden Aufenthalt hatten. Vorab hielten wir dies für vollkommen ausreichend und verließen erst gegen 10.00 Uhr das Schiff (Ankunft war 08.00 Uhr). Umso überraschter waren wir, dass die Stadt doch einiges zu bieten hat. Nach einem ca. 1.5 km langen Fußweg vom Anleger gelangt man in ein richtiges Städtchen, mit großem Informationsbüro, welches auch ein Naturkundemuseum enthält. Nicht weit entfernt beginnt eine richtige Fußgängerzone mit mehreren Supermärkten und diversen, meist auf Sport ausgerichtete Einzelhandelsgeschäfte. Mehrere Hotels und Restaurants runden das Angebot ab. In der nahen Umgebung ist die alte Kohlenseilbahn inkl. Umladestation immer im Blickfeld.

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Für den Besuch einer von weitem nett anzusehenden Kirche reichte die Zeit dann nicht mehr. Für den, der länger hier verweilen möchte, bieten verschiedene Touranbieter einiges an Abwechslung.

Für den Weg zum Nordkap benötigten wir 30 Stunden, so dass wir gegen 18.00 Uhr in Honningsvag ankamen. Wir hatten vorab keine feste Planung gemacht, da wir den Besuch des Nordkaps vom Wetter abhängig machen wollten. Und es war ein toller Tag. Die Temperaturen betrugen am Abend ca. 20° und so gingen wir zur Touristeninformation direkt am Anleger, um den Ortsbus zum Nordkap zu buchen. Die Kosten liegen mit 490 NOK inkl. Eintritt (ca. 60 Euro) nur geringfügig unter den Kosten der Schiffstour (Costa nahm 69 Euro). Der Vorteil der individuellen Tour liegt darin, dass man innerhalb des Fahrplans http://www.nordkapp.no/de/info/verkehrs ... um-nordkap (hier findet man auch weitere Infos zum Nordkap) seinen Aufenthalt zeitlich selbst bestimmen kann, während man bei der Reederei eine Zeit und auch die Aufenthaltsdauer vorgegeben bekommt.
Wir konnten so noch das Abendessen an Bord einnehmen und dann um 22.15 Uhr den Bus nehmen. Die Rückfahrt ist dann um 01.10 Uhr; Rückkunft 01.45 Uhr. Ablegen war für 02.30 Uhr geplant.

Zwischen Fahrkartenkauf und Abendessen besuchten wir noch die sehenswerte Eisbar in der Ortsmitte. Die Blöcke für den Aufbau der Bar werden jedes Jahr komplett aus dem Eis eines Sees in Lappland geschnitten und dann in einem auf – 5° temperierten Kühlhaus aufgestellt. Die Besucher erhalten dicke Ponchos.

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Angegliedert an die Bar ist ein gut bestückter Shop, in dem die Produkte günstiger angeboten werden als z. B. später in Bergen.

Zum Abendessen konnten wir beobachten, dass sich einige Gewitterwolken näherten. Wir hofften das Nordkap noch vorher zu erreichen. Dem war aber nicht so. Als wir gegen 22.00 Uhr das Schiff verlassen wollten, setzte Regen ein. Eine kurze „Schwachregenphase“ nutzten wir, um die Touristeninformation zu erreichen. Dann ging das Gewitter richtig los. Wie in den Tropen prasselte innerhalb kürzester Zeit eine unvorstellbare Regenmenge auf uns nieder. Wie sollten wir da die hinter dem Gebäude liegende Haltestelle nur erreichen :confused:
Um 22.14 Uhr wagten wir den Sprung; an der Hauswand gekauert stand dort tatsächlich hinter der Gebäudeecke der Abfahrtbereite Bus. Nachdem wir dann geladen waren, ging es auch sofort los. Der Regen hörte während der Fahrt dann auf und kurz vor dem Nordkap riss auch der Himmel wieder auf und wir erreichten bei strahlendem Sonnenschein den nördlichsten Punkt von Festlandeuropa (was allerdings aus 2 Gründen nicht stimmt; erstens befindet sich der Nordkapfelsen auf Mageroya , einer Insel und zweitens findet sich zwei Kilometer westlich des Nordkaps eine unscheinbare, flach ins Meer abfallende, Landzunge die knapp nördlicher liegt).
Sei’s drum; man hat ein erhabenes Gefühl, wenn man nach dem Durchschreiten der Nordkaphalle auf die Weltkugel zugeht. Zumal die Mitternachtssonne heute, am 29.07., das letzte Mal voll am Himmel zu sehen war. Um 00.00 Uhr hielten zahllosen Fotoapparate und Videokameras diesen Moment fest.

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Den Film über das Nordkap im 180° Kino hatten wir ebenso wie die Ausstellung bereits vor 3 Jahren gesehen. So konzentrierten wir uns neben einen kurzen Besuch des Shops lediglich auf die Aussicht; die ca. 1,5 Stunden gingen beim Genuss einer mitgebrachten Flasche Wein dann unglaublich schnell um. Als wir für die Rückfahrt am Bus ankamen, gab es leider keinen Platz mehr für uns, was angesichts der nahenden Abfahrtszeit unseres Schiffes nicht günstig war. Für uns mussten aber einige Angestellte der Nordkapphallen wieder aussteigen und auf den nächsten Bus warten. So kamen wir noch vor den letzten Costa-Bussen wieder in Honningsvag an.

Erwähnenswert war noch, dass um 00.00 Uhr die AIDACara, welche wir schon in Longyearbyen getroffen hatten, eintraf. Eine sicher ungewöhnliche Zeit, um Ausflüge abzuhalten.

Zurück auf dem Schiff machten wir uns zur Grand Bar auf, die zwar schon um 01.30 schließen sollte; wir hofften aber, angesichts einiger bereits hinterlassen Trinkgelder noch etwas zu bekommen. Auf nette Nachfrage, war dies auch kein Problem. Wie sich aber einige Landsleute von den nach uns zurückkehrenden Bussen aufführten, ging teilweise gar nicht :mad: Bier, Wein und Schnaps wurde noch ausgeschenkt, aber kein Kaffee mehr gekocht und keine Cocktails mehr gemixt. Dies stieß bei einigen Zeitgenossen auf vollkommendes Unverständnis. Und als es dann um 03.00 Uhr gar nichts mehr gab, wurde der Unmut noch größer. Dass das Personal teilweise seit 10.00 Uhr auf den Beinen war, kam diesen Kleingeistern wohl nicht in den Sinn.

Um 03.30 Uhr begab ich mich dann zum Bug, um die wohl eher selten gefahrene Route durch den Mageroyasund, südlich um Mageroya, zu bestaunen.

Danach ging es dann für ein paar Stunden ins Bett, da bereits um 08.00 Uhr Hammerfest erreicht wurde, wo wir bis 13.00 Uhr bleiben sollten. Recht müde machten wir uns auf den ca. 2,5 km langen Weg ins Stadtzentrum, wo ein Besuch des Eisbären-Clubs auf dem Programm stand, wo ich Mitglied werden wollten. Nach einem kostenfreien Besuch der dort befindlichen Ausstellung bekam ich gegen die Zahlung von 180 NOK die Mitgliedsnummer 243.448 verbunden mit einem Zertifikat, einer Anstecknadel, einem Aufkleber und einem Mitgliedsausweis, welcher u.a. einen 10% Rabatt im angeschlossenen Shop gewährt. Nun muss ich an jedem 3. Sonntag im Januar zur Mitgliederversammlung nach Hammerfest reisen :D

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Der etwas kurze Aufenthalt war wohl der nachfolgenden AIDACara geschuldet, die unseren (den einzigen) Liegeplatz beanspruchte.

Ein weiterer, diesmal verregneter, Seetag schloss sich an. Gegen Abend klarte es aber auf, so dass für den Tag in Geiranger Hoffnung bestand.

Der Tag begann zwar bedeckt, die Sicht bis in die Berggipfel war aber immer gegeben. Nachdem wir ca. 1.200 Ausflügler in Hellesylt ausgetendert hatten, ging es weiter in den Geirangerfjord. Diese Fahrt ist immer wieder beeindruckend. Die steilen Felsen, die Wasserfälle und dann hinter der letzten Kurve der kleine Ort. Neben uns war die Celebrity Infinity bereits da und beanspruchte den Platz in der Ortsmitte; wir lagen etwas davor Visavis der Adlerkehren. Wieder hatten wir das Ausflugsprogramm wetterabhängig gestalten wollen. Da uns die Wolken doch zu dicht erschienen, entschieden wir uns gegen eine Tour auf den Dalsnibba, sondern nahmen einen offenen Ausflugsbus (in Hop-On, Hop-Off-Art) und besuchten die Aussichtspunkte

Flydalsjuvet

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und Adlerkehren.

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Die Kosten betrugen 200 NOK pro Person. An beiden Punkten hatten wir 20 Minuten Aufenthalt; vollkommend ausreichend für die Sammlung von Fotos. Der erste Punkt ist übrigens auch gut zu Fuß erreichbar (ca. 4 km bei 300 Höhenmetern entsprechende etwa 1 Stunde die Straße lang. Der Weg zum Aussichtspunkt von den Adlerkehren ist deutlich länger und anstrengender. Ein Mietwagen wäre auch möglich gewesen. Angesichts von ca. 120 Euro für einen halben Tag war uns dies aber entschieden zu viel gewesen. Viele andere Touren sind direkt an der Touristeninfo buchbar. Abhängig von der Aufenthaltszeit des Schiffes bieten sich einige Alternativen zum Schiffsausflug.

Am nächsten Morgen erreichten wir Bergen; zunächst im Trockenen. Kurz nach Verlassen des Schiffes gegen 09.30 fing es jedoch an zu Regnen. Der Kauf eines Schirms war unumgänglich. Dieser nützte gegen die immer stärker werdenden Regenmassen aber wenig; so verbrachten wir ca. 60 Minuten untergestellt in den Bryggenhäusern bzw. beim Shopping in diesen. Die geplante Auffahrt auf den Floien wurde gestrichen. Es folgte ein kurzer Abstecher auf den Fischmarkt mit der Absicht am Nachmittag wieder zu kommen. Da sich in diesen Tagen allerhand museale Verkehrsmittel in Bergen versammelt hatten, war meinerseits auch ein Besuch der Nordstjernen geplant.
Zurück auf dem Schif zur Einnahme des Mittagessens, klarte es dann auch auf und den weiteren Tag begleitete uns strahlender Sonnenschein bei rund 25°. Der Einkauf auf dem Fischmarkt war erfolgreich. Wohlschmeckender Graved-Lachs und Walfisch wurde gebunkert (kostenfrei eingeschweißt und in Spezialtüten verpackt). Bei der Rückkunft an Bord interessierte niemanden, trotz vorheriger Angabe des Inhaltes, unser Mitbringsel. Wir sollten nur für eine geruchsfreie Lagerung sorgen. Da soll es bei anderen Reedereien schon andere Erlebnisse gegeben haben :D
Die kostenfreie Besichtigung der Nordstjernen

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war sehr interessant. Alle Bereiche des Schiffes konnten besichtigt werden. Leider waren die Kabinen verschlossen. Lediglich in einige, die gerade renoviert wurden, konnte man einen Blick werfen; Eindruck: winzig. Ein Stockbett für zwei; ein Sitz für 1,5, ein Schrank, ein Waschbecken; Dusche und WC auf dem Gang. Die Außenkabine hatte übrigens noch ein Bullauge. Die Gesellschaftsräume machten einen tadellosen Eindruck und konnten gefallen. Auch die Außendecks waren sehr gemütlich.
Bei nächster Gelegenheit werde ich ein paar weitere Bilder einstellen.

Ein weiterer, dieses Mal sonniger, Seetag schloss sich an bevor unsere Reise nach 14 Tagen in Altona wieder endete. Die Ausschiffung verlief reibungslos. Auch das Warten auf ein Taxi beschränkte sich auf lediglich 5 Minuten.
Damit die Rückreise nicht zu stressig werden sollte, hatten wir noch einen Tag in Hamburg eingeplant. Am Abend schauten wir uns nach eher verschlafenem Beginn im ersten Akt den dann folgenden sehenswerten Kampf zwischen dem Italian Stallion und Apollo Creed an.
Die Rückreise am folgenden Tag erfolgte dann wieder mit der Bahn. Auch hier hatten wir wieder ein nettes Erlebnis, welches wir aber exklusiv dem Bahnchef berichten werden :D

reneham
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von reneham »

Hallo Dirk,

schöner Bericht, deckt sich in der Tat in vielen Teilen mit unseren Erlebnissen. Waren schon tolle Orte dabei, viel zu schauen und zu erleben...

Viele Grüße
René

Weltweit
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Weltweit »

Hallo,

vielen Dank für diesen tollen Bericht.

Super Bilder

Gruss Bianca

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steff
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von steff »

Schöner Bericht - liest sich schön locker.

Vielen Dank für die Arbeit.

Viele Grüße

Steff

shiplover77
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von shiplover77 »

Schöner Bericht,da fragt man sich natürlich warum Phoenix Reisen zuletzt in Spitzbergen die reizvollsten Ziele ausgelassen hat :confused:

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Miller3000
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Miller3000 »

Toller Bericht. Irgendwann wollen wir so eine Tour auch mal machen.

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Atomic911
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Atomic911 »

Danke für den tollen Reisebericht :thumb: :thumb: :thumb: :thumb: :thumb:

Mfg Markus

Nachtfreundin
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Nachtfreundin »

Toller Bericht. Da möchten wir auch noch hin.

C+C
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von C+C »

Danke für den schönen Reisebericht und noch mehr für die tollen Fotos, vor allem das Foto vom Magdalenenfjord. So haben wir ihn vor ein paar Jahren auch gesehen und darauf hatten wir uns dieses Jahr eigentlich wieder gefreut (wobei das Wetter natürlich nicht vorhersehbar ist) aber ... nein, die MS Albatros (ATS 432) durfte nicht in den Magdalenenfjord. Irgendwie ist das im Nachhinein, wenn man liest, dass andere Schiffe es durften und auch die MS Albatros auf ihrer 2. Fahrt nach Spitzbergen wieder in den Fjord und nach New Alesund kam, nicht zu verstehen.

NCLCruiser
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von NCLCruiser »

:thumb: vielen dank für den schönen Reisebericht :thumb:

VLG

Trudel
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Re: Reisebericht Costa Pacifica Spitzbergen 21.07.-04.08.13

Beitrag von Trudel »

Ach wie schön. Toller Bericht. Wir hatten die C . Victoria und fast alles war auch so toll.
Nur am Nordkap hatten wir Nebel *lach*.
Gerne wieder.
Viele Grüße und Danke.

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