Hallo
ich beginne mal meinen Reisebericht hier - er wird wohl umfangreicher - und drum brauch ich ein paar Etappen :-)
16.04.2010
Daß meine Chefs es lieber haben, daß ich aus dem Urlaub komme als in
den Urlaub gehe, weiß ich ja – aber dieses Jahr…. Wen haben sie alles
bestochen: Erst wollen die Piloten der LH streiken, abgewendet. Dann
die Fluglotsen – abgewendet. Daß sie dann einen Vulkan in Island
anschüren, um mich vom fliegen abzuhalten…. Was soll mir das sagen….
Einmal mehr war ich doch froh, nicht den LH Flug nach Los Angeles
gebucht zu haben, sondern Continental Airlines. Obwohl ich doch nach
Ende des Pilotenstreiks mit meiner Entscheidung schon wieder gehadert
hatte.... Denn auch wenn der Auslöser dafür der geplante Pilotenstreik war –
ein Abflug morgens um 09:00 Uhr war nun erfolgversprechender als eine Wackelpartie bis zum
Nachmittag.
So flogen wir mit etwa 40 min Verspätung ab – um wegen der „Umleitung“
über Südeuropa summierte sich die Verspätung dann in Newark auf eine
gute Stunde. Ich war ja wohlpräpariert, eigentlich sollte mir eine
gute Stunde bleiben fürs Umsteigen (von ursprünglich 2,5 Stunden). Für
alle Fälle hatte ich aber auch schon mal alle Flugnummern möglicher
späterer Anschlußflüge parat. Die Immigration verlief einigermaßen
freundlich. Im Nachhinein hätte ich mir nen sachlicheren Officer
gewünscht, der nicht mit jedem Kollegen schwatzt. Denn bei der
Zollkontrolle stellte sich heraus, daß der Beamte vergessen hatte,
meinen Paß zu stempeln. Das hieß: Ab zur Second Inspection. Und die
funktioniert in einer eigenen Zeitschleife. Ich kam mir vor, wie vor
einer Sanduhr – es rieselt, aber trotz leerer Schalter arbeiten die
Beamten dort in zeitlupenartigem Tempo und haben nicht das geringste
Interesse daran, „Durchsatz“ zu schaffen, sondern Warten und die damit
verbundene Streßsituation gehört hier zum Programm. Immerhin – ich
mußte nicht in einen Befragungsraum, nachdem ja „nur“ der Stempel
fehlte. Nach 15 Min ließ sich ein Beamter herab, meinen als 1. auf der
Theke liegenden Paß eines Blickes zu würdigen. Danach hieß es zu
versuchen, spurtstark ans Gate zu kommen. Tja – Gate leer, Flug nicht
auf den Anzeigetafeln. Eine Mitarbeiterin wies mir dann auf Nachfrage
den Weg zu einem andere Gate. 5 Minuten vor geplanter Startzeit kam
ich an. Maschine brummelvoll, Handgepäck nicht mehr an Bord erlaubt.
Für irgendwelche Umräumaktionen keine Zeit mehr. Das sollte Folgen
haben. Die Maschine war eiskalt, vollbesetzt und meine Jacke und
Halstuch im Frachtraum außer Reichweite…. Im Handgepäck. Decken gibt’s
aus Ersparnisgründen auf Inlandsflügen nicht mehr.
Braucht jemand mehr als eine Hand, um hier 1 und 1 zusammenzuzählen,
was kommt als Ergebnis raus? Ne dicke Erkältung!
Am Flughafen Los Angeles wurde ich dann aber schon erwartet – der
Hotel-Check-In war auch schon erledigt (Sheraton Gateway Los Angeles, auf Priceline für 75 $ pro Zimmer inkl. aller Gebühren ersteigert), eine kühle Dose
Softdrink war im Becherhalter und eine Vitamin-C-Tablette wurde mir in die Hand gedrückt.
Das Hotel ist absolut einwandfrei, ein typisches Business Hotel mit einem netten beheizten Pool (Es ist - mit Verlaub - dieses Jahr recht frisch im Westen - egal ob Los Angeles oder Las Vegas! 16 °C im April sind doch eher selten...)
Am Abend dann nur noch kurzes Dinner, ein paar Wein-Einkäufe, eine
Palette Soft-Drinks – und ab ins Bett.
17.04.2010
Morgens zum Jetlag-Vertreiben ein wenig schwimmen im Hotelpool und
noch vor 8 Uhr gings in Richtung San Diego. Unterwegs ein banales
Frühstück bei Dennys und weiter. Gegen 11 Uhr kommen wir in San Diego
an und wie ein Kind quietsche ich, als ich die MS Oosterdam aus dem
Auto das erste Mal entdecke. Wir fahren gleich mal zum Pier – werden
eingewiesen und sind unsere Koffer los. Wir selbst fahren nun zur
Alamo-Station, geben den Mietwagen ab, bekommen einen Beleg mit einem
Endbetrag von 2500 $ ausgehändigt und dürfen uns zur Klärung in eine
Schlange einreihen…. Schließlich sollte angesichts eines
Prepaid-Vouchers am Ende des Beleges eine dicke Null befinden….
Auch dies klärt sich zumindest für uns schnell und mit einem
Null-Beleg. Von wem die 2500 $ nun abgebucht werden….. Gerade setzt
ein Taxi einen Gast ab – wir schnappen es uns gleich für die Fahrt zum
Cruise-Terminal. Fahrpreis 9 $ inkl. Trinkgeld (7 $ ohne Trinkgeld).
Direkt gegenüber des Cruise-Terminals ist auch ein Cruise-Parkplatz - die Preise habe ich mir nicht angesehen, auch nicht, ob es sich dabei um eine "nicht dauerhafte" Lösung handelt. Man kann jedenfalls in Schiff-Sichtweite parken.
Im Cruiseterminal können wir sofort durchgehen zum Schalter,
Fotolächeln, Bordausweis, Einschiffungsnummer. Etwa 10 Minuten später
wird unsere Nummer schon aufgerufen, es geht flott durch an Bord – wir
wollen kein Foto von der Einschiffung und mit einem freundlichen
Lächeln wird den Gästen, die das nicht wünschen (schon vor uns einige)
ein Weg seitlich vorbei geöffnet. An Bord eine freundliche Begrüßung
und der Weg wird gewiesen.
Wir fahren mal in die Etage unserer Kabine, aber die Gänge zu den
Kabinen sind noch geschlossen, so daß uns der Weg aufs Lido-Deck führt
für eine kleine Orientierung.
Ziemlich genau um 12:30 Uhr kommt die Durchsage, daß die Kabinen
fertig sind. Dort angekommen fehlen bei mir noch die Bademäntel, mein
Safe steht zwar offen, aber die Verriegelung ist zu und muß geöffnet
werden. Außerdem wollen wir die Trennwand zwischen den Balkonen
geöffnet. Wir machen uns kurz frisch, ich hinterlasse eine Notiz für
das Housekeeping und wir brechen nochmal zum Rundgang durchs Schiff
auf. Als wir wieder in die Kabine kommen, sind die Koffer da und auch
die Bademäntel. Das „Safeproblem“ kann nur das Front-Desk lösen. Das
nehmen wir uns für später vor.
Die Rettungsübung wird hier ohne die Schwimmwesten durchgeführt – bei
der Durchsage wird darauf hingewiesen, daß Gäste, die das von früheren
Kreuzfahrten mit Schwimmwesten kennen bitte beherzigen sollen.
Eine echte Kontrolle, ob jeder Gast auch wirklich anwesend ist,
erfolgt allerdings nicht.
Hier stellen wir schon erfreut fest: Cruise-Director Matt hat ein
erfreuliches Englisch – und die Lautsprecher an Bord sind auch gut
eingestellt – alle Durchsagen sind erstklassig verständlich. (das gilt
genauso für die Durchsagen des Captains Jeroen Baijens).
Wir setzen uns nun gemütlich auf unsere Balkone, beobachten das Gewusel am Kai, das Einholen der Gangway und dann das pünktliche Ablegen.
Fürs Abendessen hatten wir uns für die Variante "Open Seating" entschieden (OK - die Wahl war nicht groß - die anderen Möglichkeiten gabs 2 Wochen vor Abfahrt nicht mehr - wir hätten aber sowieso das genommen....)
Wir wurden an einen unterhaltsamen 6er Tisch platziert, das Gespräch kam flott in Gang.
Ich hatte zum Dinner (diesmal hab ich keine Fotos gemacht!)
Jakobsmuschel-Ceviche (Früchte-Cocktail mit Jakobsmuscheln)
Tomaten-Suppe Florentine
Prime Rib of Beef au Jus
Eis
Die Willkommens-Show am Abend haben wir dank meines Jetlags geknickt und ich bin früh ins Bett.
Ach ja: In den Kabinen gibts ja Flatscreen-TV mit DVD Playern. Ich hab mal von zu Hause ein paar DVDs mitgenommen um evtl. ein bißchen "nachzugucken", wozu man daheim nicht kommt (ich schlaf auch gern vorm TV ein.... man wird älter...kicher). Die Auswahl der Schiffs-DVD-Bibliothek wäre aber äußerst umfangreich und gemischt sortiert gewesen, Ausleihe gratis. Sollte man ggf. wegen Noro-Virus in Quarantäne kommen, mangelt es zumindest nicht am Unterhaltungsprogramm.
Abends gabs Schokolädchen aufs Bett...
Hier noch ein paar Eindrücke der Kabine: Wir hatten Verandah-Standard-Kabinen. Die Größe ist in meinen Augen (entgegen der Werbung) normal und nicht besonders überdurchschnittlich. Die Möbel sind helles Ahornfurnier, es gibt viel Stauraum (entdecke die Möglichkeiten: 2 große Unterbett-Schubladen, 2 Schubladen unter dem Sofa, der Hocker ist ebenfalls zu öffnen, um ihn zu befüllen - wird gerne empfohlen, wenn man den Kühlschrank mit eigenen Getränken befüllen mag. Dazu Schrank mit Safe und Regalen, tieferer Schrank mit Kleiderstange und Klapp-Regalen bei Bedarf, schmälerer Schrank, ebenfalls mit Kleiderstange. Reichlich Holzkleiderbügel - nicht die Variante, die diebstahlsicher ist und nur in diese Schrankösen reinpaßt, sondern ordentliche. Ich hasse die anderen, denn man kann nie was zum Lüften mal aufhängen....)
2 Nacht-Tischchen mit je 2 Schubladen - eine davon abschließbar.
Etwas unglückliche Schalterlösung hinter den Kopfkissen, um das Licht auszuschalten.
Das Bett ist bequem, reichlich Kissen, angenehme Bettdeckenqualität. Zwar keine Steppdecken, aber auch keine Ekelvariante. Bademäntel in einer Größe, die auch bei nicht ganz so elfenhaften Menschen keine klaffenden Einblicke gewährt.
Das Bad finde ich der Qualität des Schiffes nicht angemessen. Hier macht NCL HAL was vor. Dieses rotzfarbene Plastik-aus-einem-Guß-Design mit Plastikduschvorhang ist einfach dem restlichen Schiff nicht angemessen. Und die alibi-mäßig aufgeklebten 2 Fliesen im Delft-Design retten das Ganze dann auch nicht, wobei es an Größe, Sauberkeit und Bad-Amenities nichts zu mäkeln gibt.
Ein weiteren großen Minuspunkt gibt es: Die Balkontüren. Die Dinger sind sauschwer, knallen immer sofort zu, es gibt keine Feststellmöglichkeit und haben superscharfe Kanten (aus dem US-Forum weiß ich von einem schweren Unfall mit nem eingeklemmten Finger - mich wundert, daß das nicht häufiger vorkommt). Zum einen nervt das Türgedonner unglaublich - man kann den Kabinennachbarn ja nicht verdenken, daß die auch ab und an mal rein- und rausgehen - und man denkt nicht immer ans leise schließen. Wumm... wumm..... wummm....
Wir haben uns für die Religiös verwerfliche Variante entschieden - wir danken hiermit der Gideon-Gesellschaft für das Bereitstellen der Bibel - die war das einzige, mit was man die Tür aufhalten konnte (einklemmen zwischen Türrahmen und Tür - nicht ideal für die Scharniere - aber wir waren der Bibel nach zu urteilen nicht die ersten.....).
Der Öffnungswinkel der Tür beschränkt zudem die Nutzfläche des Balkons ganz schön - hier wäre eine Schiebetürlösung, wie es sie auf anderen Schiffen gibt weitaus besser und auch sicherer.
Noch ein Minuspunkt: Die Klimaanlage über dem Bett - sie ist zwar regelbar - jedoch nicht abschaltbar. Und die pustet selbst auf Neutralstellung immer direkt auf den Schlafenden. Und das merkt man erst gar nicht - bis man bibbert.... zudem macht es natürlich die Luft unheimlich trocken.
Einzige Abhilfe (Tipp aus dem US-Forum - nie war er so wertvoll): Immer ne Rolle Duct-Tape dabeihaben. Die mittlere Handtuchgröße deckt die AC ziemlich gut ab - läßt Luft seitlich noch etwas raus (nicht daß es irgendwo nen Luftstau gibt..... wer weiß, was da im Schiffsinneren heiß laufen kann....). Ich betone: Wir haben das natürlich vor Ausschiffung wieder rückstandsfrei entfernt... sowohl von Decke als auch vom Handtuch!
Fotos folgen und mehr Reisebericht ebenfalls....
Wendy



























