Hier der Bericht unserer Cruise:
Reisebericht Century 01.10.07 bis 12.10.07
Route: Barcelona, Marseille, Villefranche(Monaco), Livorno(Florenz), Rom, Ajaccio, Tanger, Malta(statt Casablanca), Valencia, Barcelona
Wir hatten alles komplett über Celebrity gebucht, auch die Anreise +Transfer.
Hat alles super geklappt; Lufthansa-Macken mal ausgenommen.
Einchecken- An-Bord-gehen keine 15 Minuten, dann waren wir auf Kabine 1234. Selbige war geräumig und gut ausgestattet, genug Stauraum, großes Bad, Wanne mit Sprudeldüsen, großer Balkon mit Stühlen, Tisch und 2 Liegen. Allerdings war die allgemeine „Bauausführung“ speziell auf dem Balkon eher mäßig.
Wichtig: Steckdosen waren ohne Adapter benutzbar; Telefon oder sonstige Akkus aufladen kein Problem.
Die Zustellung des Gepäckes, die für uns „prioritär“ sein sollte, gestaltete sich schwierig. Die Vorsprache an der Rezeption brachte nichts; unser Gepäck blieb zunächst verschwunden. Der uns als solcher vorgestellte Butler namens Rommel fand unsere Koffer dann 5 Minuten vor dem Auslaufen irgendwo auf einem Mannschaftsdeck (die Anhänger mit der Kabinennummer waren allerdings noch dran).
Schiff:
Hat uns sehr gut gefallen. Sehr sauber, dezente Farbigkeit, viel Holz, gut gepflegt. Die Century liegt sehr ruhig, schwankt kaum (und das auch nicht auf Deck 12) und ist auch nicht sonderlich laut.
An unserem letzten Abend/in der Nacht sind wir durch den schweren Sturm von Valencia nach Barcelona gefahren und haben fast nicht bemerkt. Ein ebenfalls auf dieser Route fahrender Frachter wurde ganz schön gebeutelt.
Auf dem Schiff gibt es jede Menge Möglichkeiten sich zurückzuziehen, aber auch genug „Party“, wer`s denn mag. Alles, ohne das eins das andere gestört hätte.
Das Showprogramm wirkte auf uns übrigens weniger „amerikanisch“ als erwartet. Wir haben es uns aber auch nicht wirklich oft angesehen. Wir hatten uns ein anderes Lieblingsplätzchen für den Abend erobert, nämlich den Michaels Club mit seinem Pianisten und Sänger Steve Heist. Wir waren wirklich komplett begeistert; ein absoluter Vollblutmusiker, der Blues, Jazz usw. aus dem Ärmel schüttelte. Als an dem besagten Crash-Abend einiges zu Bruch ging und nur der Not-Strom lief, war natürlich auch seine unterstützende Play-Back-Anlage tot. Dann gabs eben Wunschkonzert komplett live unter großer Begeisterung und entsprechendem Beifall.
Die Renovierung der Century hat nach unserer Ansicht nicht so wirklich gravierendes gebracht. Man sieht der Lady ihre „Erfahrenheit“ an, was uns aber nicht gestört hat, denn das Schiffchen hat Stil und Klasse.
Essen:
Das Frühstück war grundsätzlich etwas einfallslos, allerdings sehr gut mit Obst und Süßem ausgestattet. Tabletts wurden mit Leinendeckchen, Stoffserviette und Besteck gereicht; volle Tabletts wurden gerne zum Tisch getragen.
Insgesamt waren wir echt begeistert. Vom Froschschenkel bis hin zum Filet Mignon war alles absolut exzellent. Ich darf mich selbst als durchaus anspruchsvolle Esserin und auch Köchin bezeichnen; aber wir waren uneingeschränkt zufrieden. Das galt für die Auswahl, die Präsentation und ebenso für Qualität und Zubereitung.
Krebscocktail, Rose`wein-Sorbet…ach, ja…...
Hervorzuheben ist auch der Service im Restaurant. Sommelier oder Kellner mit Pfeffermühle, Weinflasche aufheben bis zum nächsten Tag, besondere Vorlieben oder Abneigungen registrieren – perfekt.
Das war alles in dem normalen Restaurant, das Zuzahl-Restaurant haben wir nicht besucht.
Ein Teil des üblichen Buffettrestaurantes wurde abends ebenfalls zum Bedienrestaurant umfunktioniert. Hier war eine Vorreservierung angebracht, der Service gleichfalls super. Wer sich z.B. nicht in Gala werfen wollte, konnte hier „normal“ essen gehen.
Mittags haben wir oft am Pool-Grill gegessen; auch hier war die Qualität super.
Kleidung:
Wir hatten drei Galaabende dabei. Große Abendgarderobe war eher nicht vorhanden. Herren überwiegend im dunklen Anzug, einige Dinnerjacketts, wenig Smoking. Damen viel lange Röcke +festliche Bluse, festliche Kleider.
Ausflüge:
Hatten wir ebenfalls über Celebrity gebucht. Sehr gut organisiert, ohne Hektik oder Drängeln. Die jeweiligen Reiseführer waren kompetent, bis auf die Dame in Valencia, die dann aber auch komplett daneben ging und eine Revolte auslöste.
Nebenkosten:
Waren geringer als bei Costa, zwar immer noch teuer, aber nicht unerwartet.
Speisekarten und Bordzeitung kamen in Deutsch; informiert wurde immer gut und rechtzeitig. Englisch sollte man schon können, aber es gab auch eine deutschsprechende Hostess.
Tipp für die Rettungsübung:
Möglichst als Letzte der eigenen Gruppe gehen. Das hat den Vorteil, dass man dann beim Aufstellen in der ersten Reihe steht und nicht ganz eingemauert hinten.
Ganz ohne Probleme gings natürlich auch nicht.
Das erste, in das wir auf dem Balkon traten, war Ruß, der war auch täglich da, ist auf dem Schiff wohlbekannt und wird überhaupt nicht als Problem gesehen. Wäre auch nicht sooooo schlimm, wenn denn der Boden des Balkons auch gereinigt werden würde. Das passierte aber nur nach mehrmals und dann immer wieder nur auf Nachfragen und umreißt ein generelles Problem, nämlich die Kabinenreinigung allgemein. Betten, Fußböden, Staubwischen wurde schon sehr gründlich gemacht, auch die Sanitärkeramik und der Waschtisch. Die Badregale allerdings staubten langsam zu, bis ich mal drauf hinwies und staubten dann wieder zu, bis ich ………
Beim Bezug der Kabine waren dann auch noch Hinterlassenschaften unserer Vorgänger in einem Schrank.
Mein Eindruck war, dass im Bereich der Kabinenbetreuung ein gewisser „Schlendrian“ vorhanden war, der Unterschied zum Auftreten und Service z.B. des Restaurant-, Bar, Clubpersonals war extrem.
Und was die kleinen Extras der Sky-Suite betraf, war das auch etwas „speziell“; dazu will ich mich aber hier nicht weiter auslassen; falls jemand etwas wissen möchte, einfach fragen.
Wichtig war für mich auch, dass man sich auf dem Schiff sicher fühlen konnte – und das konnte man. Offenbar passen die Amerikaner auf ihre Leute sehr gut auf und damit ja auch automatisch auf uns. So wurde z.B. Casablanca gecancelt, weil dort der Hauch möglicher Unruhen vermutet werden konnte – in der heutigen Zeit durchaus positiv.
Fazit:
Im Nachhinein sehe ich eine enorme Inkompetenz der deutschen Vertretungen als gegeben, für die ich eine Reihe von Beispielen anführen könnte, aber nur zwei aus der Kiste nenne:
- man habe das Schiff nicht erreichen können (Nachfrage wegen Ruß) wegen der Zeitverschiebung zu Amerika – die Century war zu der Zeit aber bereits im Mittelmeer.
- meine Reiseagentin hatte gebeten, uns eine kleine Nettigkeit in die Kabine zu schicken mit einer Karte von ihr. Man schickte die Karte und stellte sie an eine von uns selbst gekaufte Flasche – nix mit Nettigkeit.
Und von diesen Dingen gabs einen ganzen Sack voll.
Ich hatte mir aber vorgenommen, mich von den Unzulänglichkeiten nicht beeindrucken zu lassen und statt dessen die Reise zu genießen, was mir als Fast-Perfektionistin eher schwer fällt.
Alles in Allem war die Cruise aber wunderschön und ich möchte sie nicht missen. Das Schiff hat Charakter, wir haben es durchaus liebgewonnen und würden auch wieder damit fahren.
Den Vergleich zur Costa Med verliert selbige hochhaus, weil unser persönlicher Geschmack eher zur dezenten Eleganz tendiert und die Century damit wirklich punkten kann.
Celebrity Cruises würde ich jedenfalls trotz der Kalamitäten empfehlen, wenn ich gefragt würde. Unsere Reise ist jedenfalls schon gebucht und wir planen erst mal nur mit Celebrity +Ableger.
So, das wars erstmal; bei Fragen bitte melden.
Tilly, die zum ersten Mal einen solchen Bericht geschrieben hat.

















