Hallo zusammen,
heute möchte ich von unserer Reise mit der Century berichten. Wie immer gilt: alles sind persönliche Eindrücke und jeder empfindet die gleiche Reise anders. Ich versuche neutral und objektiv zu sein.
Anreise:
Die Anreise nach Amsterdam erfolgte mit dem ICE der Deutschen Bahn. Ankunft war gegen 12 Uhr. Den knapp 1 km langen Weg zum Cruiseterminal gingen wir zu Fuß.
An Bord:
Nach Abgabe der Koffer wurden wir sofort an die Check-In Schalter geleitet. Nach weiteren 5 Minuten waren wir bereits auf dem Weg zum Schiff. Dies war unser schnellster Check-In bisher.
Im Schiff wurden wir mit einem Glas Sekt empfangen. Die Kabine mussten wir dann aber selber suchen.
Der erste Eindruck vom Schiff war verhalten. Die Inneneinrichtung ist mit sehr viel dunklem Holz gestaltet, so dass ein „drückender“ Eindruck entstand. Zudem sind die Decken sehr niedrig, mein erster Eindruck beim Gang durch die Flure – „man wird erdrückt“. Dieses Empfinden legte sich aber im Laufe der Reise.
Kabine:
Unsere Außenkabine (Ebene 5 mittschiffs) war nicht übermässig groß, aber bot genügend Stauraum für unsere Sachen. Die Einrichtung war gut in Schuss, lediglich im Bad gab es Mängel. Die Duschzelle hatte einige Schimmelfugen und der Spiegel war an der Kante über ca. 30 cm Länge beschädigt.
Die Kabine war ruhig, Geräusche von Nachbarkabinen oder vom Motor waren nur unwesentlich zu hören. (unsere Mitreisenden klagten über laute Motorengeräusche in Ebene 9 mittschiffs Innenkabine)
Schiffszustand:
Beim Rundgang durchs Schiff mussten wir allerdings mehrere Stellen mit dringendem Renovierungsbedarf feststellen. Als Beispiel: Die Hemisphären-Lounge oberhalb der Brücke hat eine wunderbare Aussicht. Allerdings gibt es mehrere Panoramascheiben die blind sind, so dass keine Aussicht möglich ist. Die Sessel sind durchgesessen und abgeschossen. Die Verkleidung unterhalb der Fenster ist zum Teil beschädigt und sieht verlottert aus.
Die Spiegel in den Aufzügen sind über die ganze Breite am Rand unten 2 -3 cm blind.
An Teppichstoßstellen schauten oft die Fäden heraus.
Die Liegen an Deck waren zum Teil defekt, aber immer noch im Umlauf.
Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass ich zu penibel bin, aber ich bin mit der Erwartung des großen Namens Celebrity und der 4,5 oder 5 Sterne an Bord gegangen. Was ich aber dann vorgefunden habe, entspricht nach meinem Empfinden nur 3,5 oder max. 4 Sternen.
Klar ist, dass das Schiff bereits 12 Jahre alt ist. Diese groben Fehler darf sich aber, nach meiner Meinung, eine Reederei mit diesem Ruf nicht leisten.
Klar ist auch, dass sich die Bewertung eines Schiffs aus mehreren Kriterien zusammensetzt.
Verpflegung:
Mit der Verpflegung waren wir absolut zufrieden. Das Dinner war sehr schmackhaft und ansprechend angerichtet. Im Selbstbedienungsrestaurant auf Deck 11 waren die warmen Speisen unter einer (beschlagenen) Plexiglas Abdeckung (pro Behälter) und somit nicht sichtbar. Entweder man bestellte nach dem oft unbekannten Namen, oder lies sich jeden Deckel abheben, was für das Bedienpersonal auch nicht zumutbar war. Das Essen wurde dann vom Personal ausgegeben. Salate konnten selbst geholt werden.
Abends gab es auf Deck 11 – Veranda Gill – immer kostenfrei Sushi zum Essen, außerdem wurde für all diejenigen, die nicht ins Hauptrestaurant wollten, ein gepflegtes Dinner im (tagsüber) SB-Restaurant angeboten. (Zuzahlung wenn ich es richtig verstanden habe nur 2 $ pro Person)
Service:
Wir hatten die späte Essenssitzung gebucht. Allerdings fanden wir uns dann in der frühen Sitzung an einem deutschsprachigen 4-er Tisch wieder. Bis zum nächsten Abend buchten wir dann auf die späte Sitzung um. Dort wurden wir (4) dann an einem 12-er Tisch zu 3 Griechen gesetzt. Die restlichen Plätze waren frei. Die Gäste vom ersten Abend wechselten anscheinend in die erste Sitzung. Da Englisch nicht bei allen Tischgästen flüssig verfügbar war, waren die Gespräche beim Dinner schwierig und beschränkten sich oft auf die eigene Sprache.
Der Service war sehr gut. Wir hatten viel Spass mit unserem Kellner Raygan und seinem Hilfskellner Felix.
Auch mit dem Kabinenservice waren wir sehr zufrieden. Die kleinen Besonderheiten, z.B. dekorierte Schlafanzüge oder mit Handtücher gefaltete Tiere, wie wir sie früher erlebt hatten, gab es allerdings nicht.
Unterhaltungsprogramm:
Das Unterhaltungsprogramm war sehr auf amerikanische Verhältnisse ausgerichtet. Wo immer möglich, wurde auf Amerika hingewiesen. (Klavierspieler mit Amerika Hymne, Lichtstrahler mit rot, weiß, blau, Tänzerinnen im Amerika Kostüm)
Für unsere Verhältnisse sehr viel bla bla, aber ohne tieferen Inhalt bzw. künstlerischen und artistischen Anspruch. Überwiegend hatten wir Musikpräsentationen. Auch hier, muss ich sagen, bieten die europäischen Reedereien deutlich besseres Programm.
Auch die Bands in den Bars waren überwiegend bescheiden.
Reiseziele:
Wir haben keine Ausflüge über die Reederei gebucht. Alle Städte konnten gut zu Fuß erkundet werden.
Cobh/Cork:
Cobh ist der Seehafen von Cork. Ein kleiner Ort mit schöner Bausubstanz an der Hauptstraße und einer schönen Kirche. Mit dem Zug, der gleich gegenüber der Anlegestelle ist, fuhren wir nach Cork.
(Dauer ca. 30 Minuten, Hin- und Rückfahrtticket zusammen 5,50 €)
Cork ist eine moderne Industriestadt. Für unsere Verhältnisse nichts besonderes. Die Fussgängerzone ist überschaubar. An diesem Tag hatten wir trübes Wetter mit Nieselregen, also kamen wir recht bald wieder auf das Schiff zurück.
Dublin:
Mit dem Shuttelbus fuhren wir in die Stadt. Celebrity verlangte dafür 15$ pro Person!!!
Dublin hat eine sehr schöne Altstadt mit guter Bausubstanz und einer sehr schönen Fussgängerzone.
Das Wetter spielte auch mit und so hatten wir einen sehr schönen Tag in Dublin. Wir kauften uns ein Busticket in einem Sightseeing Bus (15 €/Pers.) und fuhren nacheinander die Highlights der Stadt an.
Belfast:
Hier wurde ein kostenloser Shuttelbus zur Verfügung gestellt. Das Zentrum von Belfast ist auch überschaubar. Außerdem war das Wetter wieder durchwachsen so waren wir gegen 14 Uhr auch wieder zurück an Bord.
2. Seetag:
Nach der Ausfahrt aus dem Hafen von Belfast setzte ein starker Wellengang ein. Es gab keinen Sturm, aber eine sehr starke Dünung die das Schiff sehr stark ins Schaukeln brachte. Aus diesem Grund war die Beteiligung am Abendessen sehr reduziert und während des Essens verließen weiter Gäste den Speisesaal. Die Century hat am Heck, im Speisesaal, über die gesamten 2 Geschosse eine Fensterfront. Das mehrere Meter Hoch- und Tiefgehen des Hecks gab doch vielen den Rest.
Tagsüber war das Meer wieder ruhig und die Sonne schien, wir hatten einen schönen Tag auf dem Sonnendeck.
Alesund:
Nach einer wunderschönen Hafeneinfahrt, haben wir den Ort erkundet. Alesund wurde nach einem großen Stadtbrand im Jugendstil wieder aufgebaut. Das Ortszentrum ist sehr schön. Vom Aussichtspunkt Aksla hat man eine wunderbare Sicht über die Stadt und die vielen Inseln der Umgebung. Die Sonne schien und die Landschaft war wie aus dem Bilderbuch.
Flam:
Flam liegt am Ende des Auerlandfjords. Das Schiff fährt ca. 180 km ins Landesinnere bis es den Ort Flam erreicht. Dauer ca. 6 Stunden. Dort angekommen entdeckt man einen Ort mit ca. 10 Häusern. Da die Ankunft bereits um 7 Uhr war, haben wir die meist Zeit der Fjorddurchfahrt nicht miterlebt. Abends ging es erst wieder um 19 Uhr zurück, so dass auch hier die Zeit der sichtbaren Ausfahrt begrenzt war. Wir haben mit der Flamsbahn eine Zugfahrt nach Myrdal unternommen und die beeindruckende Natur genossen. Dies ist eine Zugfahrt von ca. 20 km Länge und ca. 800 Meter Höhenunterschied. Kosten 39 €/Person.
Bergen:
Auch Bergen hat eine wunderschöne Einfahrt. Der Stadtbummel durch Bergen und die Altstadt Bryggen, sowie der Fischmarkt war sehr schön. Mit der Seilzugbahn sind wir zum Abschluss noch auf den Aussichtsberg gefahren. Auch hier hatten wir einen beeindruckenden Rundumblick über die Bucht von Bergen.
3. Seetag:
Wir hatten schönes, sonniges Wetter und so verbrachten wir den Tag auf dem Deck zum Sonnenbaden. Allerdings eingepackt im Teppich.
Amsterdam:
Wir sind bereits um 5:00 Uhr in Amsterdam wieder eingelaufen. Gegen 8:30 Uhr konnten wir vom Schiff runter. Wir deponierten unsere Koffer im Bahnhof in den Gepäckschließfächer und machten uns auf zu einem kurzen Bummel durch die Altstadt von Amsterdam.
(Kosten: kleiner Koffer 4,50 € / großer Koffer 7,00 €)
Um diese Zeit, am Sonntag Morgen, war allerdings die Stadt noch sehr ruhig. Wir konnten uns aber einen guten Eindruck vermitteln, wie nachmittags und abends das Leben in dieser Stadt pulsiert.
Gegen 12:30 Uhr ging unser ICE wieder zurück nach Deutschland. Deshalb war der Aufenthalt in Amsterdam von kurzer Dauer.
Fazit:
Vom Schiff war ich enttäuscht, von den Zielen der Reise – vor allen Dingen Norwegen – war ich sehr angetan. Ich werde sicher wieder mal mit Celebrity reisen, allerdings dann auf neueren Schiffen.
Wir hatten in der Vergangenheit 3 Kreuzfahrten mit den neuen Schiffen von MSC (Musica und Orchestra) gemacht. Im Vergleich zur Century sind diese Schiffe unterbewertet.
Dass Celebrity durch hervorragenden Service alles übertrifft, kann ich nicht bestätigen. Dies haben wir bei anderen Gesellschaften ebenfalls auf sehr hohem Niveau und überaus freundlich erlebt.
Wenn noch Fragen offen geblieben sind, bin ich gerne bereit entsprechende Auskunft zu geben.
Freundliche Grüsse
funcruise

























